Ausgabe Nummer 16 (2006)
Exportförderung von Proviande gefordert
Generalversammlung der Genossenschaft Prosus in Lupfig AG
Exportförderung von Proviande gefordert
An der Generalversammlung der Genossenschaft Prosus forderte Geschäftsführer Josef Schurtenberger, dass die 2 Millionen Franken, welche die Proviande jährlich von der Schweineproduktion kassiert, für eine allfällige Exportförderung eingesetzt wird.

Martin Egli: «Schweizer
Schweinefleisch hat ähnlich gute
Exportchancen wie Bündnerfleisch,
Käse oder Schokolade.» (tos)
In seinem Jahresrückblick erinnerte Martin Egli, Präsident der Genossenschaft Prosus, Weinfelden, an die historischen Tiefpreise in allen Schweinekategorien. «Wir haben im 2005 zu viel Schweinefleisch produziert, das heisst, den Markt überversorgt. Die Folge: miserable Erlöse.» Erfreut zeigte er sich hingegen, dass der Konsum von Schweinefleisch weiterhin steigend sei. Egli glaubt, dass die politischen Wege Richtung EU zeigen. Für Schweizer Schweinefleisch sieht er ähnlich gute Chancen wie bei Bündnerfleisch, Käse oder Schokolade.
Produktivität nachhaltig verbessern
Im Fokus der Tätigkeit der Prosus stehe ganz klar die Vertiefung der Umsetzung des Zuchtprogrammes, erklärte Geschäftsführer Josef Schurtenberger. Damit soll die Produktivität auf den Prosus- Zucht- und Mastbetrieben weiter verbessert werden. Als wichtige messbare Grössen für die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit könne einerseits die Entwicklung der Anzahl abgesetzter Ferkel je Muttersau und Jahr sowie die Qualitätszu- und abschläge auf den Mastbetrieben beurteilt werden. Als weiteres wichtiges Ziel nannte Schurtenberger einen Mehrerlös der Schlachtendprodukte für die Mäster der Prosus. Die Produktion von genetisch homogenen und qualitativ hochwertigen Mastjagern bilde dazu die Ausgangslage. Damit mit solchen Mastjagern letztlich gute Mast- und Schlachtleistungen erzielt werden, spiele auch das Betriebsmanagement eine immer grössere Rolle, betonte Schurtenberger.
Gezielte Exportförderung für Schweinefleisch
Pro Schwein, das in der Schweiz geschlachtet wird, kassiert die Proviande 80 Rappen, was pro Jahr nach Schurtenbergers Aussagen über 2 Millionen Franken entspricht. Der Pro-Kopf--Konsum im Schweinefleisch verharre in den letzten 10 Jahren auf einem Niveau von plus-minus 25 Kilogramm. So werde es in Zukunft kaum möglich sein, hier eine erkennbare Trendwende herbeizuführen. Deshalb sollte nach seiner Meinung dieses Geld für Exportförderung von Schweizer Schweinefleisch eingesetzt werden. Schurtenberger ist wie Egli der Meinung, dass Schweizer Schweinefleisch als Spezialitäten veredelt im Ausland sehr grosse Verkaufschancen hat. Denn ohne zunehmenden Konsum oder die Erschliessung neuer Exportmärkte verbleibe nur die Inlandwertschöpfung zurückzufahren.
Trotz schwierigem Geschäftsjahr konnte die Prosus im vergangenen Jahr einen Gewinn von rund 53 000 Franken ausweisen. Nach zehnjähriger Revisionstätigkeit erklärte Lukas Frey, Muri, seinen Rücktritt. Er wird durch Martin Frehner, Rifferswil, ersetzt.
