Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
19. Januar 2018


Ernährung und Rezepte: OLMA-Ehrengast: Fürstentum Lichtenstein

Ausgabe Nummer 40 (2016)

«hoi metanand» – so lautet der typische Gruss in Liechtenstein. Er drückt die Nähe, Offenheit und Herzlichkeit aus, die den Liechtensteinern so eigen ist. Und genau dies vermittelt auch der Auftritt Liechtensteins an der OLMA. Das Motto macht auf sympathische Weise neugierig auf das Gastland. Dabei sollen auch die gutnachbarschaftlichen Beziehungen und die verlässliche Partnerschaft zwischen Liechtenstein und der Schweiz gepflegt werden.

Lichtensteiner Küche
Die Küche des kleinen Fürstentums Liechtenstein wird oft als «Schweizer Küche mit österreichischen Obertönen» bezeichnet. Fleisch, Käse, Milchprodukte und Brot stellen die Hauptzutaten der Liechtensteiner Küche dar. Typische Spezialitäten sind «Käsknöpfle » (kurze dicke Spätzle mit Käse überbacken), Schwartenmagen, «Ribel», gerösteter Maisbrei einer sehr aromatischen, alten Maissorte, die nur in den Kantonen St. Gallen und Graubünden sowie im Fürstentum Liechtenstein angebaut werden darf und «Saukerkas», eine lokale Käsespezialität.
Ausserdem wird in Liechtenstein eine kleine Menge Wein produziert. Besonders der «Vaduzer», ein hervorragender Rotwein kann überzeugen.

Tipp: Die einfachen Rezepte der Lichtensteiner Küche ähneln den unseren. Die Zubereitung des Schlosserbueben-Teigs entspricht praktisch dem unserer Apfelküchlein. So könnten aus dem Teig einige Apfelküchlein und als Zugabe noch einige Schlosserbueben ausgebacken werden.


Ribelmais

Zutaten
500 g Ribelmais
3 dl Milch und 3 dl Wasser
1 Esslöffel Salz
30 g Bratbutter
5 Esslöffel Rahm oder Milch

Zubereitung
Milch, Wasser und Salz aufkochen. Ribelmais in eine Schüssel geben und mit der Milch- Wasser Mischung übergiessen. Zudecken und min- destens 3 Stunden quellen lassen. Bratbutter in einer weiten Pfanne erhitzen und den eingeweichten Riebelmais darin bei mittlerer Hitze goldbraun rösten. Für einen sogenannten «Feuchten Ribel», nach 20 Minuten den Rahm oder die Milch zugeben und kurz mitrösten.

Anmerkung: Ribelmais ist in seiner Art etwas trocken. Das Gericht kann süss mit Joghurt, Kompott oder Apfelmus sowie pikant als Beilage zu Fleisch mit Sauce gegessen werden.


Schlosserbueben

Zutaten
48 gedörrte Zwetschgen-, Pflaumen- oder Aprikosenhälften

Ausbackteig
1,5 dl Milch
125 g Mehl
1⁄2 Teelöffel Salz
2 Eigelbe
1 Esslöffel Öl
1 Esslöffel Rum
2 Eiweisse
1 Prise Salz
10 g Zucker
24 geschälte Mandelkerne
Frittieröl
1⁄2 Teelöffel Zimt
30 g Schokolade
60 g Puderzucker

Zubereitung
Zuerst die Dörrfrüchte mit heissem Wasser übergiessen und einweichen. Milch mit Mehl, Salz, Eigelben, Öl und Rum zu einem dickflüssigen, glatten Teig verrühren und ca. 20 Minuten ruhen lassen. Eiweisse mit Salz zu steifem Schnee schlagen, Zucker beigeben und nochmals rühren, bis die Masse sehr steif ist und dann unter den vorbreiteten Teig ziehen. Die gedörrten Zwetschgen auf Haushaltpapier abtropfen, den Kern durch eine abgezogene Mandel (oder wenig Schokolade und Mandelstifte wie auf dem Bild) ersetzen, zwei Hälften gut zusammendrücken und bereit legen. Frittieröl erhitzen, die Dörrzwetschgen im Teig drehen und portionenweise die Schlosserbueben hellbraun ausbacken. Auf Haushaltpapier abtropfen lassen. Zimt, geraffelte Schokolade und Puderzucker zusammen vermischen und die «Nocken» darin wenden und noch warm servieren.


BBZ Arenenberg,
Hauswirtschaft und Familie,
Rita Höpli



Riebelmais eingeweicht. (rh)


Riebelmais am braten. (rh)


Riebelmais als Beilage genussbereit. (rh)


Zutaten für die Schlosserbueben. (rh)


Schlosserbueben fertig frittiert. (rh)


Innenleben der Schlosserbueben. (rh)

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