Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
5. Oktober 2018


Ernährung und Rezepte: Ostergebäck

Ausgabe Nummer 15 (2017)

Das traditionelle Osterfest gehört zum Jahreskreis, wie das Ei als Sinnbild für Fruchtbarkeit und Erneuerung der Natur. Ob Ostern von der Göttin Ostara oder vom althochdeutschen Frühlingsfest Ostarum abgeleitet wird ist unklar. Ostern bietet uns viele Möglichkeiten den Familientisch besonders zu gestalten. Ob mit bunten Eiern oder Gebäck, lassen wir das Fest zu etwas Besonderem werden.

Traditionelle Ostersymbole
Um das Osterfest sind im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Bräuche und Symbole entstanden. Sie alle stehen in Bezug zu diesem hohen christlichen Fest. Beginnen wir mit den Palmzweigen.
Die Palmzweige als Zeichen für Sieg und Anerkennung. Das Volk umjubelt Jesus als König. Mit der Palmprozession bekunden Christen, dass sie Jesus als ihren König anerkennen, nicht weltlichen Machthaber und Glücksbringer. Zweige symbolisieren auch das beginnende neue Leben zu Ostern. Aus dem Dunkel der Knospe und aus dem verschlossenen Samen bricht neues Leben hervor. Junges Grün ist Zeichen der Hoffnung. Palmzweige am Kreuz besagen, dass das Leiden Jesu zu einem siegreichen Ende führte.
Das Osterfeuer als Zeichen für Licht und Wärme, das Leben spendet.
Das Osterlamm, ein frühes Symbol der Rettung. Das unschuldige Lamm, das die Schuld der Welt auf sich nimmt und so den Neuanfang ermöglicht. Das Lamm ist ein Symbol für Reinheit, Friede, Unschuld und Demut.
Dem Ei wird in der Geschichte der Menschheit besondere Kraft beigemessen. Das Ei als Symbol für Fruchtbarkeit und Leben finden wir darum auch an Ostern. Bei der Eiersuche ist die Freude über das Finden der springende Punkt. Sie steht für die Freude über das an Ostern wiedergewonnene Leben.
Die tierischen Traditionsträger wie der Hahn, der den Tag schon spürt, bevor es hell ist, gilt als wohlwollender Vorausdenker. Das Küken, das die Schale aufbricht und ans Licht kommt, weist auf den Auferstandenen.
Die Hasenfamilie, die sich mehr als einmal vermehrt gilt ebenfalls als Symbolträger von Fruchtbarkeit und Lebenskraft.
Symbolfiguren für Ostern sind in Hülle und Fülle vertreten. Überraschen wir also die Familie mit einem fein duftenden Ostersymbol zum Frühstück, einem österlich verzierten Dessert und einem gefüllten Osterzopf zum Znacht. Der Teig bleibt sich gleich. Mit etwas Fantasie kreieren kleine fleissige Backhelfer noch weitere passende Gebäckideen zum Osterfest.
Tipp: Der Hefeteig ist ein ideales Ausgangsprodukt für verschiedene Gebäcke. Soll der Teig möglichst schnell verfügbar sein, benutzen wir 20 g = 1⁄2 Hefewürfel für ein Kilo Mehl. Bei genügend Zeit, circa 3 bis 4 Stunden, kann mit nur 10 g Hefe auf 1 kg Mehl die gleiche Wirkung erzielt werden. Trockenhefe lässt sich gut als Vorrat halten und ergibt ebenfalls gute Resultate. Wir verwenden 1 Päckli Trockenhefe auf 500 g Mehl, bei genügend Zeit kann auch hier die Menge reduziert werden.


