Ausgabe Nummer 26 (2008)

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Ernährung und Rezepte: Wenn Männer kochen

Locker, lecker, lustig, lässig...? dies sind nur einige von vielen Stichworten, die mir zum Thema «Männer kochen» spontan einfallen.
Warum interessieren sich immer mehr Männer fürs Kochen? Die Gründe sind verschieden: Mann hat Freude am gemeinsamen Kochen in einer fröhlichen Männerrunde, Mann hat entdeckt, dass Kochen längst keine Frauensache mehr ist, dass ernährungsbewusstes Kochen Spass macht und die eigene Gesundheit fördert, Mann möchte selber einmal Gäste oder die Partnerin kulinarisch verwöhnen können oder Mann lebt allein und möchte sich trotzdem gesund, preiswert und abwechslungsreich ernähren.


Während meiner langjährigen Tätigkeit als Leiterin von Kochkursen und Gourmet- Workshops habe ich die Erfahrung gemacht, dass das Erteilen von Männerkochkursen eine besonders dankbare Aufgabe ist.
Ich finde es herrlich, wie locker und lässig Männer sich ans Kochen wagen. Der Einstieg ins Kochabenteuer braucht vielleicht etwas Mut oder gar Überwindung. Aber sobald Mann sich dazu entschlossen hat, die Küche nicht immer nur der Partnerin zu überlassen, läuft es plötzlich wie geschmiert und fast von allein. Männer entdecken schnell, wie vielseitig oder gar abenteuerlich Kochen sein kann. Was Mann selber zubereitet hat und was da so schön angerichtet auf dem Teller liegt, schmeckt zudem besonders gut.
Doch Kochen ist kein Kinderspiel, das wird Kochanfängern schnell bewusst. Da gibt?s verschiedene Grundregeln und viele nützliche Tipps, die Mann wissen sollte, um Pannen zu vermeiden. Aber es ist wie fast überall: Übung macht den Meister... Und mit der Übung wächst gleichzeitig die Freude. Mann wird selbstsicherer, experimentierfreudiger und wagt es, auch mal ein Rezept nach eigenem Geschmack abzuändern, zu verfeinern oder einen Kochfehler kreativ zu korrigieren.
Das Kochen mit Gleichgesinnten bedeutet immer ein spezielles Vergnügen. Beim Apéro gibt?s eine kurze Menü- und Rezeptbesprechung. Dann geht?s ab in die Küche. Jetzt heisst es Ärmel hochkrempeln, Schürze montieren, Hände waschen und rein ins Kochvergnügen! Während etwa 90 Minuten wird nun fleissig gerührt, geknetet, gebacken, gerüstet, gebraten, gedämpft, geröstet und probiert. Zwischendurch kommen alle zusammen, um verschiedene Demos der Kollegen mitzuverfolgen oder nützliche Tipps zu erhalten. Dabei herrscht stets eine gute Stimmung. Da schaut Mann einander über die Schulter, prostet sich zu, unterstützt sich gegenseitig tatkräftig und spart auch nicht mit ehrlicher Kritik und frechen Sprüchen.
Zum Kochen gehört aber auch das sorgfältige Anrichten und schöne Garnieren der Speisen ? das Auge isst ja auch mit! Beim Essen wird dann genüsslich degustiert und diskutiert.
Besonders toll finde ich es, wenn die Männer auch daheim gelegentlich die Rezeptdossiers oder ein Kochbuch zur Hand nehmen und das Gelernte in der eigenen Küche umsetzen.
Die meisten nehmen sich dafür auch tatsächlich die Zeit. Teilweise bedauern es die Männer allerdings, daheim nicht in Ruhe kochen zu können. Sei es, weil die Partnerin die Küche noch immer als ihre Domäne ansieht oder weil sie dauernd Tipps geben will.
Ist es nicht ein ganz besonderer Liebesbeweis, wenn der Mann für seine Partnerin kocht? Darum liebe Frauen, überlasst euren Männern die Küche und geniesst es voll, einmal bekocht zu werden. Er wird sich unsere Hilfe schon holen, wenn er sie braucht, spätestens beim Aufräumen...

Moderne Männer kochen gerne ? und sie tun es locker, lecker, lustig, lässig? Guten Appetit!

