Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Fachexkursion Agrotourismus der Kantone ZH, TG, AR, SH

Ausgabe Nummer 38 (2016)

Kürzlich trafen rund 30 Teilnehmer zur Agrotourismus Fachexkursion an den Einsteigeorten Weinfelden, Frauenfeld, Winterthur und Affoltern am Albis ein. Diese Einsteigeorte widerspiegeln das Einzugsgebiet, indem die Bildungszentren Strickhof und Arenenberg gemeinsam Ausbildungselemente für Agrotourismus und Direktvermarktung anbieten. So organisiert der Strickhof ZH mit den Landwirtschaftlichen Ämtern SH und AR alle zwei Jahre eine Wintertagung zu aktuellen Themen, wie beispielsweise der Einsatz von sozialen Medien im Lebensmittelbereich. Das BBZ Arenenberg organisiert alternierend dazu alle zwei Jahre eine Agrotourismus- beziehungsweise Direktvermarkter- Fachexkursion.

Dieses Jahr führte die Fachexkursion in das «Luzernische ». Unter dem Titel «grosse und kleine Visionen» war die erste Besuchsdestination beim landwirtschaftlichen Zentrum «Burgrain Wohlhusen» mit dem neuen Namen «Agrovision Burgrain AG». Dabei führte der Betriebsleiter und Hauptinitiator Andi Lieberherr selbst durch den Betrieb, vom Gastrobetrieb mit eigener Holzofenbäckerei bis zum Milchviehbetrieb mit rund 70 Milchkühen im neuen Laufstall mit Weidehaltung. Der Betrieb ist ausgerüstet mit Besichtigungsgalerien, einer eigenen Käserei, der Fleischverarbeitung, einem Informationsstand bei den Bienen oder dem grosszügig ausgelegten Direktvermarkterladen mit rund 600 000.– Franken Umsatz. Ergänzt werden die Besichtigungsmöglichkeiten mit Erlebsnisanlagen für Familien, beispielsweise dem grosszügige Spielplatz oder dem vielgenutzten Trettraktörlipark.
Alles zusammen trägt dazu bei, dass sich die «Agrovision » mit dem landwirtschaftlichen Museum Burgrain als ein sehr attraktiver Besuchs-, Informationsund Einkaufsort im Grossraum Luzern präsentiert. Zudem bilden die Verarbeitungsbetriebe der Agrovision mit der eigenen Biolinie «Regiofair» einen wichtigen Zulieferbetrieb vieler Direktvermarkter und Detailhandelsläden von Bern bis nach Zürich. In Zürich selbst tritt die «Regiofair» mit dem schweizweit einzigartigen und grössten Sandwich im eigenen Laden beim Hauptbahnhof auf.

Zusammenarbeit von Grossbetrieb und kleineren Familienbetriebe
Das Zusammenspiel der AGROVISION mit den umliegenden kleineren Agrotourismusbetrieben funktioniert sehr gut. Dies zeigte der Besuch von zwei weiteren, kleineren aber ebenso engagierten Betrieben.

Der «Buur-Tony» verwendet seine ganze Leidenschaft für den Agrotourismus, zusammen mit seiner Grossfamilie. Die ganze Familie packt bei den Arbeiten an, sei es bei der Betreuung unzählig vieler Tiere oder bei dem raffinierten Maislabyrinth bis hin zum Gastrobetrieb beziehungsweise seiner «Land-Wirtschaft .

Auch «Bauer Fritz» lebt mit seiner Frau und dem Sohn das Agrotourismus-Leben bei schönster Aussicht hoch über dem Sempachersee. Das Vermieten von Ferienwohnungen, wie auch das Bewirten von Gästegruppen, aber auch der Ackerbau oder die Haltung von schottischen Hochlandrindern bilden die wirtschaftliche Grundlage für diesen Betrieb. Eindrücklich dabei die Worte vom Bio-Bauer Fritz: «Vor 15 Jahren kamen 1⁄3 vom Ertrag aus dem Agrotourismus und 2⁄3 von der Landwirtschaft. Heute ist es genau umgekehrt, wobei praktisch eine Vollzeitstelle für die ausführliche und genaue Administration des Agrotourismus eingesetzt werden muss». Eindrücklich auch seine Äusserung: «Wenn ich viele Gäste bewirtet habe, so fahre ich gerne wieder mit dem Traktor zur Feldarbeit um den Kopf etwas auszulüften ». Diese Äusserung sagt eigentlich viel über den Agrotourismus: Es ist harte Arbeit, verlangt immer ein Lächeln an der Front und bedarf einem sehr sorgfältigen rückwärtigen Dienst. In diesem Sinne und vielen neuen Eindrücken kehrten die Fachexkursionsteilnehmer wieder Richtung Ostschweiz zurück.


Bernhard Müller,
Leiter Regionale Entwicklung,
BBZ Arenenberg




























« zurück zur Übersicht