Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Ernährung und Rezepte: Währschafte Wintersuppen

Ausgabe Nummer 49 (2017)

Nichts geht über eine feine, währschafte Suppe an einem kalten, nebligen Tag, wärmt sie uns doch im Nu auf.

Das Lob der Suppe
Bei keinem Mittagessen für die hart körperlich arbeitende Familie fehlte früher die Suppe. Sie legte den Grundstock zur Mahlzeit, wärmte den Magen und sorgte gleichzeitig als relativ preisgünstiges Essen dafür, dass von der teureren Hauptmahlzeit weniger gegessen wurde.
Generell werden heute weniger Suppen vor dem Hauptgang serviert, sondern finden viel eher als sättigende Hauptmahlzeit zum Nachtessen ihren Platz. In der kalten Jahreszeit werden sie zudem viel häufiger serviert als bei heissem Wetter.
Je nach Jahreszeit lassen sich die Suppen mit den verschiedensten Gemüsen zubereiten und mit Kräutern und Gewürzen variieren.
Ideal ist die Suppe zudem zur Verwertung von weniger schönen oder überlagerten Gemüsen sowie zur Restenverwertung.

Wie wertvoll eine Suppe sein kann, zeigt auch das nachstehende Gedicht
                                            von Joachim Ringelnatz (1883–1934)

Die Suppe sprach…
Die Suppe sprach mit leisem Mund:
«Die Kinder mach’ ich stark – gesund!
Wenn ihr’s nicht glaubt, so seid jetzt still
und horcht, was ich erzählen will.
Im Wald, wo Wind und Wetter braust,
hat eine Hexe einst gehaust,
die hatte viele Kinderlein,
die sperrte in den Wald sie ein,
gab ihnen nichts zu essen mehr;
Die Kinder plagt’ der Hunger sehr.
Doch eine Fee, die wusste dies;
darum sie Suppe regnen liess.
Da kamen schnell die Kinderlein
und fingen sie in Töpfchen ein,
und wurden gross und kräftig sehr,
die Hex’ konnt’ sie nicht halten mehr,
und kamen glücklich in die Stadt –
die Suppe sie gerettet hat!»


Thurgauer Kartoffelmostsuppe

Zutaten
1 Esslöffel Öl
1 Zwiebel
1 Stück Lauch
500 g Kartoffeln, mehlig kochend
5 dl Most / Apfelwein
7 dl Bouillon, stark
80 g Appenzellerkäse oder Bergkäse
1⁄2 dl Rahm
Pfeffer, Salz Schnittlauch

Zubereitung
Öl erwärmen, Zwiebel schälen und hacken, Lauch rüsten und in Ringe schneiden. Gehackte Zwiebeln und Lauchringe andämpfen. Kartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden, beifügen, kurz mitdünsten. Mit Most und Bouillon ablöschen und die Suppe etwa 30 Minuten köcheln lassen. Suppe mit dem Stabmixer kurz pürieren. Falls sie sehr dickflüssig ist, mit Wasser verdünnen. Appenzellerkäse raffeln, mit dem Rahm zugeben und gut mit dem Schwingbesen verrühren, mit Pfeffer und Salz abschmecken, beim Anrichten mit gehacktem Schnittlauch bestreuen.
Achtung: Kartoffeln nicht zu lange mixen und verrühren, sie werden sonst kleistrig.


Gelberbssuppe mit Speck

Zutaten
200 g Gelberbsen
wenig Öl
100 g Speckwürfeli
1 kleine Zwiebel
1 Rüebli
1 Stück Sellerie
1 Stück Lauch
1 l Wasser
1 Lorbeerblatt
Salz oder Bouillonpaste
Pfeffer
Speckwürfeli, nach Belieben
Schnittlauch

Zubereitung
Gelberbsen in viel kaltem Wasser 1 bis 2 Stunden einweichen. Wenig Öl erhitzen, Speckwürfeli anbraten, Zwiebel schälen, klein hacken, Rüebli und Sellerie schälen in Würfeli schneiden. Lauch in Ringe schneiden. Zwiebeln und alle Gemüse zu den Speckwürfeli geben und mitdämpfen. Wasser dazugiessen und die abgetropften gelben Erbsen beifügen. Lorbeerblatt zugeben. Suppe etwa 3⁄4 bis 1 Stunde köcheln bis die Erbsen weich sind. Lorbeerblatt entfernen. Die Suppe nach Belieben mit dem Mixstab pürieren. Mit Salz oder Bouillonpaste würzen. Beim Anrichten nach Belieben mit gebratenen Speckwürfeli oder gehacktem Schnittlauch bestreuen.

Tipp: Gelberbsen müssen nicht unbedingt eingeweicht werden, die Kochzeit verlängert sich aber um ca. 1⁄2 Stunde. Hülsenfrüchte immer erst salzen, wenn sie gar sind, nur so werden sie schön weich.


BBZ Arenenberg
Vreni Peter



Zutaten der Kartoffelmostsuppe. (vp)


Kartoffelmostsuppe - en Guete. (vp)


Zutaten für die Gelberbssuppe. (vp)


Gelberbssuppe einmal unpürriert und pürriert. (vp)

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