Erste Objekte kommen in die Kränze
Ausgabe Nummer 39 (2003)
Erste Objekte kommen in die Kränze
| Projekt «Scheunen ungenutzt umgenutzt» läuft noch bis Ende Jahr | ||||||
|
|
||||||
|
|
||||||
| An einer gut besuchten Wahlveranstaltung Mitte letzter Woche in Stettfurt äusserten sich Politiker und Fachleute zu den gescheiterten WTO-Verhandlungen in Cancún und zur Agrarpolitik im Allgemeinen. | ||||||
Das Buch, Scheunen ungenutzt umgenutzt, ein Werk der kantonalen Denkmalpflege, stand am Anfang einer Gemeinschaftsinitiative verschiedener Institutionen. Im November 2002 lancierte das Amt für Wirtschaft und Arbeit, das Amt für Denkmalpflege, das Amt für Raumplanung sowie der Thurgauer Bauernverband eine Aktion zur Erhaltung ungenutzter landwirtschaftlicher Liegenschaften im Kanton Thurgau. Das gemeinsame Projekt hat zum Ziel, die bestehende alte Bausubstanz im ländlichen Raum zu erhalten und zu nutzen. Dadurch soll die sinnvolle Belebung brachliegender Substanz im ländlichen Raum gefördert und mit einer durch den Kanton finanzierten Vorstudie zur Umnutzung unterstützt werden. Die im Kanton Thurgau zahlreichen ungenutzten sehemaligen landwirtschaftlichen Gebäude, insbesondere die grossen, ortsbildprägenden Scheunen, beinhalten ein grosses Potenzial. Dieses gilt es in sinnvoller und nachhaltiger Weise zu erhalten und zu erschliessen, anstatt immer neue Kränze von neuen Häusern um die ländlichen Weiler zu ziehen. Von den 14 von Gemeinden und privaten Eigentümern gemeldeten Objekten wurden schliesslich deren elf weiterverfolgt. Dabei gilt es viele Kriterien wie Zustand, Nutzung, Stellenwert im Ortsbild und auch das wirtschaftliche Potenzial, aber auch die Interessenlage der Gemeinde zu berücksichtigen. Weiter muss festgestellt werden, ob die Objekte erhaltenswert sind. Die am Scheunentag 2002 aufgezeigten Beispiele der Gemeinde Hohentannen zeigten den künftigen Weg klar auf. Bei der Bestandsaufnahme eines Ortes war zu erkennen, dass ein hoher Bestand an wirtschaftlich ungenutzten Flächen, der die Baulandreserve sogar übertraf, vorhanden ist. Edgar G. Sidamgrotzki vom Amt für Wirtschaft und Arbeit stellte an einer Medienkonferenz diese Woche in Guntershausen erfreut fest, dass der Kanton Thurgau ein Kanton der kurzen Wege sei. Die Zusammenarbeit sei sehr gut und die wohlwollende Prüfung der Banken zwecks einer Finanzierung eines Projektes sei den Gesuchstellern gewiss. Denn häufig sind die Liegenschaftsbesitzer nicht gerade motiviert, in ein altes Gebäude zu investieren. In der Zwischenzeit gibt es aber im Thurgau genug Beispiele, die zeigen, dass es geht. Bei einer Umnutzung sind Ideen gefragt, die aber im Verbund mit den beteiligten Partnern, Besitzer, Gemeinde, Kanton usw., am besten zu realisieren sind. Die Pionierleistung des Kantons Thurgau wird von der übrigen Schweiz bereits interessiert verfolgt. Pro Gemeinde wird ein ausgewähltes und geeignetes Objekt unterstützt. Das heisst, dass der Gesuchsteller ein Vorprojekt zur Umnutzung einer Scheune idealerweise auf der Basis einer Gesamterhebung des Bestandes erhält. Die Antragstellung zu einer Projektteilnahme ist noch bis Ende 2003 möglich. Mit einem Antragsgesuch für ein Umnutzungsvorprojekt mit einer kurzen Beschreibung des geeigneten Objektes, wie eines leer stehenden Ökonomiegebäudes mit historischem und ortsbilderhaltendem Wert, kann bei der Gemeinde eingereicht werden. Verschiedene Gemeinden haben bereits Gesuche eingereicht. Die ersten Vorstudien liegen nun vor, und am vergangenen Montag durften die Gemeinden Berg, Affeltrangen und Gachnang insgesamt vier Projektstudien, erarbeitet von Doris Stadelmann, dipl. Arch. ETH, entgegennehmen. Max Burri, Gemeindeammann von Berg, zeigte sich erfreut, dass dieser Anlass in der ehemaligen «Wirtschaft zum kühlen Grund» stattfindet. Die Besitzer, Daniela und Daniel Vogt, haben das geschichtsträchtige Haus bereits renoviert und durften nun das vorliegende Projekt für die neben dem Haus stehende Scheune in Empfang nehmen. Hanni Schild |
||||||


