Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Es zeichnet sich etwas Morgenröte ab

Ausgabe Nummer 43 (2016)

Holzindustrie Schweiz Regionalverband Ost

An der ordentlichen Generalversammlung von Holzindustrie Schweiz Regionalverband Ost (HIS OST) im thurgauischen Wängi macht sich für die Holzindustrie etwas Zuversicht breit. Verschiedene Indizien zeigen eine Trendwende zu mehr Schweizer Holz.

Der Regionalverband Ost von Holzindustrie Schweiz nimmt bezüglich der Holzverarbeitung eine regionale, wichtige Rolle ein. Der Verband erstreckt sich über die Ostschweizer Kantone Schaffhausen, Zürich, Thurgau, St. Gallen und Glarus. Im nationalen Branchenverband sind rund 90 Sägereien organisiert, welche jährlich 400 000 Kubikmeter Rundholz verarbeiten. In der Ostschweizer Sektion sind aktuell 60 Mitglieder zusammengeschlossen, wobei nebst den Sägereien auch Hobel- und Leimwerke Mitglieder sind.
Am vergangenen Freitag tagte der Verband im thurgauischen Wängi. «Am 15. Januar 2015, als die Nationalbank den Mindest-Eurokurs aufhob, standen die Zeichen in unserer Branche wirklich auf Sturm. In der zweiten Jahreshälfte konnte aber kaum noch Rundholz exportiert werden, und regional fielen teilweise beachtliche Mengen an Käferholz an», hielt Verbandspräsident Martin Keller (Unterstammheim) fest. Erfreulicherweise wendete sie aber 2016 das Blatt, weil verstärkt nach Schweizer Holz mit dem Label HSH (Herkunft Schweizer Holz) nachgefragt wurde. Diese Situation gibt mir und, so hoffe ich, auch meinen Verbandskollegen wieder Mut», führte Keller in seinem Jahresbericht weiter aus. Insbesondere plädierte er dafür, dass man das HSHLabel noch besser einsetzt, um die Chancen am inländischen Markt zu nutzen. Als sehr wertvolles Werbeelement für Schweizer Holz bezeichnete er den Pavillon of Reflections, welcher beim Bellevue in Zürich für viel Aufmerksamkeit sorgte. Er plädierte auch dafür, dass die Sägereien bezüglich der vermehrten Grossbauten aus Holz noch enger zusammenarbeiten, um sich so gegen die übermächtigen Baukonzerne behaupten zu können. Keller sprach bezüglich der Nachfrage von Leimholz von vollen Auftragsbüchern. Doch dies erfolgt, für ihn teilweise unerklärlich, auf einem sehr tiefen Preisniveau. Keller verwies zudem auf ein Gespräch mit einem Innerschweizer Holzbauer, welcher bis anhin dafür bekannt war, dass er viel ausländisches Holz verbaute. Dieser möchte nun auch auf das HSH-Label setzen. «Nur damit kann gewährleistet werden, dass die inländischen Sägereien überleben können, dass weiterhin das Schweizer Holz im Inland gesägt wird», so Keller. Abschliessend zeigte er sich erfreut, dass wiederum nach einem Unterbruch in der Ostschweiz eine gemeinsame Richtpreisempfehlung zustande kam, welche auch mit bescheidenen Preiserhöhungen von CHF 2.– bis 3.– ein Signal an die Forstwirtschaft senden, und so die Grundstimmung verbessern konnte. «Wir stellen aber fest, dass die Preisentwicklung beim Schnittholz weiterhin unter dem Niveau von 2010 liegt», führte Toni Horat bezüglich der allgemeinen Marktlage aus.
In einem Ausblick auf den Herbst und Winter sprach er von gewissen Abschwächungstendenzen im Bau. Anderseits haben die Buchenpreise die Talsohle erreicht, Eiche zieht an, wobei aber die Menge fehlt. Er forderte die Säger aber auf, die benötigten Rundholzmengen frühzeitig abzusichern. Doch andererseits macht der Branche die anstehende Erhöhung der LSVA zu schaffen, welche wieder an der Kostenschraube drehen wird.

Beitragserhöhung und Berufsbildung
Nachdem die Jahresrechnung erneut ein Minus von über CHF 13 000.– aufwies, setzte nun der Verband für das laufende Jahr den Sparhebel an, indem verschiedene Beiträge an andere Organisationen und Verbände und kantonale Fachorganisationen massiv gekürzt wurden. Gleichzeitig genehmigten die Mitglieder eine Beitragserhöhung von 20 Prozent auf CHF 300.–. «Wir müssen unsere Auftritte an den Berufsausstellungen infrage stellen. Die Kosten sind bezüglich des Erfolgs zu hoch», führte Armin Brühwiler vom Vorstand aus. Entsprechend sind hier über das Budget die Beiträge für die Berufsbildungsmesse St. Gallen massiv gesenkt worden. Rückendeckung erhielt Brühwiler vom OBA-Vertreter Roger Wegmüller. «Wir stellen fest, dass nur wenige Eltern ihre Kinder an der Messe begleiten und es nur wenig konstruktive Gespräche betreffend der Berufsbildung gibt». Etwas besser sieht es an der Schaffhauser Berufsmesse aus, wo am Samstagmorgen viele Eltern ihre Kinder an diesen Anlass begleiten. Speziell wurden an der Versammlung drei erfolgreiche Berufslehrabsolventen geehrt. Landesweit haben 15 Lehrlinge ihre Ausbildung als Säger EFZ und weitere 11 als EBA abgeschlossen. Je drei kamen dabei aus dem Verbandsgebiet Ost, wobei drei der Einladung folgten, um an der Versammlung geehrt zu werden. Jan Böhi (Dussnang) hat mit der Note 5,2 als Säger EFZ abgeschlossen. Emanuel Hörnlimann (Tuttwil) und Andrea Tschirky (Heiligkreuz) bestanden ihre EBA-Ausbildung zum Säger erfolgreich.

Tag des Schweizer Holzes
Am 15. und 16. September 2017 finden landesweit die Tage des Schweizer Holzes statt. An mindestens 20 bis 25 Standorten sollen jeweils mindestens zwei Betriebe drei oder mehr Wertschöpfungsschritte zeigen, um als Leuchtturmprojekte für Schweizer Holz zu werben. Diskussionslos wurde der gesamte Vorstand mit Martin Keller zugleich als Präsident, Toni Horat (Sulgen), Urban Jung (Gossau SG), Thomas Rüger (Wilchingen) und Armin Brühwiler (Wiezikon) für drei weitere Jahre im Amt bestätigt.
Vorgängig zur Generalversammlung erfolgte eine Besichtigung des STIHL-Kettenwerks in Wil. In diesem Familienunternehmen mit etwas mehr als 800 Mitarbeitenden und zugleich grösstem Arbeitgeber in der Region werden täglich Tausende von Motorsägeketten für den gesamten Weltmarkt produziert. Dafür müssen jeden Tag einige hundert Millionen Einzelteile zu den Ketten zusammengeführt werden.


Roland Müller










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