Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Ernährung und Rezepte: Zimtduft liegt in der Luft

Ausgabe Nummer 49 (2015)

Zimt schmeckt zwar das ganze Jahr in den verschiedensten Fruchtkompotten und Gerichten, doch seine Hochsaison liegt eindeutig in der Vorweihnachtszeit.

Zimt – ein orientalisches Gewürz
Zimtstängel sind die inneren getrockneten Rinden des Zimtbaumes. Aus Sri Lanka, dem südlichen Indien und Madagaskar stammen die feinsten und geschmackvollsten Zimtarten.
Zimtstängel sind gut verschlossen, vor Wärme und Licht geschützt, 2 bis 3 Jahre haltbar. Damit sie ihr feines Aroma entfalten, müssen sie in den Gerichten mitgekocht werden. Für Zimtpulver werden die Zimtstängel gemahlen, es verliert das Aroma schneller und ist nicht so lange haltbar.
Während bei uns in Europa der Zimt vorwiegend in der süssen Küche und für Gebäcke verwendet wird, werden in der orientalischen Küche auch viele pikante Gerichte und Fleisch mit Zimt gewürzt.

Geschichtliches
Zimt gehört zu den ältesten tropischen Gewürzen, schon 3000 Jahre vor Christus wird er in chinesischen Schriften erwähnt. Schon früh wurde damit gehandelt, bereits zu Zeiten Davids und Salomos, etwa um 1600 vor Christus, wurde Zimt als Gewürz und auch als Zutat für Räucheropfer in Judäa verwendet. Hippokrates hebt um das Jahr 500 vor Christus seine grosse medizinische Bedeutung hervor. Zu Zeiten der Römer spielte Zimt als Gewürz beim üppigen Essen eine Rolle, aber auch als Räucherwerk oder als Gabe für die Götter.
In Europa gehört es ab dem Mittelalter zu den kostbarsten Gewürzen.

Gesundheitliches
Bereits zu Zeiten von Salomo wurden dem Zimt liebesfördernde Eigenschaften nachgesagt, so wurde etwa das Nachtlager mit Zimt «gewürzt». Traditionell wird bei uns Zimt zur Behandlung von Appetitlosigkeit und bei Verdauungsbeschwerden eingesetzt, aber auch bei Entzündungen wie Rheuma, Erkältungskrankheiten und Schmerzen, sowie zur Beruhigung.
Tipp: Ein feiner Glühmost mit Zimt schmeckt in der Vorweihnachtszeit und wärmt uns.


Zimtchugeli

Zutaten
150 g Butter, weich
50 g Zucker
½ Kaffeelöffel Vanillezucker
1 Prise Salz
80 g weisse Mandeln, gemahlen
150 g Mehl
1 Messerspitze Backpulver
1 Kaffeelöffel Zimt

Zum Wenden
2 Esslöffel Puderzucker
1 Esslöffel Zimt

Zubereitung
Butter rühren bis sich Spitzchen bilden, Zucker, Vanillezucker und Salz zugeben, luftig rühren, gemahlene Mandeln, Mehl, Backpulver und Zimt zufügen, rasch zu einem Teig zusammenfügen. Mit einem Kaffeelöffel Teigmasse abstechen und von Hand zu Kugeln formen. Puderzucker und Zimt mischen, Teigkugeln darin wenden und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
Backen: 160 °C, Ofenmitte, ca 15 bis 20 Minuten. Falls die Kugeln nicht sofort gegessen werden, in einer gut verschlossenen Dose aufbewahren.
Tipp: Kinder helfen gerne mit beim Formen der Kugeln und haben damit ein selbstgemachtes Geschenkli fürs Grosi, den Götti, …


Studentenschnitten
für ein Wähenblech von 28 cm Ø

Zutaten

Mürbteig
250 g Mehl
2 bis 3 Prisen Salz
125 g kalte Butter
3 Esslöffel Zucker
1 Kaffeelöffel Vanillezucker
1 Ei
2 bis 3 Esslöffel Wasser

Belag
Johannisbeer- oder Aprikosenkonfitüre
100 g Butter, weich
4 Eier
120 g Zucker
100 g dunkle Schokolade, flüssig
150 g harte Guetzli oder Zwieback, gemahlen
100 g Mandeln oder Haselnüsse, gemahlen
1 Esslöffel Kirsch
1 Esslöffel Zimt

Glasur
1 dunkle Schokoladenglasur

Zubereitung
Mehl in eine Schüssel geben, Salz zufügen, kalte Butter in kleine Stücke schneiden, sorgfältig verreiben bis die Masse gleichmässig fein ist. Zucker und Vanillezucker zugeben, mischen. Ei verklopfen und mit dem Wasser zugeben, Teig sorgfältig und rasch zusammenfügen. Auf wenig Mehl auswallen, in das befettete oder mit einem Backblech belegte Blech legen, Teigboden mit der Gabel einstechen, kühl stellen.
Den Teigboden mit der Konfitüre bestreichen. Butter rühren bis sich Spitzchen bilden, Ei und Zucker zugeben, Masse rühren bis sie hell und luftig ist. Flüssige Schokolade, gemahlene Guetzli oder Zwieback, gemahlene Mandeln oder Haselnüsse, Kirsch und Zimt zugeben, mischen.
Belag auf dem Teigboden verteilen und sofort backen, 180 °C, untere Ofenhälfte, ca. 30 bis 40 Minuten.
Auskühlen lassen. Die Schokoladenglasur auf dem Kuchen verteilen.
Tipp: Falls Sie nach Weihnachten noch Weihnachtsguetzli haben, die niemand mehr ansieht, für dieses Rezept eignen sie sich vorzüglich.


BBZ Arenenberg,
Vreni Peter



Formen der Zimtchugeli. (Fotos: Vreni Peter)


Zimtchugeli gebacken...


... und bereit zum Verschenken.


Studentenschnitten frisch aus dem Ofen.



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