Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


"Es kommt alles auf uns zurück"

Ausgabe Nummer 16 (2016)

Auf dem Hof Thurrain in Rothenhausen lebt VTL-Vorstandsmitglied Silvan Ziegler (34). Der Meisterlandwirt führt einen gemischten Betrieb mit Milchwirtschaft, Ackerbau und Geflügelmast. Daneben betreibt er im kleinen Stil eine Maschinenvermietung und bietet Lohnarbeit (Säen, Dreschen und Häckseln) an.

Mit seiner kleinen Familie sichert so bereits die vierte Generation Ziegler das Weiterbestehen des Thurrain- Hofes. Dazu gehören Frau Nadine, gelernte Modeberaterin, und Tochter Luana (1-jährig), welche sich im August auf ein Geschwisterchen freuen darf. 2009 hat Silvan Ziegler den Hof vom Vater übernommen, im selben Jahr wurde eine Geflügelmasthalle mit 1300 m2 Stallfläche gebaut. Auf dem gemischten Betrieb sind 35 Milchkühe zu Hause, mit welchen Industriemilch produziert wird, die Stierkälber werden als Grossviehmast gehalten.
Der Thurrain ist eine typische Familiensiedlung. Im September 2014 zog Mutter Helen ins neugebaute Stöckli ein und seit einem halben Jahr wohnt auch Silvan mit seiner Familie im teils neu umgebauten Betriebsleiterhaus. Aber auch Schwester Sonja mit ihrer Familie und die Schwester des verstorbenen Vaters haben auf dem Hof ihr Zuhause.

Seit zwei Jahren Kartoffelanbau
Mangel an Arbeit gibts auf dem Thurrain nicht. «Nebst den Tieren haben wir eine grosse Ackerkultur », erklärt Ziegler. «Wir bauen Mais, Raps, Zuckerrüben, Kunstwiese, Weizen, Gerste und bereits das zweite Jahr Kartoffeln an». Dazu kommt noch die Pflege der auf rund zwei Hektaren angelegten 230 Hochstammbäumen, deren Ernte zu herrlichem Thurgauer Most verarbeitet wird. Daneben gilt es auch die Naturwiese und Weide sowie die ökologischen Ausgleichsflächen mit insgesamt fast zehn Hektaren zu bewirtschaften.

Tatkräftige Unterstützung
Die ganze Arbeit ist nicht mehr alleine zu bewältigen. «Wir haben mit Christian Kern, ebenfalls ein Meisterlandwirt, welcher zu 70 Prozent bei uns arbeitet, einen kompetenten Mann, der mir viel Arbeit abnimmt », so Ziegler. «Aber auch meine Mutter und meine Frau helfen tatkräftig mit, und mit Pawel aus Polen, der seit zehn Jahren immer von Mai bis Dezember bei uns ist, habe ich ebenfalls eine sehr wertvolle Unterstützung.»

Engagiert für die Landwirtschaft
Viel Zeit für Freizeit bleibt Silvan Ziegler nicht. Diese setzt er seit vier Jahren unter anderem als Vorstandsmitglied im Verband Thurgauer Landwirtschaft, in der Ostschweizerischen Vereinigung für Zuckerrübenbau oder als Verwaltungsrat der Getreide Mittelthurgau AG ein. Auch ist er Teilhaber der HOVA Thurtal, welche Holzschnitzel herstellt und handelt sowie das professionelle Absaugen und Entsorgen von Holzasche und Industriestaub übernimmt. Sollte es irgendwo wortwörtlich brennen, ist es überdies gut möglich, dass am Löschschlauch Silvan Ziegler steht. Seit 14 Jahren ist er Mitglied der Feuerwehr Bussnang. Und wenn mal gar nichts ansteht? «Dann fahre ich Ski oder gehe im Sommer wandern oder velofahren und klopfe auch gerne mal einen Jass», schmunzelt Ziegler. «Aber natürlich steht allem voran meine Familie», stellt er klar.

Sich weiterentwickeln
Die momentan schwierige landwirtschaftliche Lage beschäftigt ihn. Er steht für eine produzierende Landwirtschaft ein, weiss indessen um all die Schwierigkeiten «Man muss den Betrieb optimieren, sich weiterentwickeln und am Ball bleiben oder auch mal Neues wagen. Stillstand bedeutet in der Landwirtschaft nun mal Rückschritt und das können wir uns nicht erlauben», ist er überzeugt. Trotz den wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist er mit Leib und Seele Landwirt.

Alles kommt zurück
Wenn man Silvan Ziegler begegnet, hat man einen optimistischen und fröhlichen Menschen vor sich, dessen Fähigkeit, das Positive hervorzuheben, ansteckend wirkt. «Ich bin davon überzeugt, dass ein Miteinander viel mehr bringt, als ein Gegeneinander. Es kommt schlussendlich alles auf uns zurück. Ein bisschen Hilfsbereitschaft und Grosszügigkeit haben noch niemandem geschadet», sagt er lachend und geht schnellen Schrittes wieder seiner Arbeit nach.


Daniel Thür













« zurück zur Übersicht