Thurgauer Bauer

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20. April 2018


Ernährung und Rezepte: Resten vom Festen

Ausgabe Nummer 51 (2016)

Wenn die Schlemmertage vorbei sind, türmen sich Boxen mit den Überschüssen des Festtagsschmauses im Kühlschrank. Diese kleinen Portionen von Fleisch und Gemüse können neue Gerichte bereichern und aufwerten. Leider haftet dem Wort Resten ein negativer Beigeschmack an. Mit etwas Fantasie lassen sich Überbleibsel schmackhaft aufpeppen und dämmen so die Lebensmittelverschwendung ein.

Eine gute Planung spart Geld und hilft Lebensmittelverderb vorzubeugen
Erstellen Sie einen Menüplan, dieser hilft bei der Vorbereitung. Zuerst die Vorräte überprüfen und notieren, was zusätzlich besorgt werden muss. Zudem ist der Menüplan eine praktische Hilfe beim Einkauf und beugt üppigen Spontankäufen vor. Haltbares wie Konserven, Tiefkühlprodukte und Getränke bereits eine Woche vor dem Fest einkaufen. Frisches wie Gemüse und Milchprodukte etwa zwei Tage vorher. Leicht verderbliche Ware wie Fleisch und vor allem Fisch sollten im Idealfall erst am Vortag besorgt und frisch verarbeitet werden. Haltbare Speisen ruhig ein bis zwei Tage vorher zubereiten, damit kein Stress entsteht.

Gut lager- und haltbare Gerichte einplanen
Suppen, Eintöpfe, Schmorgerichte, Pizza, Toast und Kuchen lassen sich problemlos kühl lagern und einfrieren. Schlecht aufzubewahren sind Blattsalate, Salate mit frischer Mayonnaise, Desserts mit rohem Eigelb oder Obsttorten, Gerichte mit rohem Fleisch und Fisch.

Leicht verderbliche Ware richtig lagern
Fisch, Fleisch, Salate am besten erst kurz vor der geplanten Verwendung und nur in kleinst nötigen Mengen einkaufen und zu Hause sogleich im Kühlschrank verstauen. Damit die Speisen auch auf langen Partys frisch bleiben, sollte man bei leicht verderblichen Gerichten nicht alles auf einmal auftischen. Lieber das Buffet ein- oder zweimal nachfüllen. Weiter zu beachten: Brot nicht komplett aufschneiden, sondern am Stück lassen. Getränke nur nach Bedarf öffnen. In den Wintermonaten kann auch ein Balkon oder ein Fensterbrett als Ersatzkühlschrank dienen.

Resten richtig aufbewahren
Bleiben trotz guter Planung Resten übrig, gilt: Erst abkühlen lassen (am Schnellsten geht das auf dem Balkon oder im Wasserbad), dann verpacken, verschliessen und in den Kühlschrank stellen. Kommen warme Gefässe in den Kühlschrank, erhöht sich dort die Temperatur. Dadurch können sich Bakterien schneller vermehren und eingelagerte Lebensmittel verderben. Gekühlt bleibt der Festbraten noch bis zu drei Tage geniessbar, Beilagen wie Gemüse zwei Tage. Eine weitere Möglichkeit ist das Einfrieren. Oder man fragt die Gäste, ob sie etwas mitnehmen möchten.

Aufwärmmythos von Spinat und Pilzen begraben
Die Angst vor dem Aufwärmen von Spinat und Pilzen stammt aus der Zeit vor der Erfindung des Kühlschranks. Heute ist die wichtigste Regel für Resten: Gerichte abkühlen lassen und dann in den Kühlschrank stellen – leicht verderbliche Speisen am besten dorthin, wo es im Kühlschrank am kältesten ist: auf die unterste Glasplatte. Dort sollten sie in einem verschlossenen Behälter lagern, so halten sie sich bei zwei bis vier Grad Celsius maximal zwei Tage. Beim Aufwärmen darauf achten, dass die Resten für zwei Minuten bei mindestens 70 Grad Celsius gut durchhitzt werden.

Tipp: Sichtbar eingepackte Lebensmittel im Kühlschrank gehen weniger unter im Lebensmittelwirrwarr, als zugedeckte uneinsichtbare. Schon beim wegstellen der Nahrungsmittel die Weiterverwendung ins Auge fassen und Fleischresten in Würfeli in einer Klarsichtfolie in den Kühlschrank legen. Nach Möglichkeit ein Tablar wählen, wo zu verbrauchende Produkte stehen, damit sie nicht vergessen gehen.


Gemüse-Quark-Würfel

Zutaten
100 bis 150 g Gemüse gekocht (z.B. Rüebli, Kabis, Wirz, Lauch, Sellerie, Stangensellerie und so weiter)
125 g QimiQ
125 g Halbfettquark
Salz, Pfeffer, Curry
1/2 dl Rahm geschlagen

Salatsauce
2 Esslöffel Obstessig
1 Teelöffel Senf
1 Esslöffel gehackte Kräuter
3 Esslöffel Rapsöl
2 Esslöffel Milch

Zubereitung
Eine Form, wie eine kleine Cakeform, mit Klarsichtfolie auslegen. Das Gemüse fein hacken. OimiQ in eine Schüssel geben und mit dem Schwingbesen kräftig verrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Quark und Gemüse in die Schüssel geben, kräftig würzen und alles gut vermischen. Den Schlagrahm darunter ziehen, in die vorbereitete Form einfüllen und 4 Stunden im Kühlschrank fest werden lassen. Vor dem Servieren in Würfel schneiden und mit der Salatsauce beträufeln oder mit Salat als Beilage zur Vorspeise oder zum Znacht servieren.


Schichten-Gratin

Zutaten
200 bis 300 g Gemüseresten oder 6 Würfel Blattspinat TK
1 Lage Fleischresten gekocht oder Schinkenwürfeli
350 g Teigwaren oder Kartoffeln gekocht

Guss
aus Saucen- und Milchprodukte-Resten
Gewürzen
1/2 dl Milch
ca. 75 g geriebener Käse aus Käseresten

Zubereitung
Eine grosse Auflaufform ausfetten. Die aufgeführten Resten nacheinander, mit Teigwaren oder Kartoffeln unterbrochen in die Form einschichten. Für den Guss Saucenresten von Fleisch, Milchprodukten oder auch eine Cocktail-Sauce mit etwas Milch verrühren, gut würzen, nach Belieben mit 1 bis 2 Esslöffel Stärkemehl zum Binden ergänzen und über den eingeschichteten Gratin geben. Die Käseresten reiben und über den Gratin streuen.

Backen: In der Mitte des vorgeheizten Ofens bei 220 °C, 20 bis 25 Minuten. Mit Salat ergänzt servieren.


BBZ Arenenberg,
Hauswirtschaft und Familie,
Rita Höpli



Zutaten für die Gemüse-Quark-Würfel. (rh)


Gemüse-Quark-Würfel auf Chicorée genussbereit. (rh)


Resten von Festen in eine Gratinform eingeschichtet. (rh)


Schichtengratin mit Spinat. (rh)


Resten für einen Guss plus Käse. (rh)

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