Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
19. Januar 2018


Ernährung und Rezepte: Kartoffeln - die einheimischen Überlebenskünstler

Ausgabe Nummer 14 (2015)

Die nährstoffreichen Kartoffeln haben rund fünf Mal weniger Kalorien als Reis oder Teigwaren. Ihr Fettgehalt ist äusserst gering und das Kartoffeleiweiss weist eine hohe biologische Wertigkeit auf. Grund genug, um der tollen Knolle einen angemessenen Platz auf dem Teller zu reservieren.

Zusammensetzung der Kartoffel
100 g Kartoffeln enthalten:
0,2 g Fett
0,8 g Ballaststoffe
1 g Mineralstoffe und Vitamine
2 g Eiweiss
19 g Kohlhydrate
77 g Wasser

Kochtypen und Sorten
In der Schweiz werden auf einer Fläche von rund 11 000 Hektaren mehr als 30 Kartoffelsorten angepflanzt. In der Küche unterscheiden wir die Kartoffeln primär nach ihren Kocheigenschaften.
Festkochend: eine Kartoffel, die auch bei längerem Kochen nicht zerfällt. Ideal für Kartoffelsalat, Salzkartoffeln und Gschwellti. Zum Beispiel Charlotte, Ditta, Lady Christel, Nicola.
Mehligkochend: springt beim Kochen meist stark auf, ist mehlig und trocken. Ideal für Kartoffelstock, Gnocchi, Gratins, Rösti. Zum Beispiel Agria, Victoria, Bintje, Desiree, Laura.


Gnocchi mit Bärlauch

Zutaten
750 g Kartoffeln, mehlig
1 EL Salz
Pfeffer
Muskat
15 Bärlauchblätter
2 Eier
100 bis 200 g Mehl oder 100 g Mehl und zirka 100 g Kartoffelstockflocken
zirka 1 l Salzwasser zum Kochen der Gnocchi

Zubereitung
Kartoffeln als Gschwellti oder Salzkartoffeln zubereiten und noch heiss durchs Passevite oder die Kartoffelpresse drücken und würzen. Bärlauchblätter waschen, trockentupfen, sehr fein hacken oder cuttern und ebenfalls unter den Kartoffelteig mischen. Eier beigeben und mit so viel Mehl wie nötig oder halb Mehl und halb Kartoffelstockflocken (gibt einen festeren, weniger schleimigen Kartoffelteig) mischen, bis sich der Teig formen lässt und nicht mehr klebt. Auf einer Unterlage 1 cm dick auswallen und in 1 cm breite Streifen schneiden, eventuell etwas ausrollen und in 2 bis 3 cm lange Stücke schneiden. Diese im heissen, nicht sprudelnd kochenden Wasser zirka 5 Minuten ziehen lassen, bis sie an die Oberfläche steigen. Mit der Schaumkelle herausnehmen und gut abtropfen lassen. Zu einem Saucengericht oder mit Bärlauch-Pesto servieren.
Tipp: Aus Bärlauch lässt sich ein haltbares Pesto herstellen: 50 g Bärlauchblätter waschen, gut trocken tupfen, fein schneiden und mit 0,5 dl Rapsöl, 1 Teelöffel Zitronensaft, ½ Teelöffel Salz, Pfeffer und nach Wunsch 30 g geriebenem Käse und 30 g gehackten Nüssen fein vermixen. In kleine Portionengläser ohne Luftblasen abgefüllt und immer mit Öl bedeckt hält sich das Pesto zwei bis drei Monate im Kühlschrank.


Kartoffel-Pizza
Für ein ofengrosses Backblech mit Blechreinpapier belegt (abgebildet ½ Portion in einem Kuchenblech von 26 cm Durchmesser)

Zutaten
wenig Bratbutter
800 g bis 1 kg Kartoffeln
gut ½ Teelöffel Salz
1,5 bis 2 dl Tomatensauce
120 g Champignons
160 g Schinken
1 Teelöffel Italienische Kräuter
zirka 100 g geriebener Käse oder Mozarella
Pfeffer aus der Mühle

Zubereitung
Wenig Bratbutter auf dem Blechreinpapier verteilen. Es können rohe oder gekochte Kartoffeln verwendet werden. Rohe Kartoffeln rüsten und in sehr dünne Scheiben hobeln, Geschwellte schälen und in Scheiben schneiden wie für Kartoffelsalat und auf dem vorbereiteten Blech etwas überlappend ausbreiten. Mit Salz bestreuen, die Tomatensauce darüber verteilen, mit den in Scheiben geschnittenen Champignons und dem gewürfelten Schinken belegen. Mit italienischen Kräutern bestreuen, Käse darüber geben und im vorgeheizten Ofen bei 220 °C zirka 15 Minuten überbacken. Mit frisch gemahlenem Pfeffer und Salat servieren.


BBZ Arenenberg,
Hauswirtschaft und Familie,
Rita Höpli



Gnocchi mit Bärlauch, Salat und Hacktätschli. (rh)


Geschwellte oder rohe Kartoffeln, (rh)


Belegt. (rh)


Mit Käse bestreut, (rh)


Fertige Kartoffel-Pizza. (rh)

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