Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
19. Januar 2018


Ernährung und Rezepte: Suppen - vielfältig und abwechslungsreich

Ausgabe Nummer 3 (2015)

Suppen werden vor allem während der kalten Jahreszeit sehr geschätzt. Sie wärmen, geben einen guten Boden, sind Appetitanreger und stärken nach einer Krankheit. Suppen sind schnell zubereitet und können als Vorspeise, Hauptmahlzeit oder süss als Dessert dienen.

Suppen sind Legenden
Früher gehörte die Suppe auf jeden Mittagstisch. Sie hatte den Grundstock zu legen für ein nahrhaftes Mittagessen. Die Suppe war es auch, die beim Sparen mithalf. Nach einer währschaften Suppe brauchte es weniger andere Speisen. Heute ist die Suppe nicht mehr Hauptbestandteil. Das heisst aber nicht, dass sie aus den Haushaltungen verschwunden ist, ganz im Gegenteil. Sie hat nur die Rolle gewechselt. Oft wird eine Suppe am Abend, bereichert mit Käse und Brot, als Hauptspeise serviert. Suppen und Süppchen sind von keiner Speisekarte wegzudenken. Warm als wunderbare «Leibwärmer», die den Organismus anregen. Kalt als absetzende Zwischengänge, die zu weiteren kulinarischen Höhenflügen anregen.
Es gibt kaum eine lebendigere, wandelbare, seit Jahrtausenden aktuellere Speise als die Suppe. Sie hat immer Saison und die Ernte liefert die Zutaten. Farbiges Gemüse, Kartoffeln, Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier, Kräuter und stärkehaltige Zutaten sorgen für Abwechslung im Suppenteller. Es gibt kaum etwas, das nicht in eine Suppe passt. Wegen ihrer Geschichte sind Suppen Legenden. Im ersten Kappelerkrieg 1529 hat sich zwischen den reformierten Zürchern und den katholischen Innerschweizern Sonderbares zugetragen: Der Krieg wurde mit einer Suppe beendet. Die Zürcher lieferten das Brot, die Innerschweizer die Milch, und so wurde der Frieden löffelweise gestärkt dank der Kappeler Milchsuppe.

Tipp: Suppen sind dankbare Gerichte, die aus praktisch allen Nahrungsmitteln zubereitet werden können. Sie sind gute Restenverwerter, ob kleine Gemüse-, Kartoffeln-. Reis-, Teigwaren- oder Fleischmengen, alles lässt sich in einer Suppe erneut auftischen. Wichtig ist, dass die Suppe trotzdem sorgfältig angerichtet und «anmächelig» serviert wird.


Feine Rüeblisuppe

Zutaten
400 g Rüebli
1 Zwiebel
Bratbutter
1 EL Mehl
1 dl Weisswein oder Noilly Prat (trockener Wermut)
½ Teelöffel
Salz
Pfeffer
6 dl Wasser
1 dl Rahm oder Sauerrahm
fein gehackter Peterli als Garnitur

Zubereitung
Rüebli rüsten und in ½ cm breite Stücke schneiden. Zwiebel hacken, beides in der Bratbutter andämpfen, mit Mehl bestreuen und mit Weisswein ablöschen. Salz und Pfeffer beifügen, mit Wasser bedeckt auf niedriger Stufe weich kochen und pürieren. Das restliche Wasser beigeben, aufkochen, mit Rahm verfeinern und mit Kräutern garniert als Vorspeise servieren.
Dieses Rezept kann mit anderem Gemüse wie Broccoli, Blumenkohl, Bohnen, Erbsen, Fenchel, Lauch, Kartoffeln, Kohl, Kürbis, Maroni, Pastinaken, Pilz, Petersilienwurzel, Randen, Sellerie und mehr zubereitet werden. Mit passenden Gewürzen aromatisiert schmeckt jede Suppe wieder anders. Zum Anrichten kann der Rahm geschlagen als Garnitur auf die Suppe gegeben oder als Beilage geröstete Brotwürfeli darauf gestreut werden.


Minestrone

Zutaten
120 g getrocknete rote Borlotti-Bohnen
80 g Speckwürfeli
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
4 Rüebli
2 Kartoffeln
½ Stange Lauch
¼ Kabis, Wirz oder Sellerie
zirka 1,5 l Wasser
2 Teelöffel Bouillon
80 g Teigwaren
Salz, Pfeffer
2 EL gehackte Kräuter

Zubereitung
Bohnen am Vorabend mit Wasser bedeckt einweichen, Wasser abgiessen und die Bohnen mit 8 dl Wasser 40 bis 50 Minuten knapp weichkochen oder Bohnen aus der Dose (zirka 400 g) kurz vor Schluss abspülen und beigeben. Speckwürfeli anbraten, Zwiebel und Knoblauch hacken, beigeben und glasig dämpfen. Rüebli rüsten, halbieren und in 3 mm dünne Scheiben schneiden. Kartoffeln rüsten, in feine Würfeli schneiden, Lauch halbieren, abspülen, in ½ cm breite Streifen schneiden. Kabis, Wirz oder Sellerie in feine Streifen schneiden. Die Gemüse beigeben und 5 Minuten andämpfen, mit Wasser ablöschen, Bouillon beigeben und zirka 20 Minuten auf kleiner Stufe kochen lassen. Nach 10 Minuten Hörnli oder andere Teigwaren beigeben und weich kochen. Am Schluss mit Salz und Pfeffer abschmecken, gehackte Kräuter und Bohnen beigeben und anrichten.


BBZ Arenenberg,
Hauswirtschaft und Familie,
Rita Höpli



Rüeblisuppe als Vorspeise im doppelwandigen Glas oder in der Tasse serviert. (rh)


Minestrone. (rh)


Währschafte Suppe als Hauptmahlzeit. (rh)

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