Ausgabe Nummer 42 (2005)

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Ernte und Lagerung

Ernte und Lagerung

Die Tage werden kürzer, und die Gartenfrüchte sind bereit für die Ernte. Die Arbeit und die Mühe lohnt sich aber nur, wenn man einige Grundregeln beim Einräumen und der Lagerung beachtet.


Eine Erdgrube ist eine gute
Möglichkeit, Karotten, Sellerie,
Kohlköpfe, Randen, Pastinaken
und Schwarzwurzeln zu lagern.

Jeder Teil einer Pflanze ist ein lebender Organismus. Dazu gehören natürlich auch Obst und Lagergemüse. Das Ziel einer guten Lagerung ist, das Gartenprodukt ohne grossen Energieaufwand möglichst lange frisch und gesund zu lagern. Dieses Ziel erreichen wir, wenn wir die Lebensprozesse, vor allem die Atmung und Verdunstung reduzieren können. Je weniger Sauerstoff das gelagerte Gemüse und Obst verbrennt, desto erfolgreicher ist die Lagerung. Generell wird Gemüse bei 1 bis 4 °C und einer hohen Luftfeuchtigkeit von zirka 85 bis 95 Prozent gelagert. Eine Ausnahme bilden: Kartoffeln, Zwiebeln und Knoblauch. Diese benötigen andere Lagerbedingungen.

Einige wichtige Regeln der Lagerung sind:

Lagergemüse sollte nicht einseitig, nicht zu reichlich und vor allem nicht zu spät im Jahr mit Stickstoff versorgt werden. Eine Pflanze mit einem Überangebot fault viel schneller im Winterlager.

  • Ein Produkt, das genügend ausgereift ist, sofort ernten.
  • Ernte, Rüsten und der Transport sollten möglichst schonend erfolgen. Schlag und Druckverletzungen sind unbedingt zu vermeiden, um dem vorzeitigen Faulen der Ernte vorzubeugen.
  • Nur trockenes und gesundes Gemüse und Obst einlagern. Beschädigte oder überreife Produkte sofort verbrauchen.
  • Gemüse und Obst mit einer langen Kulturzeit sind länger haltbar als solche mit einer kurzen.
  • Gemüse und Obst im Lager kontrollieren und bei Gefahr eines Fäulnisherdes sofort verwenden.

Es bieten sich verschiedene Möglichkeiten, in und ums Haus ein Lager anzulegen. Das Belassen auf dem Beet ist eigentlich die einfachste. Nüsslisalat, Lauch, Rosenkohl, Federkohl können auf dem Gartenbeet bis zur Ernte bleiben. Die meisten Keller in den Häusern sind zu trocken und zu warm. Ein Lichtschacht, wo man das Fenster mit einem Brett schützt und den Schacht zu einem Lager umwandelt, ist
eine Alternative zu einem ungeeigneten Keller. Das Gemüse sollte auf jeden Fall mit trockenem Laub und einem Holzbrett vor Frost und Nässe geschützt werden. Mäuse können ganze Winterlager leerräumen. Das Gemüse mit Baumnusslaub einpacken und abdecken, ist eine wirksame Methode, die Nager fernzuhalten. Zuckerhut und Endivien können in einen Einschlag gestellt werden, wo er vor starkem Frost und Nässe geschützt ist. Bei gleichmässiger kalter Lagerung um 0 °C halten diese Blattgemüse sehr gut.

Daniel Brogle, Schulgärtnerei,
LBBZ Arenenberg