Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
26. Juni 2020


Ernährung und Rezepte: Snacks - Segen oder Gefahr

Ausgabe Nummer 29 (2018)

Die zunehmende Mobilität hat unser Essverhalten beeinflusst. Das Essen findet oft nicht mehr am Familientisch statt, sondern wir verpflegen uns mehrheitlich unterwegs. Da eine Mahlzeit aus verschiedenen Komponenten zu aufwendig ist, weichen wir auf Snacks aus. Snacks sind aber keine Erfindung der Neuzeit, schon die Antike kannte sie.

Snacks in aller Munde
Von der Hand in den Mund, so lässt sich die moderne Verpflegungsweise gut erklären. Um den kleinen Hunger zu stillen, essen wir feine Snacks, die sich ohne Besteck verzehren lassen. Sie sind überall erhältlich und können auch eine Mahlzeit ersetzen. Heimtückisch wird es, wenn sich der Konsum von Essen nur auf die vielen Köstlichkeiten beschränkt. Snacks enthalten oft viel Fett und Zucker. Die Textur, die Konsistenz, der Geschmack und die Aromen sind äusserst ansprechend. Knackig im Biss oder zartschmelzend auf der Zunge hinterlassen sie ein tolles Mundgefühl. Der salzig-süsse Geschmack macht Lust auf mehr und schon befinden wir uns in einem gefährlichen Sog. Brötchen, Burger, Gebäcke und Chips werden in verschiedenen Varianten angeboten, sodass jeder seine bevorzugte Geschmacksrichtung findet und oft zugreift. Die Häppchen werden bald im Übermass genossen und lassen sich irgendwann als ungeliebte Polster am Körper nieder. Darum gehören frisches Obst und Gemüse als Beilagen unbedingt dazu, um einer eiseitige Ernährungsweise vorzubeugen.
Snacks sind nicht durchwegs ungesund. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist weniger die Zusammensetzung einer einzelnen Mahlzeit von Bedeutung, sondern die Ausgewogenheit über einen längeren Zeitraum. Im Trend sind heute auch wertvolle Snacks wie Smoothies, Wraps mit Gemüse, Salate oder Suppen.

Snacks und ihre Tücken
Snacks finden wir heute an jeder Ecke, überall dort, wo viele Menschen mit kleinem oder grossem Hunger vorbeikommen. Sie sind rasch gekauft, genussbereit verpackt und dadurch auch rasch verzehrt.

Der Energiewert vieler Angebote ist sehr hoch und würde eigentlich einer Mahlzeit entsprechen. Oft werden Snacks auch während einer andern Tätigkeit wie Fernsehen oder Kino verzehrt, wo wir unser Sättigungsgefühl schlecht unter Kontrolle haben und wir eher mehr essen als der Körper braucht.

Snacks enthalten eine beträchtlich Menge Salz. Daran gewöhnen wir uns rasch und zugegeben, Chips und Pommes würden ohne genügend Salz auch gar nicht so gut schmecken. Danach brauchen wir noch ein Getränk und greifen vielleicht schon wieder zu sehr energiereichen, süssen Angeboten wie Eistee und mehr.

Ein niedriger Nahrungsfasern-Anteil muss vielen Snacks auch angelastet werden. Brote sind meist aus Weissmehl, der geringe Anteil an Nahrungsfasern regt die Darmperistaltik zu wenig an. Daher ist es unerlässlich, dass Snacks mit frischen Früchten und Gemüse ergänzt und nicht an Stelle dieser genossen werden.

Der gesellige Aspekt geht verloren beim hastigen Zwischendurch-Essen. Wer sich nur von Snacks ernährt lebt ungesund. Beim Essen in geselliger Runde findet ein gegenseitiger Austausch statt, das Essen wird weniger hastig eingenommen und ist somit weit mehr als nur Nahrungsaufnahme.

Geschickt kombiniert mit Früchten oder Gemüsestängeli haben Snacks durchaus ihre Berechtigung. Lassen wir die beliebten Köstlichkeiten in den Menüplan einfliessen und balancieren die restliche Tagesmenge mit andern Speisen aus, so stehen dem Genuss die Pforten ohne Verbote offen.