Osterhasen-Kranz aus Zopfteig

Zutaten 1⁄2 Menge vom Zopfteig
1⁄2 Würfel Hefe
1⁄2 Teelöffel Zucker
1⁄2 dl warmes Wasser
800 g Mehl (Zopf-, Halbweiss- oder Dinkelmehl
15 g Salz
50 g Butter, weich
ca. 5 dl warme Milch oder Milch u. Wasser gemischt
etwas Kaffeerahm oder Ei zum Bestreichen
8 Schoggieili als Schwanzgarnitur

Zubereitung
Hefe, Zucker und warmes Wasser in die Rührschüssel geben und zusammen verrühren. Mehl dazu geben. Salz und die weiche Butter ebenfalls beigeben und mit der Flüssigkeit zu einem geschmeidigen, glatten Teig kneten und 2 bis 3 Stunden ums Doppelte aufgehen lassen.
Für die Osterhäsli (Ansicht der Hinterseite) die Hälfte des Teiges in 8 gleich grosse Stücke teilen. Diese etwas flach drücken, mit den Fingerspitzen eng einrollen und anschliessend mit der Handfläche zu circa 30 Zentimeter langen Strängen ausrollen. Diese wie ein Hufeisen auf die Arbeitsfläche legen und die Enden zwei mal verdrehen. Alle Teile auf einem mit Blechreinpapier belegten Blech kreisförmig anordnen. 10 Minuten ruhen lassen, mit Kaffeerahm oder verklopftem Ei bestreichen.
Backen: Im vorgeheizten Ofen auf der zweituntersten Rille bei 210 °C 25 bis 30 Minuten, bis sie schön braun sind und beim Klopfen hohl tönen. Erkalten lassen, mit Schoggi-Eili dekorieren und zum Zmorge oder Brunch mit den üblichen Zutaten servieren.


Gefüllter Osterzopf

Zutaten 1⁄2 Menge vom Zopfteig
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
80 g Schinken
etwas Bratbutter
Pfeffer
3 Zweige Zitronenthymian
wenig Kaffeerahm

Zubereitung
Für die Füllung die Zwiebel fein hacken und die Knoblauchzehe dazu pressen. Den Schinken sehr fein hacken und alles in der heissen Bratbutter andämpfen, mit Pfeffer und dem fein gehackten Zitronenthymian abschmecken und erkalten lassen. Die Hälfte des aufgegangenen Teiges in die Anzahl der gewünschten Stränge gleichmässig teilen (zum Beispiel Zopf mit zwei langen Strängen bedeutet Teig halbieren oder Zopf mit drei oder vier Strängen heisst den Teig in Drittel oder Viertel schneiden.) Teigstrang in der gewünschten Länge auf wenig Mehl 8 bis 10 cm breit und circa 7 mm dick auswallen, 2 Esslöffel Füllung auf der ganzen Länge verteilen, von der Längsseite her aufrollen, gut verschliessen, durch Rollen die endgültige Form geben und zum Flechten bereit legen. Alle weiteren Stränge vorbereiten und einen Zopf daraus flechten. Flechtwerk nochmals circa 10 Minuten gehen lassen. Anschliessend mit Kaffeerahm (oder verklopftem Ei) bestreichen.
Backen: Im auf 220 °C vorgeheizten Ofen bei 200 °C, ca. 40 Minuten goldbraun backen. Der Zopf soll, wie Brot beim Klopfen auf der Unterseite, hohl tönen. Auf einem Gitter auskühlen lassen. Passt ausgezeichnet als Apéro zu einem Glas Wein, zu Salaten oder Suppe.


BBZ Arenenberg
Hauswirtschaft und Familie
Rita Höpli



Osterhasenkranz mit Schoggieili als Schwänzchen. (rh)


Den Teig für die Hasen formen. (rh)


Hasen formen. (rh)


Geformter Hasenkranz vor dem Backen. (rh)


Schinken-Füllung am Dämpfen. (rh)


Zopfstränge füllen. (rh)


Zopf mit den gefüllten Strängen flechten. (rh)


Gefüllter Osterzopf - en Guete. (rh)

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