Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Ernährung und Rezepte: Salbei - Hausmittel mit vielfältiger Wirkung

Ausgabe Nummer 46 (2015)

Die anspruchslose Salbeipflanze finden wir praktisch in jedem Hausgarten. Die Blätter dienen als Tee bei Entzündungen im Rachenraum, für Fleischwürze und Spezialitäten wie Müsli-Chüechli. Steckbrief.
Der Echte Salbei (Salvia officinalis), auch Garten-, Küchen- oder Heilsalbei genannt, ist eine immergrüne Pflanze aus der Familie der Lippenblütler. Die Gewürz- und Heilpflanze stammt aus dem Mittelmeerraum, ist aber in ganz Europa verbreitet.
Mit 850 bis über 900 Arten ist es etwa die zwanzigste unter den artenreichsten Gattungen der Bedecktsamigen Pflanzen. Der Name salvare (lateinisch) bedeutet heilen und bezieht sich auf den für Küche und Medizin wichtigen Küchen- oder Heilsalbei. Viele Arten werden als Heilpflanzen genutzt. Andere Sorten können dank unterschiedlichster Blattfärbung auch als Zierpflanzen gute Dienste leisten. Die blühenden Pflanzen gelten als ausgezeichnete Bienenweide.

Inhaltsstoffe
Ätherische Öle sind die Hauptwirkstoffe. Im Salbei finden wir Thujon, Lina-lool, 1,8-Cineol, Gerbstoffe und Bitterstoffe. Salbei enthält viele Flavonoide, wobei die Rosmarinsäure gefolgt von der Kaffeesäure am Häufigsten vertreten sind.

Verwendung in der Küche
Das Heilmittel Salbei hat eine lange Tradition. Als Gewürzmittel verbreitete sich Salbei erst im Mittelalter. Der Einzug in die Küche gelangt Salbei mit der Eigenschaft, das Ranzigwerden von Fett zu verhindern.
Salbei riecht aromatisch, würzig, leicht bitter und gibt im rohen Zustand gekaut ein pelziges Mundgefühl. Salbei eignet sich zum Würzen von Fleisch, wie bei den italienischen Saltimbocca-Schnitzeln, Geflügel, Würsten, Fisch, Gemüse und Suppen.
Bekannte Gerichte mit Salbei sind Salbeiküchlein, die wie Apfelküchlein im Ausbackteig gebacken werden.

Salbei, das Hausmittel mit vielfältiger Wirkung
Die universelle Heilkraft von Salbei mit seiner antibakteriellen Wirkung bei Erkältungen und Rachenentzündungen ist uns bekannt. Besonders für unterwegs bieten Grossverteiler, Drogerien und Apotheken verschiedene Pastillen mit Salbei an, um Husten und Halsschmerzen zu verringern. Doch in der würzigen Heilpflanze stecken weit mehr ungeahnte Kräfte. Die Auszüge aus Salbei helfen auch bei Appetitlosigkeit, Magen- und Darmbeschwerden.
Durch in Salbeitee getränkte Kompressen können kleinere Entzündungen gehemmt und Schürfwunden schneller geheilt werden. Die desinfizierende Wirkung des Salbeis lässt sich für Gesichtswaschungen bei unreiner Haut anwenden.
Die Gerbstoffe von Salbei werden sogar in der Kosmetikindustrie zum Beispiel in Haarfärbemitteln eingesetzt.
Tipp: Für Tee mit frischen Salbeiblättern 4 bis 6 Salbeiblätter längs zweimal einschneiden, mit heissem Wasser übergiessen und nur zwei Minuten ziehen lassen, damit er nicht bitter wird. Salbei als Kräutertee sollte nicht dauerhaft getrunken werden, aber nach einem Fondue oder einem üppigen Festtagsmenü kann er seine wunderbare Wirkung voll entfalten.


Kartoffel-Wirzpfanne mit Salbei

Zutaten
1 Zwiebel
4 kleine Rüebli
400 g Wirz oder Kabis
400 g Kartoffeln
1 Esslöffel Bratbutter
1,5 dl Bouillon
10 bis 12 Salbeiblätter
1 dl Rahm oder Saucenhalbrahm
1 Salbeizweig als Garnitur

Zubereitung
Die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Rüebli rüsten und in Rondellen schneiden. Den Wirz oder Kabis ohne Strunk in feine Streifen schneiden. Die Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden. Bratbutter erhitzen, Zwiebel darin andämpfen, das restliche Gemüse beigeben, etwas zusammenfallen lassen, mit Bouillon ablöschen und ca. 20 Minuten kochen lassen. Die Salbeiblätter waschen, in feine Streifen schneiden und entweder mit dem Rahm oder Saucenhalbrahm unter das Gemüse rühren oder zuerst den Rahm oder Saucenhalbrahm beigeben und die Salbeiblätter in wenig Butter aufschäumen lassen und am Schluss über das angerichtete Gemüse verteilen.


Apfel-Quarkcrème mit Salbei-Jelly

Zutaten
250 g Halbfettquark
1,8 dl Sauer Halbrahm
5 Esslöffel Zucker
etwas abgeriebene Zitronenschale
3 Esslöffel Zitronensaft
2 Äpfel
1 dl Apfelsaft
50 g Gelierzucker
Salbeizweige
eventuell Rahmrosette

Zubereitung
Quark und sauren Halbrahm mit Zucker, Zitronenschale und -saft gut verrühren. Die Äpfel halbieren, Kerngehäuse entfernen, mit der Röstiraffel direkt in die Quarkmasse reiben und sofort vermischen. Die Crème in enge Portionenförmchen oder Gläser abfüllen und kalt stellen. Den Apfelsaft mit Gelierzucker erhitzen, drei Minuten kochen lassen und beiseite ziehen. Die Salbeiblätter in Streifen schneiden und zwei Minuten in den Saft geben, absieben und anschliessend vorsichtig über die Apfelcrème verteilen. Das Jelly im Kühlschrank ganz fest werden lassen. Die Äpfel werden unter diesem aromatischen Aufguss gut geschützt und die Crème eignet sich so gut zum Vorbereiten. Mit einem Salbeizweiglein oder einer Rahmrosette verzieren.


BBZ Arenenberg,
Hauswirtschaft und Familie,
Rita Höpli



Verschiedene Salbei-Arten (Fotos: Rita Höpli)


Kartoffel-Wirzpfanne mit Salbei.


Zutaten für Kartoffel-Wirzpfanne mit Salbei.


Apfel-Quarkcréme mit Salbei-Jelly.

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