Schweinsfilet mit Bärlauch im Teigmantel

(für 4 bis 6 Personen)
Füllung
2 Bundzwiebeln, mit dem Grün
10 g Butter
300 g Kalbsbrät
2 EL Halbrahm
6 bis 8 Bärlauchblätter
Salz und Pfeffer aus der Mühle
1 EL Bratbutter
500 g Schweinsfilet
Salz und Pfeffer aus der Mühle

1 rechteckig ausgewallter Blätterteig
1 Ei, getrennt

Für die Füllung die Bundzwiebeln rüsten, waschen und fein hacken. Die Butter erwärmen und die Bundzwiebeln 5 Minuten darin andämpfen. Herausnehmen und etwas auskühlen lassen, dann Kalbsbrät, Halbrahm und die fein geschnittenen Bärlauchblätter zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen und alles zusammen gut vermischen.
Die Bratbutter erhitzen und das Schweinsfilet rundum je 1 Minuten kräftig anbraten, herausnehmen, würzen und auskühlen lassen.
Den gut gekühlten Blätterteig auslegen, längs in der Teigmitte eine Hälfte der Füllung in der Länge des Filets ausstreichen, das Filet darauflegen und mit der restlichen Füllung bestreichen. Die Teigränder mit Eiweiss bepinseln, Schmal- und Längsseiten über das Filet legen und andrücken, sodass ein Teigpaket entsteht. Mit den Teigrändern nach unten auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.Aus Teigresten beliebige Formen ausstechen, mit Eiweiss bestreichen und dekorativ auf das Teigpaket kleben. Alles mit Eigelb bestreichen.
Im unteren Teil des auf 200 °C vorgeheizten Ofens 25 bis 30 Minuten backen.

Tipps
Wenn die Bärlauchsaison vorbei ist, kann man die Bärlauchblätter durch einen halben Bund Petersilie ersetzen.
Das Schweinsfilet lässt sich gut vorbereiten und eine halben Tag im Kühlschrank aufbewahren.
Erst kurz vor dem Backen mit Eigelb bestreichen. Die Backzeit verlängert sich beim gekühlten Filet um zirka 5 bis 10 Minuten.

Erdbeer-Rhabarber-Tiramisu

(für 6 bis 8 Personen)
Rhabarberkompott
500 g Rhabarber
1⁄2 dl Wasser
3 EL Vollrohrzucker
1 KL Vanillezucker

3 EL Cointreau oder Grand Marnier
1 Bioorange, fein geriebene Schale und Saft
300 g Erdbeeren
1 EL Birnel
300 bis 400 g Löffelbiskuits

Mascarpone-Creme
2 dl Rahm
250 g Speisequark

250 g Mascarpone
1⁄2Vanillestängel, ausgekratzt
3 EL Zucker
1 EL Vanillezucker

Rhabarber rüsten, waschen, in Würfel schneiden. Mit dem Wasser, dem Vollrohr- und Vanillezucker in Pfanne geben, erhitzen und zugedeckt auf kleiner Stufe 10 bis 15 Minuten weich dämpfen. Rhabarberkompott auskühlen lassen, dann den Cointreau und den Orangensaft daruntermischen.
Die Erdbeeren waschen und in Scheibchen schneiden. Birnel sorgfältig daruntermischen und die Erdbeeren 30 Minuten marinieren.
Für die Mascarpone-Creme den Rahm schlagen und kühl stellen. Quark und Mascarpone cremig rühren, Vanillestängel, Zucker und fein geriebene Orangenschale daruntermischen und den Schlagrahm sorgfältig darunterziehen.
Mit der Hälfte der Löffelbiskuits den Boden einer tiefen Gratinform belegen, die Hälfte des Rhabarberkompotts und der marinierten Erdbeeren darüber verteilen und knapp die Hälfte der Mascarpone- Creme darübergeben. Die andere Hälfte der Löffelbiskuits, des Rhabarberkompotts und der Erdbeeren einschichten und mit der restlichen Mascarpone-Creme bedecken, glatt streichen.
Das Tiramisu mit Folie zudecken und mindestens 3 Stunden kühl stellen.
Zum Servieren das Tiramisu in Quadrate schneiden, auf Dessertteller anrichten und mit einigen aufgeschnittenen Erdbeeren und Melisseblättli ausgarnieren.

Tipp
Das Tiramisu lässt sich gut vorbereiten und einen Tag im Kühlschrank aufbewahren.

BBZ Arenenberg, Sibylle Roth