Ausgabe Nummer 43 (2009)
Ernährung und Rezepte: Suppe
Die Tage werden kürzer, der kalte Jahresabschnitt kündigt sich an. In dieser Jahreszeit ist die Suppe eine ideale Möglichkeit, sich innerlich zu wärmen und zu stärken. Suppen können als Einstig gereicht werden, reichhaltige Suppen gelten als Hauptmahlzeit und die süssen, dicklichen Fruchtmassen finden wir auch als Desserts.
Uraltes Gericht – immer aktuell
Es gibt kaum eine lebendigere, wandelbarere, seit Jahrtausenden aktuelle Speise als die Suppe. Sie hat immer Saison und die Ernte liefert die Zutaten. Farbiges Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Kräuter und stärkehaltige Zutaten sorgen für Abwechslung im Suppenteller. Es gibt kaum etwas, das nicht in eine Suppe passt. Vielleicht sind Suppen wegen ihrer grossen, langen Geschichte nie einfach nur Suppen. Suppen sind Legenden. Im ersten Kappelerkrieg, 1529, hat sich zwischen den reformierten Zürchern und den katholischen Innerschweizer Sonderbares zugetragen: Der Krieg wurde mit einer Suppe beendet. Die Zürcher lieferten das Brot, die Innerschweizer die Milch, und so wurde der Frieden löffelweise gestärkt dank der Kappeler Milchsuppe. Suppen und Süppchen sind von keiner Speisekarte wegzudenken. Warm als wunderbare «Leibwärmer», die Organismus anregen. Kalt als absetzende Zwischengänge, die zu weiteren kulinarischen Höhenfl ügen anregen. Früher gehörte die Suppe auf jeden Mittagstisch. Sie hatte den Grundstock zu legen für ein nahrhaftes Mittagessen. Die Suppe war es auch, die beim Sparen mithalf. Nach einer währschaften, dicken Suppe brauchte es weniger Anderes. Oft köchelten Suppen im «Ofenrohr» während Stunden vor sich hin. Heute kochen viele Familien keine Suppe mehr. Das heisst aber nicht, dass sie aus den Haushaltungen verschwunden ist. Ganz im Gegenteil. Sie hat nur die Rolle gewechselt. Oft wird eine Suppe am Abend, bereichert mit Käse und Brot, als Hauptspeise serviert.
Weissweinsüppchen
Zutaten
1 EL Bratbutter
100 g Lauch
2 EL Mehl
3 dl Weisswein
6 dl Gemüsebouillon
Salz, Pfeffer
1 dl Rahm
Schnittlauch
Zubereitung
Den Lauch rüsten, in feine Streifen schneiden und in der Bratbutter andämpfen. Das Mehl darüber streuen, mitdämpfen und anschliessend mit dem Weisswein ablöschen. Die Gemüsebouillon beigeben, würzen und zirka 15 Minuten leicht kochen lassen, danach pürieren. Den Rahm zum Garnieren steif schlagen, den Schnittlauch fein schneiden. Die Weinsuppe durch ein Sieb in tiefe Teller geben und mit Rahm und Schnittlauch ausgarnieren.
Reichhaltige Kürbissuppe
Zutaten
600 g Kürbisfleisch von Butternuss, Türkenturban oder Muskatkürbis
1 Zwiebel
1 Kartoffel, mehlig
1 Rüebli
1 EL Bratbutter
2 dl Weisswein
6 dl Gemüsebouillon
1 TL Curry Salz, Pfeffer
½ dl Milch
1,5 dl Crème fraîche
Rest Crème fraîche
4 EL Kürbiskerne
Getoastete Brotscheiben
Zubereitung
Die Kürbiskerne hacken und in der trockenen Pfanne anrösten und beiseite stellen. Den rotfleischigen Kürbis aufschneiden, von den Kernen befreien, schälen und in Stücke schneiden, die Zwiebel fein schneiden, die Kartoffel rüsten, in Würfel schneiden, ebenfalls das Rüebli und alles Gemüse in der Pfanne mit Bratbutter andämpfen. Mit dem Weisswein und zirka der Hälfte der Bouillon ablöschen und auf kleiner Stufe 20 bis 30 Minuten, je nach Kürbisart, weich kochen. Anschliessend die Suppe pürieren, die restliche Bouillon beigeben, würzen und nochmals aufkochen. Die Milch mit der Crème fraîche verrühren, (wenig Crème fraîche für die Garnitur übrig lassen) der Suppe beigeben und abschmecken. In vorgewärmte Suppentassen anrichten, mit Crème fraîche und den gerösteten Kürbiskernen garnieren und dem getoasteten Brot servieren.
Zwetschgensuppe mit Zimtquark
Zutaten
500 g Zwetschgen, frisch oder tiefgekühlt
½ bis 1 dl Süssmost
2 EL Zucker
250 g Halbfettquark
1 Becher Crème fraîche
1 bis 2 EL Zimt
2 EL Zucker
Zitronenmelisseblätter
Zubereitung
Gerüstete oder gefrorene Zwetschgen in einer Pfanne mit Süssmost weich kochen, etwas erkalten lassen und pürieren. Den Quark und die Crème fraîche mit Zimt und Zucker verrühren. Die Zwetschgen-suppe in tiefe Schalen anrichten, den gewürzten Quark in die Mitte darauf geben, mit Zimtpulver bestreuen und mit einem Zitronenmelissenblättchen servieren.
BBZ Arenenberg, Ländliche Hauswirtschaft und Familie, Rita Höpli

