Ausgabe Nummer 23 (2003)

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Erster Krautfäuleherd entdeckt

Feldbau: Kartoffeln; Mais
 
Erster Krautfäuleherd entdeckt
 
Grossandrang herrschte an der Delegiertenversammlung des Thurgauer Bauernverbandes (TBV) am vorletzten Donnerstag im Auholz-Saal in Sulgen. Die mehr als 200 Delegierten verabschiedeten Jahresbericht und -rechnung und stimmten einer Erhöhung des Mitgliederbeitrags zu. In seinem Referat ging TBV-Präsident Andreas Binswanger auf die aktuelle wirtschaftliche und agrarpolitische Entwicklung ein. Alt Regierungsrat Hermann Lei wurde zum Ehrenmitglied ernannt.
 
Im Thurgau ist uns der erste Krautfäuleherd Anfang Woche gemeldet worden. In Paradies (Bezirk Diessenhofen) in einem Feld mit verschiedenen Sorten ist ein Primärherd in der Sorte Lady Rosetta entdeckt worden. Das frühzeitige Entdecken und Vernichten des Herdes sowie die hohen Temperaturen haben dazu beigetragen, dass der Herd relativ wenig streuen konnte. Aus der übrigen Schweiz sind bisher Befallsmeldungen aus dem Kanton Aargau (Koblenz) und Bern (Ins, Erlach, Gysenstein) eingegangen. Folgende Sorten sind betroffen: Charlotte, Agria, Erntestolz, Eba, Sirtema. Die Felder sind insbesondere in der Umgebung von Primärherden regelmässig zu behandeln. Kontaktfungizide müssen nach 30 mm Regen und bei intensivem Staudenwachstum nach acht bis zehn Tagen erneuert werden. Bei zu langem Spritzabstand oder wenn erst nach einem stärkeren Regen behandelt werden kann, ein teil- oder vollsystemisches Mittel einsetzen. Die Felder genau auf Befall kontrollieren. Einige Sorten wie Charlotte, Agria oder Ditta weisen braune Blattflecken auf, welche mit Krautfäule verwechselt werden könnten. Im Unterschied zur Krautfäule sind die Flecken scharf abgegrenzt und das Gewebe eingefallen. Auf der Blattunterseite ist kein weisslicher Pilzrasen vorhanden. Als Ursache dieser Flecken wird starke Sonneneinstrahlung auf nasse Blattstellen vermutet. Bitte Krautfäulebefall oder Befallsverdacht der Pflanzenschutzstelle weiterhin melden. Danke.

Mais
Früh gesäter Mais erreicht eine Höhe, ab welcher bald einmal eine chemische Unkrautbekämpfung nicht mehr möglich oder wegen des Spritzschattens nicht mehr wirkungsvoll ist. Übersichtstabellen zur Mittelwahl sind im Pflanzenschutzmittel im Feldbau Seite 50 bis 54 (Thurgauer Bauer vom 7. Februar 2003) aufgeführt. Örtlich haben Gewitterregen zu starken Verschlämmungen des Bodens geführt. Ein Hackgang kann hier Abhilfe schaffen und zugleich die Spätverunkrautung eindämmen.

LBBZ Arenenberg,
Fachstelle Pflanzenschutz und Ökologie,
Hermann Brenner, Telefon 071 663 31 40
  
  
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