Ausgabe Nummer 9 (2008)

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Ernährung und Rezepte: Römertopf

Schon die alten Römer schmorten ihre Gerichte im Tongefäss im eigenen Saft. Der Römertopf hat eine lange Tradition, da das Zubereiten von Speisen darin viele Vorteile bietet. Heute wird der Römertopf nicht mehr häufig gebraucht, obwohl in fast jedem Haushalt ein solcher vorhanden ist. Diese Rezepte sollen den Appetit anregen und Sie aufmuntern, wieder einmal ein schmackhaftes Gericht im Römertopf zu garen.

Folgende Punkte sollten beim Gebrauch des Römertopfs beachtet werden:
  • Den Römertopf nur im Backofen verwenden und nie auf einer Herdplatte oder auf offenem Feuer.
  • Die Tonform vor Beginn des Kochens während 15 Minuten wässern. Die Form kann dadurch Flüssigkeit aufnehmen, welche während der gesamten Garzeit eine Dunstglocke über dem Gargut erzeugt und das Austrocknen der Speisen verhindert.
  • Niemals einem starken Temperatursturz aussetzen, das heisst, nie kalte Flüssigkeit in den heissen Römertopf geben und nach dem Garen den Topf nicht auf eine kalte Unterlage stellen.
  • Der Römertopf wird grundsätzlich in den kalten Ofen geschoben. Der Garvorgang beginnt fast ausschliesslich im geschlossenen Topf. Erst in den letzten zehn Minuten kann der Deckel entfernt werden, um der Speise eine Kruste zu verleihen.
  • Nach Gebrauch reinigt man den Römertopf mit heissem Wasser und einer Bürste. Es wird von der Zugabe von Reinigungsmittel abgeraten, da dieses vom porösen Material aufgesogen wird und beim nächsten Garen an die Speise abgegeben werden kann. Nach häufigem Gebrauch können die Formen eine halbe Stunde in Essigwasser ausgekocht werden, um die Poren vom Schmutz zu befreien.
  • Der Römertopf muss an einem luftigen Ort gelagert werden.


Schweinsbraten mit Kräutern

Zutaten:
1 bis 1,5kg Schweinsbraten vom Nierstück
1 EL Senf
2 EL Öl
2 EL Salz
wenig Pfeffer aus der Mühle
3 Knoblauchzehen
1 Zweig Rosmarin
1 Blatt Salbei
Zeste von einer Zitrone
1 Zwiebel mit Lorbeerblatt und Nelke besteckt
5 kleine Tomaten
1 Kräutersträusschen als Garnitur

Zubereitung:
Mindestens eine halbe Stunde vor dem Braten das Fleisch mit einer Marinade aus Senf, Öl, Salz, Pfeffer, zerquetschtem Knoblauch, gehacktem Rosmarin, Salbei und Zitronenschale gut einreiben. Ungefähr ein Drittel der Marinade zurückhalten. Das Fleisch mit der besteckten Zwiebel in den gewässerten Römertopf legen, zudecken und in den kalten Ofen schieben. Auf 250 °C einstellen und nach zirka 30 Minuten auf 200°C zurückschalten. Bratzeit zirka 1,5 Stunden. Zirka zehn Minuten vor dem Servieren die obere Seite des Bratens mit dem Rest der Kräutermarinade bestreichen, die kleinen, oben eingeschnittenen Tomaten neben den Braten legen, mit etwas Flüssigkeit übergiessen und den Römertopf nochmals ohne Deckel bei 250 °C in den Ofen schieben. Sobald der Braten schön knusprig und die Tomaten leicht gedämpft sind, kann serviert werden. Mit dem Kräutersträusschen ausgarnieren.

Kaninchen nach Grossmutterart

Zutaten:
1,5 kg Kaninchenragout
Salz
Pfeffer aus der Mühle
1 EL Öl
50 g Speckwürfelchen
2 Zwiebeln
2 cl Cognac
1 dl Rotwein
2 dl Bouillon
4 Knoblauchzehen
1 Bund Petersilie, gehackt
50 g gehackte Baumnusskerne
1 Lorbeerblatt
1 Nelke
Wenig Thymian

Zubereitung:
Die Kaninchenteile mit Salz und Pfeffer würzen und nacheinander im heissen Öl allseitig gut anbraten. Die Speckwürfelchen und die gehackten Zwiebeln ebenfalls kurz anbraten. Alle angebratenen Fleischstücke wieder in die Pfanne geben, mit dem Cognac übergiessen, flambieren und in den gewässerten Römertopf geben. Den Bratenfond mit Wein und Bouillon und den übrigen Zutaten über das Fleisch giessen, zudecken und in den kalten Ofen schieben. Auf 200 °C einstellen und zirka 1,5 Stunden schmoren lassen. Anschliessend Lorbeerblatt und Nelke entfernen. Die Sauce bei Bedarf abschmecken und das Gericht im Römertopf servieren.
Haben Sie gewusst, dass man im Römertopf praktisch fettfrei und nährstoffschonend garen kann? Somit sind Sie mit der Zubereitung von unseren Rezepten voll im Trend.

BBZ Arenenberg, Bea Dintheer