Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
6. Juli 2018


Ernährung und Rezepte: Superfood ist super gut!?

Ausgabe Nummer 23 (2017)

Im Trend liegen die weither gereisten «Wundernahrungsmittel » wie Chiasamen, Gojibeeren, Açai-Beeren, Macawurzeln usw. Wer diese Produkte isst, bleibt gesund bis ins hohe Alter, wie in verschiedenen Berichten und der Werbung zu entnehmen ist. Was steckt in diesen neuen Lebensmitteln, dass sie so gesund sind? Müssen wir sie essen, damit wir ewig jung bleiben oder stehen uns auch einheimische Alternativen zur Verfügung?

Durch das Reisen, die Globalisierung und Forschung wurden bei Urvölkern in Australien, Südamerika, Afrika, Japan beobachtet, dass die Leute sehr alt werden. Diese leiden selten an Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Stoffwechselstörungen, Übergewicht, hohem Blutdruck, Rheuma (…) und trotz der einfachen Ernährung sind sie leistungsfähig und vital. Deshalb wurden ihre Nahrungsmittel unter die Lupe genommen und siehe da: diese Produkte enthalten enorm viele Nährstoffe wie Eiweisse (Proteine), essentielle Fettsäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe und Faserstoffe. Der Gedanke: was diesen Urvölkern gut tut, tut auch uns gut!
Superfood ist keine offizielle Bezeichnung im Lebensmittelgesetz. Der Begriff wird für nährstoffreiche Nahrungsmittel, die als besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden erachtet werden, eingesetzt. Dass diese Nahrungsmittel über einen hohen Nährstoffgehalt verfügen ist unbestritten. Jedoch sind diese in weiter Ferne produzierten Produkte oft stark belastet von Pestiziden, was für die Gesundheit nicht vorteilhaft ist. Im Weiteren bringt der lange Transportweg Nachteile: die Lebensmittel werden konserviert, zum Beispiel getrocknet oder zu Saft verarbeitet. Dadurch verlieren sie wertvolle Inhaltsstoffe.

Wunderpflanze Rande
Was alltäglich ist wird oft nicht mehr genügend geschätzt. Das Angebot an regionalen, saisonalen Nahrungsmitteln, die uns gleichviele Nährstoffe liefern wie Superfood-Produkte aus weiter Ferne, ist immens. Die Alternative für Chiasamen ist der Leinsamen. Wird er in Wasser eingeweicht, quillt er auf. Der entstandene Schleim befeuchtet die Schleimhäute und fördert die Verdauung. Die Gojibeeren werden durch Himbeeren und Johannisbeeren ersetzt. Die beiden Beeren enthalten in der Saison, ausgereift geerntet mehr Vitamine als die getrocknete Gojibeere aus China.
Aronia-, Holunder-, schwarze Johannis- und Heidelbeeren sind die Alternative für Açai-Beeren. Bei diesen Beeren wirkt der dunkle Farbstoff, die Anthocyane, gegen Oxidationen im Körper.
Die Rande ist eine wahre Wunderpflanze. Sie liefert sehr viel Vitamine C, B-Vitamine sowie die Mineralstoffe Kalzium, Eisen, Kalium, Magnesium und Phosphor. Sie unterstützt die Blutbildung, stärkt das Immunsystem und verbessert die sportliche Leistung.

Saisonale und regionale Frischprodukte
Von den grünen Pflanzen sind die Kohlsorten hervorzuheben. Insbesondere Federkohl, Wirz und Broccoli liefern Vitalstoffe, eine grosse Menge an Faserstoffen und enthalten wertvolle sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. Eine Portion Federkohl liefert gleich viel Kalzium wie zwei Deziliter Milch, und 75 Gramm des grünen Gemüses deckt den Tagesbedarf an Vitamin C.
Tipp: Jede Woche mindestens dreimal ein Vertreter der Kohlgemüse wie Broccoli, Kohlrabi, Kabis, Wirz, Federkohl usw. geniessen.
Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an saisonalen und regionalen Frischprodukten deckt den erforderlichen Bedarf an allen lebenswichtigen Nährstoffen.


Randen-Tartelettes

Zutaten
400 g gekochte Randen

1 Becher Meerrettich-Cantadou
100 g Frischkäse
1⁄2 Kaffeelöffel Balsamico
1 Kaffeelöffel Zitronensaft
Salz, Pfeffer
Mini-Tartelettes
Gehackte Petersilie für die Garnitur

Zubereitung
Randen schälen, in kleine Würfelchen schneiden in ein Mixglas oder Cutter geben. Meerrettich-Cantadou, Frischkäse, Zitronensaft beigeben und fein pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Masse in einen Dressiersack füllen und auf Cracker oder in die Tartelettes dressieren.
Variante: an Stelle von Tartelettes Cracker verwenden oder als Dip-Sauce zu geschnittenem Gemüse servieren.


Broccoli-Gratin

Zutaten
250 g Truthahnschnitzel oder Pouletbrust
1 Esslöffel Sojasauce
600 g Broccoli
2 dl Gemüsebouillon
80 g Reibkäse
1,5 dl Milch
180 g saurer Halbrahm
2 Eier
Salz, Pfeffer, Muskat, gemahlen
1⁄2 Kaffeelöffel
Curry
2 Esslöffel Schnittlauch, geschnitten
150 g Cherrytomaten
2 bis 3 Esslöffel Reibkäse
eine mit Butter ausgestrichene Gratinform

Zubereitung
Truthahnschnitzel oder Pouletbrust in Würfel schneiden, mit der Sojasauce mischen, kurze Zeit marinieren. Broccoli in kleine Röschen schneiden, in Salzwasser gut waschen, in der Gemüsebouillon ca. 8 Minuten kochen, gut abtropfen und in die mit Butter ausgestrichene Gratinform geben. Marinierte Fleischwürfel und den Reibkäse darüber verteilen. Milch, saurer Halbrahm, Eier, Salz, Pfeffer, geriebener Muskat, Curry und den fein geschnittene Schnittlauch zusammen verrühren, über das Gemüse giessen. Cherrytomaten halbieren, mit der Schnittfläche nach oben über den Broccoli verteilen, den Reibkäse darüber streuen.
Backen: Bei 200 °C während 30 Minuten in der unteren Ofenhälfte. Zusammen mit Ofen- oder Bratkartoffeln und einem Blattsalat servieren.


Text und Fotos:
BBZ Arenenberg, Andea Schütz







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