Ausgabe Nummer 33 (2010)
ESAF 2010: Arnold kehrte an seinen Geburtsort zurück
Im Rahmen der Tour d’Arnold machte der Siegermuni Arnold einen Tag vor seinem dritten Geburtstag, am Donnerstag vor einer Woche, Halt an seinem Geburtsort der Kartause Ittingen. Rund 300 Personen erwiesen dem Siegermuni Arnold die Reverenz.
Kurt Schmid, Prokurator Kartause Ittingen, gab der Freude Ausdruck, dass der Siegermuni des Eidgenössischen Schwingund Älplerfest (ESAF 2010) Arnold für einen Tag an seinen Geburtsort zurückkehrte. Er freute sich auch, dass gegen 300 Personen Arnold die Reverenz erwiesen. Für eine festliche Stimmung in der Kartause Ittingen sorgte die Stadtmusik Frauenfeld, das «Echo vom Hasenberg» und die Jagdhornbläsergruppe Hochwacht. Mit von der Partie war auch die Schweizer Milchprinzessin Andrea Berger, die vor Jahren ihre Ausbildung als Drogistin in der Frauenfelder Drogerie Haas absolvierte.
Bäuerlich-sennische Kultur
«Der Schwingsport hat seinen Ursprung in der bäuerlich-sennischen Kultur mit engem Bezug zur Natur und zu den Tieren » sagte Markus Harder, Chef Amt für Landwirtschaft und Mitglied des OKEASF 2010. Der Stier, oder wie wir in der Schweiz sagen, der Muni, symbolisiert darin die Kraft und den Mut, aber vielleicht auch eine gewisse Unberechenbarkeit; er kann eben auch ein «Böser» sein. Daneben war oder ist der Stier, obwohl er keine Milch gibt, wegen seiner Vererbungskraft aber auch das wertvollste Tier der Herde. «Der Stier ist die halbe Herde», sagte man früher. Die Lebendpreise stehen deshalb traditionell an jedem Schwingfest im Zentrum des Interesses. Dazu trägt eben der Umstand bei, dass der Sieger, hier am Eidgenössischen der Schwingerkönig, den Siegermuni als Preis erhält. Das ist auch am ESAF 2010 in Frauenfeld nicht anders. Der Nettowert der aufgestellten Tiere wird auf rund 75 000 Franken geschätzt.
Siegermuni Arnold hat guten Charakter
Siegermuni Arnold, gesponsert von Walter Arnold, Vieh- und Schweinehandel, dürfte mittlerweile den meisten auch nur am Rande am Schwingsport Interessierten ein Begriff sein. Er wurde im bekannten Braunviehzuchtbetrieb der Kartause Ittingen, einem Spitzenbetrieb der Schweizer Braunviehzucht, gezüchtet und hat väterlicher- und mütterlicherseits eine hervorragende Abstammung mit bekannten, langlebigen, leistungs- und gehaltsstarken Vorfahren. Mit einer Widerristhöhe von rund 160 cm und einem Gewicht von gegen 1100 kg zeichnet er sich durch seine sehr gute Grösse und Länge, aber auch viel Tiefe («viel Rippe») aus.
Weitere Lebendpreise
Die Firma Feldschlösschen Getränke AG hat mit dem Freibergerfohlen Haya von Stefan Hartmann-Brack aus Bichwil ein junges Kaltblutpferd gesponsert, passend zum berühmten Belgierzug am Feldschlösschenwagen. Aus Güttingen am Bodensee, vom Milchwirtschaftsund Holsteinzuchtbetrieb Albert Heeb, stammt das nächste Tier, das Holsteinrind Heidi. Theo Fritschi von der Firma Fritschi und Griesemer Holzbau in Güttingen hat selber einen engen Bezug zum Schwingen und arbeitet auch im OK des ESAF mit. So ist er auch der Baumeister des Königsstalles. Er ist der Sponsor des nächsten Tieres, Inka, dem einzigen Tier, das nicht hier in der Ostschweiz gezüchtet wurde. Wiederum vom Bodensee, genauer aus Kesswil, stammt unser nächster Lebendpreis, Helvetia. Mitten im Thurgau liegt der Ottenberg. Von dort kommt das Braunviehrind Brunella. Wenn man den Namen Raiffa hört, ist fast alles klar. Das hübsche Warmblutfohlen kommt vom bekannten Sportpferdezucht- und Ausbildungsbetrieb Alois Seiler in Balterswil. Ebenfalls aus dem Tannzapfenland und auch aus Balterswil stammt das Braunviehrind Erica. Züchter ist Marcel Imhof vom Kienberg, dem Plateau oberhalb von Balterswil. Spender dieses Preises sind die Erben Luzi Schmid, aus Anlass des engen Bezugs zum Schwingsport. Last im Alphabet, but not least kommt unser letzter Lebendpreis, Miss Aebi. Bei Miss Aebi besteht eine Änderung gegenüber dem Festführer, weil sie kurz vor dem Fest noch auswechselt wurde.
Mario Tosato
