Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
5. Oktober 2018


Erster Slow Food-Markt der Ostschweiz am Arenenberger-Tag

Ausgabe Nummer 23 (2017)

Der traditionelle Arenenberger-Tag, welcher am 11. Juni 2017 stattfindet, steht ganz unter dem Motto der Kulinarik. Am ersten Slow Food-Markt der Ostschweiz finden die Besucher Köstlichkeiten aus der Region, frisch, naturbelassen und einfach gut.

Eine Hauptattraktion am Arenenberger-Tag am 11. Juni ist der erste Slow Food-Markt der Ostschweiz. An 40 Marktständen werden rund um das Napoleonschloss traditionell hergestellte Lebensmittel und Köstlichkeiten aus der Region vorgestellt. Im Weinkeller können Arenenberger Weine probiert werden: ein «Hortense», «Bonaparte», «Eugénie» oder der neue alkoholfreie Truube Secco aus Thurgauer Tafeltrauben. Aussteller aus allen Ostschweizer Kantonen sind vertreten. So etwa Appenzeller Älpler mit ihrem Schlipfechäs. Auch altes Handwerk wie das Dörren von Obst in einem Holzofen kann live miterlebt werden. Für die Kinder steht ein Streichelzoo und Parcours mit Kindertraktörli bereit sowie ein umgebauter Bauwagen mit Küche. Es geht um die Freude am Machen, Essen und Beisammensein.

Schlemmen wie zu kaiserlichen Zeiten
«Slow Food ist eine Gegenbewegung zu Fast Food», brachte es Michael Higi, Präsident von Slow Food Ostschweiz, an der Medienorientierung auf den Punkt, was die 1986 im piemontesischen Bra in Italien gegründete Bewegung bezweckt. Inzwischen ist sie in vielen Ländern Europas aktiv. «Gut, sauber, fair, ohne Gentechnik und Geschmacksverstärker, Gutes aus der Region», so mochten es schon die Bonapartes und so sind auch die Richtlinien der Arenenberger Gastronomie, welche von Slow Food Ostschweiz als regionaler Genussverführer empfohlen wird.
Küchenchef Roland Höhener und Beatrice Forster, Leiterin Hotelerie, betonten den persönlichen Bezug zu den Produzenten. «Das Gemüse beziehen wir aus dem Tägermoos, die Linsen von einem Produzenten der Region, und Joghurt ist aus der Milch von den Kühen auf dem Landwirtschaftsbetrieb Arenenberg.»

Jedem seine Messe
«Der Arenenbergtag ist so etwas wie die Olma für die St. Galler oder die Wega für die Weinfelder. Da wollen wir uns öffen und den Leuten zeigen, wer wir sind und was wir machen», sagte Martin Huber, Direktor des Bildungs- und Beratungszentrums Arenenberg (BBZA). Der Arenenberg sei bedeutungsvoll als Bildungsstätte für Bauern und Bäuerinnen, aber auch für Instrumentenbauer und inzwischen auch als Hotelbetrieb, Napoleonmuseum, Weingut und Gartenwelt. Im Jubiläumsjahr werde auch der Arenenberger Tag besonders festlich gefeiert. Jubi- läumsjahr, weil der Kauf des Schlosses durch Hortense de Beauharnais, der Mutter des späteren Kaisers Napoleon der Dritte, 200 Jahre zurückliegt. Eugénie, die letzte Kaiserin Frankreichs, schenkte das Schlossgut auf dem Arenenberg vor 111 Jahren dem Kanton Thurgau, der dort schon damals eine Landwirtschaftsschule errichtete. Daneben nehmen sich die sieben Jahre Arenenberger-Tage bescheiden aus, aber ein Grund zum Feiern sei alles miteinander. Es werden 1500 bis 2000 «alte und neue Freunde» des Arenenbergs erwartet. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird empfohlen. Von Bahnhof und Schifflände Mannenbach pendelt der Rhyfall-Express als kostenloser Shuttle.
Die Besucher können Einblick nehmen in Gaststätte, Tagungsort, Park, Gärten, Museum, Weingut, Bienen, Landwirtschaftsbetrieb – und das alles gratis, ausser im Museum. Dort kostet der Eintritt einen vergünstigten Sonderpreis. Eben wurde die Jubiläumsausstellung eröffnet: «Eine Königin macht Dampf. Zeitenwende am Bodensee.1817–1837».


Trudi Krieg




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