Ausgabe Nummer 10 (2007)

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Fachtagung für Direktvermarkter in Mörschwil

Zu wenig Zeit als zentrales Problem

«Wir haben von vielem zu viel und von etwas zu wenig: zu wenig Zeit.» Wie dieses kostbare Gut besser geplant werden kann, lernten die Teilnehmenden der Fachtagung Direktvermarktung kürzlich von der Fachfrau für Führung und Organisation, Monica Schori, in Mörschwil. Organisiert wurde die Tagung vom Landwirtschaftlichen Zentrum St.Gallen.

Ziel des Vormittags war es, die richtige Methode für die eigene individuelle Situation zu entwickeln. Monica Schori wies darauf hin, dass die Arbeitsmethodik regelmässig überprüft werden müsse. Zudem gelte es, die individuellen Eigenarten, die Infrastruktur, die Organisation im Betrieb, die Menschen im Umfeld, aber auch zufällig erworbene Gewohnheiten als Einflussfaktoren zu berücksichtigen.

«Nein» sagen lernen
Wer sich überlastet fühle, sollte folgende Fragen klären: «Kann ich mich besser organisieren? Was kann ich delegieren oder eliminieren? Wie kann ich meine Einstellung verändern?» Und wenn all das nicht möglich sei, müsse jeder lernen, «Nein» zu sagen.
Von der zur Verfügung stehenden Zeit sollte nur 60 Prozent verplant werden. Ablenken koste Zeit und Pendenzen sollten nicht zu lange aufgeschoben werden. Weitere Zeitfallen sind gemäss Monica Schori mangelnde Organisation, zu wenig oder nicht optimales Material, zu viele Routineaufgaben und operative Hektik. Sie empfahl, den Arbeitstag möglichst am Vorabend zu planen. «Wer täglich acht Minuten plant und vorbereitet, kann eine Stunde Zeit für das Wesentliche gewinnen. »
Eine Tagesplanung nach der «Alpen»- Methode helfe, die Arbeit in den Griff zu bekommen.
A: Aktivitäten und Aufgaben notieren
L: Länge, also Zeitdauer abschätzen
P: Pufferzeiten reservieren
E: Entscheidungen über Prioritäten treffen
N: Nachkontrolle und Unerledigtes auf den nächsten Tag übertragen

Das «Eisenhower»-Prinzip
Eine weitere Möglichkeit, mit der Zeit effizient umzugehen, ist gemäss Schori das «Eisenhower»-Prinzip. Dabei geht es darum, die anstehenden Aufgaben nach Prioritäten zu ordnen. Diese Aufteilung geht auf Dwight D. Eisenhower (1890 bis 1969) zurück. Der General ging davon aus, dass es A-Aufgaben gibt, die sofort und von ihm persönlich zu erledigen sind, B-Aufgaben, welche terminiert oder delegiert werden können. C-Aufgaben, welche problemlos delegiert werden können, und D-Aufgaben, bei denen es keine Rolle spielt, wenn sie nicht erledigt werden. Bei einer praktischen Übung wurde klar, dass Kundenreklamationen Chefsache und damit A-Aufgaben sind. Bestellungen aufgeben, Mitarbeitergespräche führen und Produkte auffüllen gehören zu den BAufgaben. In den Bereich C gehört das Reinigen des Ladens, und ob die Betten gemacht werden oder nicht, spielt grundsätzlich keine Rolle, also D-Aufgabe.

Hofladen und Thurgauer Interessengemeinschaft
Die Tagung wurde auf Eberles Straussenranch durchgeführt. Am Nachmittag wurde ein Teil des Hofs und der hofeigene Laden besichtigt. Dann gings nach Schocherswil, wo Doris Friedli Einblick in ihren Hofladen gab. Die Kopräsidentin der Interessengemeinschaft der Thurgauer Direktvermarktung, Claudia Brenner, stellte diese Organisation vor, und Mathias Roth, Betriebsberater BBZ Arenenberg, wies auf die Wichtigkeit des gemeinsamen Auftritts hin.
Silvia Hohl von der bäuerlich-hauswirtschaftlichen Beratung am Landwirtschaftlichen Zentrum Rheinhof in Salez durfte positive Rückmeldungen entgegennehmen. Die Fachtagung Direktvermarkter soll auch nächstes Jahr mit einem neuen Thema durchgeführt werden.

Adi Lippuner, Haag


Rundgang durch Friedlis Hofladen in Schocherswil.
Rundgang durch Friedlis Hofladen in Schocherswil.