Ausgabe Nummer 52 (2004)
Essiggurken aus Schweizer Anbau
| Alternativkultur, die gefragt und bezahlt ist: | |||||||||
|
Essiggurken aus Schweizer Anbau
|
|||||||||
|
|||||||||
| Die zwei inländische Essiggurken verarbeitenden Betriebe Reitzel Suisse SA in Aigle und Delifrais in Carouge erkennen die Situation, dass die Produzentenpreise nicht endlos gedrückt werden können, um einen gewünschten Inlandanbau zu erhalten. Aus diesen Überlegungen gaben sie den Forderungen der Vertreter der IG-CH Essiggurkenanbau nach, den Preis für Schweizer Essiggurken um 5 Rp. das Kilogramm zu erhöhen. Bedingung der Industrie ist man höre und staune dass der Schweizer Anbau ausgedehnt wird! Die IG-CH Essiggurkenproduzenten des VSGP mit ihrem Präsidenten Hansueli Mannale, Hessenreuti, und der Vorstand sind gefordert. Die IG wird über die Kontrollstelle (Bindeglied zwischen Industrie und Produzenten) versuchen, Produzenten zu finden. Auf einen Bioanbau in der Schweiz wird wegen fehlender Pflanzenschutzmöglichkeiten verzichtet! Der IG-Preis franko Fabriken beträgt neu Fr. 1.30/kg, abzüglich IG-Kosten wie Qualitätssicherung (Sammelstellenmarge), Transport und Administration. Der Produzentenpreis dürfte um Fr. 1.10 liegen. Die Industrie arbeitet nur mit der IG zusammen, nicht mit einzelnen Produzenten. Kulturhinweise Ansprüche an Boden und Umwelt Die Gurkenpflanze ist: Wärme liebend (Luft und Boden) ein Flachwurzler empfindlich gegen rohe Behandlung ein Nährstoffzehrer und Wassersäufer Die Gurkenpflanze liebt: keine Spät- und Frühfrostlagen mittelschwere Böden (humos-sandige Lehme, lehmige Sande) als VORFRUCHT: Kunstwiese, Kartoffeln, Getreide niemals nach sich selbst, Kürbis oder Melonen Anbau auf Mulchfolie / unter Vlies: Anbautechnik: Bewässerung (Tröpfchen) + Mulchfolie / Mulchpapier und Vliesgewebe => Senkung des Kulturrisikos und Ertragssteigerung. Die Ertragshöhe hängt stark vom Zeitpunkt des Erntebeginns ab: je früher die Ernte einsetzt, desto höher ist der Ertrag, da die Ernte klimabedingt spätestens Mitte September abgeschlossen ist. ![]() Kulturführung: 1. Ideale Wachstumsbedingungen: Bodentemperatur 22 °C, Lufttemperatur ab 22 bis 27 °C. Temperatur unter Vliesabdeckung sollte nicht höher als 27 °C steigen. Über 32 °C ist die Verdunstung der Pflanze grösser als die Assimilation (> Stress > Krankheiten, Ertragsausfall). 2. Vlies bleibt je nach Witterung bis Mitte Juni auf oder an der Kultur. Bei länger anhaltender warmer Witterung Vlies abnehmen, aber als Kälteschutz und Wärmesicherung am Feldrand belassen. WICHTIG: Vlies nur bei trüber Witterung, von Vorteil abends, von der Kultur abnehmen. Wasserbedarf: Evapotranspirationseffekt: Mai 2, Juni 3, Juli 4, August 5, Sept. 5, 0kt. 3 l/m2 u. Tag (1 l/m2 = 1mm Niederschlag). Bei Mulchabdeckung ist Wasserverbrauch um 1 l/m2 niedriger. Da die Ernte 80 Prozent des Gesamtarbeitsaufwandes und somit auch den grössten Teil der Produktionskosten ausmacht, können mit rationellen Erntemethoden die Kosten entscheidend beeinflusst werden. Für Kultureinsteiger ist im ersten Jahr ein einfaches System zu empfehlen. Je nach Entwicklung dieses Betriebszweiges kann in die Erntetechnik investiert werden. Erntesysteme, Möglichkeiten: Handernte, mit Erntewagen (sitzend auf muskelgetriebenem Wagen, zum Beispiel Raccomobile), Ernteflieger (Ausleger vom Traktor aus, Erntepersonal liegt auf Flieger), Ernte am Maschengitter (System Mannale; Erntegerät nimmt Maschengitter auf und legt es wieder ab, Erntepersonal sitzt seitlich zu den Reihen) Ernteleistung (stark abhängig vom Sys-tem): zu Anfang und Ernteschluss: 8 bis 12 kg/Std., während der Haupternte 15 bis 22 kg/Std. Die Essiggurken werden vom Produzenten (IG-E-CH) in zwei Sortierungen aufbereitet: Sortierung I: Länge 6 bis 9 cm, Durchmesser maximal 30 mm Sortierung II: Länge 9 bis 12 cm, Durchmesser maximal 40 mm. Es wird ein Sortierverhältnis von 60 Prozent I und maximal 40 Prozent II angestrebt. Betriebswirtschaft Arbeitsstunden (Richtzeiten in Std./ha), Handernte, bei einem Ertrag von 300 400 kg/m2 Interessenten melden sich bei: Interessengemeinschaft Essiggurken Schweiz, Peter Konrad, Kontrollstelle LBBZ Arenenberg, 8268 Salenstein Tel. +41 (0) 71 663 33 00 Fax +41 (0) 71 663 33 19 Mail: peter.konrad@tg.ch Peter Konrad, Fachstelle Gemüse- und Beerenbau, LBBZ Arenenberg |
|||||||||
|
|||||||||
|
|
|||||||||




