Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
17. Mai 2019


Ernährung und Rezepte: Thymian - Würz- und Heilkraut

Ausgabe Nummer 10 (2019)

Thymian gehört zu den drei beliebtesten Küchenkräutern. Seine ätherischen Öle verbreiten einen intensiven Duft. Es gibt verschiedene Sorten von Thymian, die enthaltene Menge am wirksamen Cymol ist unterschiedlich, doch die Wirkung ist überall vorhanden.

Herkunft
Der Name Thymian kommt vom griechischen Wort «thymos», was so viel wie Mut und Kraft bedeutet. Genau so wurde das Kraut auch eingesetzt. Krieger im antiken Italien badeten ihre geschundenen Körper in einem Kräuterbad mit Thymian. Schottischen Helden verhalf Thymiantee zu mehr Mut und Kraft. Die Damen im Mittelalter stickten getrocknete Thymianzweige in die Kleider der Ritter ein, um sie zu schützen. Und im alten Ägypten war es eine Ehre, mit Thymian einbalsamiert zu werden.
Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeerraum, ist aber auch in Afrika und Asien zu finden. Bei uns gibt es über 100 verschiedene Arten von Thymian. Angefangen mit dem Bergthymian, welcher oft in der freien Natur anzutreffen ist, bis zu Orangen- und Zitronenthymian, welche den betörenden Duft von Zitrusfrüchten ausströmen.

Gesundheitliche Wirkung von Thymian
Die ätherischen Öle des Thymian, unter anderem Cymol, machen seine gesundheitsfördernde Wirkung aus. Er wird auch «Antibiotikum der armen Leute» genannt.Thymian wirkt desinfizierend bei Viren- und Bakterieninfekten. Dadurch können die Atemwege, etwa während einer Erkältung, den Schleim besser befördern. Zwar ist die Menge dieser ätherischen Öle, die für die gesundheitsfördernde Thymianwirkung verantwortlich sind, nicht in jeder Thymiansorte gleich hoch, doch enthalten sind sie überall. Bekannt ist Thymian vor allem als Hustenmittel, besonders gegen festsitzenden Schleim und verkrampfte Bronchien, da die ätherischen Öle helfen, den zähen Auswurf zu verflüssigen. Eingesetzt wird Thymian als Tee, auch zum Gurgeln, in Topfen oder Erkältungssirups. Wirkungsvoll für die Atemwege sind auch Bäder oder Inhalationen. Weiter hilft Thymian mit seiner durchblutungsfördernden Wirkung bei steifen Gelenken und verhärteten Muskeln. Er regt an und fördert den Abtransport von Schlackenstoffen. Weniger bekannt ist der Einfluss des Thymians auf die Psyche. Das ätherische Öl soll Seelenblockaden lösen und die Gedanken klären.

Thymian in der Küche
In der Küche ist der Thymian hauptsächlich als Gewürz beliebt. Der getrocknete Thymian ist nahezu unverzichtbar in der mediterranen Küche. Er verleiht den Gerichten ein angenehmes, würziges und leicht herbes Aroma. Der Thymian lässt sich am besten getrocknet verwenden, da so sein Geschmack wesentlich stärker hervortritt. Er eignet sich zum Verfeinern von Suppen, Eintöpfen, Lamm, Geflügel, Wurst, Fleisch sowie Fisch und Meeresfrüchten. In vegetarischen Gerichten mit Tomaten, Zucchetti, Auberginen, Kartoffeln oder auch Käse verleiht das Würzkraut den Gerichten den nötigen Pep.

Tipp: Zum Würzen können die frischen, blühenden Zweigspitzen verwendet werden. In dieser Form kann das Kraut auch tiefgekühlt werden und lässt sich mit wenig Aufwand mit den Fingern direkt in die Speisen reiben. Die intensivste Wirkung entwickelt der Thymian in getrockneter Form. Ob zum Würzen, für Tee oder für ein wohltuendes Bad – der Thymian-Duft zeigt seine Wirkung.


Kürbisgemüse mit Thymian als Omelettenfüllung

Omelettenteig
350 g Mehl
1 Teelöffel Salz
3 Eier
7,5 dl Milchwasser
1 Esslöffel Öl

Füllung
Bratbutter
1 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
700 g Kürbis gerüstet in kleinen Würfeli
250 g Champignons
2 Esslöffel Mehl
1 dl Weisswein
2,5 dl Bouillon
Salz, Pfeffer
Thymianblättchen
1 Becher Saucenhalbrahm

Zubereitung
Für die Omeletten das Mehl mit Salz vermischen. Die Eier mit dem Milchwasser und Öl verrühren und mit dem Mehl zu einem glatten Teig verrühren. Zugedeckt eine halbe Stunde stehen lassen. Für die Füllung Zwiebel und Knoblauch hacken, den Kürbis rüsten, in kleine Stücke schneiden, die Champignons putzen, in Scheiben schneiden und alles in der Bratbutter anbraten. Mehl darüber streuen, mit Weisswein ablöschen, etwas einkochen lassen. Bouillon beigeben, mit Salz, Pfeffer und Thymianblättchen abschmecken. 10 Minuten knackig garen. Den Saucenhalbrahm darunter ziehen und die Omeletten damit füllen.


Zwetschgen-Mousse mit Thymian

Zutaten
150 g Zwetschgen, halbiert, entsteint
100 g dunkle Beeren, wenn vorhanden
0,5 dl Rotwein oder Süssmost
2 Esslöffel Zucker
3 Zweige Thymian
1 Zimtstängel
3 Blatt Gelatine
250 g Halbfett-Quark
1,5 dl Rahm, steif geschlagen
Zwetschgen und Thymian zum Garnieren

Zubereitung
Zwetschgen und eventuell Beeren mit Wein oder Süssmost und Zucker in eine Pfanne geben. Thymianzweige und Zimtstange beigeben, zugedeckt weich kochen. Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Thymian und Zimtstange aus den Zwetschgen entfernen. Einige Schnitze zum Garnieren beiseite legen. Den Rest fein pürieren, die gut ausgedrückte Gelatine zugeben, kühl stellen, bis die Masse am Rand fest wird. Glattrühren, Quark darunter rühren. Rahm steif schlagen, sorgfältig darunterziehen und in Förmchen, Gläser oder eine Schüssel abfüllen. Zugedeckt 3 Stunden oder über Nacht fest werden lassen. Kurz vor dem Servieren portionieren und mit den Zwetschgenschnitzen und Thymian ausgarnieren.


BBZ Arenenberg
Hauswirtschaft und Familie
Rita Höpli






Zutaten für Kürbisgemüse. (rh)


Omeletten gefüllt mit Kürbisgemüse. (rh)


Zwetschgen-Mousse mit Thymian. (rh)

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