Ausgabe Nummer 20 (2004)
Es führen viele Wege zur T14
| Thurgauer Bauernverband nimmt Stellung zur Strassenplanung im Thurgau | |||
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Es führen viele Wege zur T14
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| Zwar sei eine gute Anbindung ans nationale und internationale Strassennetzen wichtig für die Stärkung der Thurgauer Wirtschaft. Doch dürfe dieser Ausbau nicht allein auf Kosten von wertvollem Kulturland geschehen, erklärte der Thurgauer Bauernverband an einer Medienorientierung am Dienstag. Sonst wird den Thurgauer Bauernfamilien die Zukunft sprichwörtlich verbaut. | |||
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| Die Landwirtschaft als Teil der Thurgauer Wirtschaft unterstützt Bestrebungen, die zu einer Stärkung der Thurgauer Wirtschaft beitragen. Der Thurgauer Bauernverband (TBV) anerkennt deshalb, dass der Thurgau an das nationale und internationale Strassennetz eine gute Anbindung braucht, damit eine verstärkte wirtschaftliche Entwicklung möglich ist. Diesen Grundsatz vertritt der TBV auch gemeinsam mit den übrigen Wirtschaftsverbänden im Papier «Chance Thurgau Plus». Darüber hinaus verfolgt der TBV aber ausdrücklich eine eigenständige Strategie, wie Präsident Andreas Binswanger und Geschäftsführerin Hermine Hascher am Dienstag an einer Medienkonferenz in der Buschenschenke Chressibuech bei Hefenhofen klarmachten. Sowohl wenn es um die Festlegung des Strassenkonzeptes als auch um die Planung und praktische Umsetzung von Strassenprojekten geht, lasse sich der Bauernverband vor niemandes Karren spannen. Der TBV lasse sich bei der weitern Diskussion um die Strassenverkehrsplanung weder von Natur- und Landschaftsschutzkreisen, noch von Strassenbau-Euphorikern vereinnahmen. Der TBV wird sich auch aktiv weder für noch gegen die Realisierung eines Gesamtkonzeptes einsetzen (siehe auch Kasten). Bauprojekt stört Strukturveränderungen Die Landwirtschaft kämpft im Zuge der Agrarreform 2007 mit beträchtlichen Strukturanpassungen in allen Bereichen. Ausgerechnet in diesem Wandel entziehen neue Strassen der landwirtschaftlichen Produktion wertvolles Kulturland in der Grössenordnung von mehreren Familienbetrieben, welches auch im Agrarkanton Thurgau knapp und deshalb teuer ist. «Der Thurgauer Bauernverband fordert klar, dass Familienbetrieben weder die zukünftige Entwicklung verbaut noch dass deren Existenz durch den Strassenbau gefährdet wird, weil Landwirtschaftsbetrieben als Folge von Strassenbau die Produktionsgrundlage entzogen wird», machte Geschäftsführerin Hascher klar. Dabei gelte es auch ganz praktische Aspekte zu berücksichtigen wie Erschwernisse bei der Beweidung oder das Zerschneiden von ganzen Betrieben durch neue Strassen. Es sei auch an der Zeit, dass Bauernfamilien, deren Land zum Teil schon seit Jahrzehnten für den Strassenbau ausgeschieden sei, Klarheit bekommen, was mit ihrem Land geschieht, forderte Hascher (siehe auch Kasten). Wald sollte kein Tabu sein. Der TBV stellt beim Bau neuer Strassen hohe Anforderungen an die Einbettung in die Landschaft. Wo immer möglich sollen neue Verbindungen unter Einbezug von bestehenden Strassen oder unterirdisch hergestellt oder durch Gebiete mit weniger wertvollem Kulturland geführt werden. Auch die Anschlüsse an neue Schnellstrassen sind Kulturland sparend zu erstellen. Nicht mehr benötigte oder später schwach frequentierte Strassen sind zu Gunsten von produktivem Kulturland zu rekultivieren. Gemäss Präsident Andreas Binswanger müsse Strassenführung mit Tunnelstrecken, die im Tagebau durch Waldflächen geführt wurden, als mögliche Lösungen in Betracht gezogen werden. «Wenn wir von Kulturlandverlust sprechen, dann müssen wir halt auch über Wald sprechen», hielt Binswanger fest. Der TBV wird sich im Zusammenhang mit der Erstellung von neuen Strassen vehement gegen die oft damit verbundene Forderung der zusätzlichen Schaffung von ökologischen Ausgleichsflächen zur Wehr setzen. Diese Ausgleichsflächen bedeuten genau gleich wie der Strassenbau einen Verlust an wertvollem, landwirtschaftlichem Kulturland. (hil) |
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