Ausgabe Nummer 18 (2009)
Ernst Peter wurde in den Verwaltungsrat gewählt
Die PO Nordostmilch AG tagte in Fehraltorf ZH
Die Aktionäre der PO Nordostmilch AG genehmigten Milchpreisreglement, Strategie und Branchenlösung. Der Verwaltungsrat wurde für vier Jahre bestätigt.
Vor der Reithalle Barmatt in Fehraltorf demonstrieren rund 50 BIG-M-Sympathisanten gegen die tiefen Milchpreise. Präsident Robert Bischofberger konnte bei schönstem Wetter 506 Aktionäre und 25 Gäste und das Schweizer Fernsehen zur 7. Generalversammlung der PO Nordostmilch AG begrüssen. «Das Berichtsjahr wird sowohl durch die Wirtschaftskrise, die vielerorts zur Staatsverschuldung führte, als durch die Geschehnisse am Milchmarkt in die Geschichte eingehen», sagte Bischofberger. Geschäftsführer René Schwager wies auf die Milchschwemme, die grossen Butterlager und den rückgängigen Verkauf von Käse hin.
Konsequente Umsetzung der Segmentierung
Nachdem das Mengenreglement mit definierter Monatsmenge an der letzten Generalversammlung gutgeheissen wurde, stand diesmal das Reglement Milchpreis und die Übernahmekonditionen für Aktionäre der Nordostmilch AG zur Diskussion. Bischofberger gab bekannt, dass die Umsetzung der Monatsmenge vorgezogen werde und bereits ab Monat Mai Gültigkeit habe. Das neue Preisreglement weise nur wenige Änderungen vor. So werden Aktionäre der Nordostmilch AG, welche die Lieferpflicht nicht einhalten, für den materiellen Schaden Abzüge vom Milchgeld in Kauf nehmen müssen. Für Milchmengen ausserhalb der Monatsmenge defi niere der Verwaltungsrat monatlich und für jede Milchart einen differenzierten Preis. Für die Basismilch werde zur Zeit 63 bis 70 Rappen je Kilogramm, und für Milch, die über die Monatsmenge hinausgehe, 45 Rappen bezahlt. Martin Haab stellte den Antrag im Namen der BIG-M, dass für die Monatsmenge ein rollendes Modell eingeführt werden sollte, wonach kleine Mehrmengen für die folgenden Monate übertragen werden könnten. Dieser Antrag wurde abgelehnt und das Milchpreisreglement mit grosser Mehrheit genehmigt.
Deutliches Ja zur Branchenplattform
Eingehende Diskussionen löste der Antrag des Verwaltungsrates zur Marktsegmentierung, Branchenplattform und Organisation des Milchverkaufes aus. Dem Antrag, dass die Nordostmilch eine Marktsegmentierung auf Basis der bisherigen Basisvertrages 2008/09 ohne Mehrmenge Gültigkeit habe, wurde zugestimmt. Ausgiebig wurde über den Antrag gesprochen, dass sich die Nordostmilch AG aktiv in einer Branchenplattform, welche sich ausgeglichen aus den Milchverarbeitern und den Milchvermarktungsorganisationen zusammensetzte, engagiere. Aktionäre aus dem Säuliamt forderten dass die Milchproduzenten mit von der SMP nominierten Vertretern in der Branchenorganisation vertreten sein sollten. Es dürfen nicht nur Vertreter der PO Nordostmilch Einsitz in der Branchenorganisation nehmen. Während der Antrag aus dem Säuliamt abgelehnt wurde, wurde der Antrag des Verwaltungsrates sehr deutlich genehmigt. Zustimmung fand auch der Antrag, dass die Nordostmilch AG eine Stärkung der Marktposition durch internes Wachstum und durch eine Fusion mit gleichgesinnten Partner anstrebe. Dabei werde die Nordostmilch AG die Verantwortung für den Milchverkauf weiterhin selber wahrnehmen.
Wechsel im Verwaltungsrat
Ein Versammlungsteilnehmer wollte wissen, zu welchen Bedingungen Milchproduzenten, die ihr Kontingent verkauften, bei der Nordostmilch AG wieder einsteigen können. Schwager betonte, dass diese Milchbauern keine Basismenge erhalten und ihre Milch zum Spotmarktpreis von 45 Rappen je Kilo liefern können. Seinen Rücktritt aus dem Verwaltungsrat erklärte Heinrich Peter, Wiesendangen ZH. Er wird durch Ernst Peter aus Kefi kon ersetzt. Der Verwaltungsrat mit Robert Bischofberger an der Spitze wurde mit grossem Mehr bestätigt.
Mario Tosato
René Schwager (links) und Robert Bischofberger informieren über die momentane Situation am Milchmarkt. (tos)
