Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Ernährung und Rezepte: Vanille - Königin der Gewürze

Ausgabe Nummer 11 (2015)

Die Vanille wird nicht umsonst auch die Königin der Gewürze genannt. Sie ist die Blütenschote einer Orchideenart, welche nur an einem Tag für wenige Stunden blüht und dann bestäubt werden muss. Das kann nur durch Kolibris, eine bestimmte Bienenart oder aber, wie es heute meistens der Fall ist, von menschlicher Hand erfolgen.

Die Vanilleschote ist eine wahre Geschmacksschote. Nebst dem stärksten Aromastoff Vanillin stecken viele weitere Komponenten darin. Vanillin lässt sich künstlich herstellen und wird häufig als Vanillearoma in der Industrie eingesetzt, da es kostengünstiger als echte Vanille ist. Allerdings enthält dieser synthetische Vanillin nur gerade diese eine und nicht die vielen weiteren Aromen der natürlichen Vanille.
Damit sich das Vanillearoma voll entfalten kann, sollte man die aufgeschnittene Vanilleschote möglichst einige Zeit in der warmen Flüssigkeit ziehen lassen. Denn der Hauptbestandteil des Aromas befindet sich in der Schote.

Tipp:
Selbstgemachter Vanillezucker – so geht es ...
Kristallzucker in ein Glas mit Schraubverschluss geben, zwei bis drei Vanilleschoten, aufgeschnitten, beifügen, verschliessen und einige Male gut schütteln. An einem dunklen, trockenen Ort drei bis vier Wochen stehen lassen. Zwischendurch durchschütteln.


Honig-Vanilleglacé

Zutaten
2 dl Vollrahm
50 g flüssiger Honig
1 Vanilleschote, aufgeschnitten
1 Päckli Vanillezucker
1 EL Kirsch

Zubereitung
Rahm, Honig, aufgeschnittene Vanilleschote und Vanillezucker in eine Pfanne geben, leicht erwärmen bis sich der Honig aufgelöst hat. Über Nacht zugedeckt im Kühlschrank kühlstellen. Anschliessend Vanilleschote entfernen, Kirsch beifügen und den Honig- Rahm mit dem Handrührgerät steifschlagen. In kleine Förmchen oder in eine mit Klarsichtfolie ausgekleidete Terrinenform geben, zudecken und mindestens zwei Stunden tiefkühlen.
Dazu passt: Früchtekompott oder ein frischer Fruchtsalat.
Wenn es eilt: Vanilleschote auskratzen, Mark in einen Massbecher geben, die restlichen Zutaten beifügen, steifschlagen und tiefkühlen.


Päckli mit Vanille-Öpfel oder Vanille-Birä

Zutaten
1 Zitrone, unbehandelt
2 grosse, reife Äpfel oder Birnen
3 EL Konfi, zum Beispiel Aprikosen, Himbeer
2 Vanilleschoten
4 Blechreinpapier
Bratschnur oder Bostich

Zubereitung
Zitronenschale in eine kleine Pfanne reiben, Saft auspressen und dazugeben. Die Früchten waschen, eventuell schälen, halbieren, Kerngehäuse entfernen und sofort mit Zitronensaft bepinseln. Damit die Früchte einen besseren Stand erhalten, auf der Rückseite ein kleines Stück wegschneiden. Jede Fruchthälfte auf ein Blechreinpapier legen.
Konfi und das Mark einer Vanilleschote zum Zitronensaft in die Pfanne geben. Das Ganze leicht erwärmen, bis alles flüssig ist. Anschliessend in die Fruchthälften verteilen. Die zweite Vanilleschote längs halbieren und auf jede Fruchthälfte etwas Mark geben. Je eine Hälfte der ausgekratzten Vanilleschoten auf die Fruchthälften verteilen. Die Backpapiere mit etwas Bratschnur zusammenbinden oder mit dem Bostich zusammenheften.
Backen: In der Mitte des auf 200 °C heissen Ofen rund 20 bis 25 Minuten backen. Je nach Reifegrad der Früchte dauert es länger.
Servieren: Fruchtpäckli ungeöffnet auf einen Teller geben. Erst am Tisch öffnen.
Dazu passt: Vanilleglace, Vanillerahm (Vollrahm mit etwas Zucker und Vanillemark steifschlagen) Vanillesauce.
Variante: Alle Fruchthälften in eine Gratinform geben, füllen, die Form mit einem Backpapier gut zudecken und so backen.


BBZ Arenenberg,
Sybille Roth



Vanilleschote halbieren. (sr)


Vanillezucker, selbstgemacht. (sr)


Angerichtet auf Beerenspiegel auf Teller. (sr)


Angerichtet in Gläsli. (sr)


Äpfel, gegart. (sr)


Päckli. (zVg)

« zurück zur Übersicht