Tipp: Bei selbstzubereiten Snacks wissen wir, was drinsteckt. Sie lassen sich am Vortag zubereiten und für den nächsten Tag einpacken und mit frischen Beilagen ergänzen. Wir können so unsere Essenspausen flexibel in der Schule, im Büro oder irgendwo unterwegs einlegen und den kleinen oder grossen Hunger individuell stillen. Wichtig ist die Abwechslung, der Einsatz von vollwertigen Grundzutaten und die Ergänzung mit frischen Nahrungsmitteln.


Toasties mit Käse

Zutaten

1 kleine Zwiebel
1 bis 2 Knoblauchzehen nach Wunsch
3 Scheiben Schinken
2 Esslöffel Küchenkräuter wie Rosmarin, Peterli, Schnittlauch, Thymian
1 dl saurer Halbrahm
1 Ei
1 geraffeltes Rüebli oder 4 cm fein geschnittener Lauch oder 3 Esslöffel von einem Gemüse vom Vortag
120 g geriebener Käse wie Greyerzer oder Resten
1 Esslöffel Balsamicoessig
Kräutersalz, Pfeffer, Muskat, Paprika
8 Scheiben Vollkorn-Toastbrot oder Brotscheiben

Frische Beilagen
Salatblätter, Tomaten- oder Gurkenscheiben, Radiesli, Melone ...

Zubereitung
Die Zwiebel fein hacken, den Schinken in feine Würfeli schneiden. Küchenkräuter fein hacken und alles in eine Schüssel geben. Saurer Halbrahm, das Ei das feingeschnittene oder geraffelte Gemüse und den geriebenen Käse beigeben und mit Balsamico, Kräutersalz, Pfeffer, Muskat und Paprika würzen und alles vermischen. Die Toastbrote damit bestreichen, auf ein mit Blechreinpapier belegtes Blech legen.
Backen: Im oberen Teil des auf 220 °C vorgeheizten Ofens 10 bis 15 Minuten, bis sie hellbraun sind. Aus dem Ofen nehmen und schräg in Dreiecke schneiden. Dazwischen können als Rohkost noch Salatblätter, Tomaten- oder Gurkenscheiben, Radiesli eingebettet werden. So haben wir die Frischkost dabei.


Tortilla-Würfel mit Cherrytomaten

Zutaten
250 g kleine neue Kartoffeln
Bratbutter
1 Zwiebel, 1 Knoblauchzehe
1 Teelöffel Rosmarinnadeln
1⁄2 Peperoni oder eine handvoll Suppengemüse vorgekocht
Salz, Pfeffer
8 frische Eier
ca. 20 Cherry-Tomaten
Basilikumblätter

Zubereitung
Kartoffeln gut waschen und mit der Schale in kleine Würfeli schneiden. In der Bratbutter auf niedriger Stufe 15 Minuten unter Wenden knapp weich braten. Zwiebel, Knoblauch und Rosmarin fein hacken, Gemüse in feine Streifen schneiden. Alles zu den Kartoffeln geben, vermischen und würzen. Ein rundes Blech mit Blechreinpapier belegen, die Gemüsemischung darauf verteilen und flach drücken. Die Eier in einem Massbecher verquirlen, gut würzen und über das Gemüse giessen.
Backen: Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C 15 bis 20 Minuten stocken lassen. Noch warm in Quadrate schneiden, mit einem Zahnstocher und je einer kleinen Tomate garnieren. Als Ergänzung können auch Salate, Käse oder kaltes Fleisch dazu serviert werden.
Anmerkung: Die Tortilla kann auch in einer beschichteten Bratpfanne zubereitet werden. Wichtig ist dabei, dass die Temperatur nicht zu hoch ist, damit die Masse unten nicht zu dunkel wird und klebt. Nach 15 Minuten mithilfe eines Tellers wenden und 5 Minuten fertig braten. Die doppelte Menge reicht für ein ofengrosses Blech. Ist wie eine Wähe ohne Boden.


BBZ Arenenberg
Hauswirtschaft und Familie
Rita Höpli



Zutaten für Toasties mit Käse. (rh)


Bestrichene Toasts vor und nach dem Backen. (rh)


Toasties mit frischen Zutaten ergänzt. (rh)


Zutaten für Tortilla-Würfel. (rh)


Gebratene Kartoffelwürfeli vor dem Mischen mit dem Gemüse. (rh)


Eier über der Gemüsemischung vor dem Backen. (rh)


Fertig garnierte Tortilla-Würfel. (rh)

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