Ausgabe Nummer 15 (2010)

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Fallstudie in einer Bergregion (Vallée de Joux)

Zusammenarbeitspotenzial in der Mechanisierung

 

Die finanzielle Lage erlaubt noch, wenigstens in gewissen Regionen, eine gute landtechnische Ausrüstung. Die Situation im Vallée de Joux (Waadtländer Jura), in der Bergzone II, wurde im Jahr 2006 in einer Diplomarbeit der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft analysiert. Die silofreie Milchproduktion ist in dieser Region von grösster Bedeutung. Der Durchschnittsbetrieb bewirtschaftet zirka 40 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfl äche. Die Betriebe liegen auf einer Höhe von 1000 bis 1100 m über Meer. Wie in allen Juratälern müssen die Betriebe auch hier mit einem rauen Klima zurechtkommen. Ackerbau ist kaum möglich. Mit 1500 bis 1800 mm/m2 hat die Region recht hohe Niederschläge. Längere Schönwetterperioden, welche die Bodentrocknung des Heus ermöglichen würden, sind rar.

 

Hohe Überkapazitäten für das Mähen

Das Ziel der Arbeit war, ein Mechanisierungsinventar aufzunehmen, um die Machbarkeit von verschiedenen Rationalisierungskonzepten prüfen zu können. Mit Hilfe einer Analyse der Klimalage wurden, eher pessimistisch, Schönwetterfenster defi niert, in denen die verschiedenen Futterbauarbeiten überhaupt möglich sind. Das Inventar ermöglichte einen Vergleich zwischen der vorhandenen und der notwendigen Mechanisierung. Der Vergleich wurde über die ganze Region, jedoch nicht für den Einzelbetrieb gemacht. Markant ist die Überkapazität an Mähwerken. Die vorhandenen Kapazitäten überschreiten die notwendigen Kapazitäten um das siebenfache. Bei den Schwadern und Kreiselheuern entspricht die Ausrüstung ungefähr der nötigen Mechanisierung für extreme Situation, wie zum Beispiel im September 2006, als zirka die Hälfte der Futterfl äche in einer Woche geerntet wurde. Bei der Hofdüngermechanisierung ist die Zusammenarbeit bereits grösser. Dies ist auf die teureren Maschinen und die fl exibleren Einsatzzeiten zurückzuführen.

 

Lohnunternehmer oder Maschinengemeinschaft?

Die Lohnarbeiten haben in dieser Region eine kleine Bedeutung. Trotzdem wurde in der Arbeit die Rentabilität einer fi ktiven Lohnunternehmung geprüft. Dazu wurde der Durchschnittsbetrieb in eine Variante integriert, in der alle Hauptarbeiten im Lohn vergeben werden. Besitzt der Landwirt die vollständige Mechanisierung, entstehen ihm Maschinenkosten von jährlich 51 000 Franken. Vergibt er die selben Arbeiten alle an den Lohnunternehmer, kostet ihm das jährlich 41 000 Franken. Zusätzlich zur Kosteneinsparung spart der Landwirt zirka 300 Arbeitsstunden ein. Die Kalkulation basiert auf den ART-Tarifen. Die Kalkulation zeigt jedoch auch auf, dass mit diesen Tarifen unter diesen speziellen Bedingungen eine selbstständige Lohnunternehmung nicht rentabel wäre. Das Lohnunternehmen benötigte enorme Kapazitäten, um auch in extremen Arbeitsspitzen die notwendigen Leistungen garantieren zu können. Wird der fi ktive Durchschnittsbetrieb in eine Maschinengemeinschaft integriert, betragen seine Maschinenkosten jährlich 52 000 Franken. Die Kosten sind damit um 1000 Franken höher als in der selbstständigen Variante, jedoch spart der Landwirt Fallstudie in einer Bergregion (Vallée de Joux) Zusammenarbeitspotenzial in der Mechanisierung Die fi nanzielle Lage erlaubt noch, wenigstens in gewissen Regionen, eine gute landtechnische Ausrüstung. Die Situation im Vallée de Joux (Waadtländer Jura), in der Bergzone II, wurde im Jahr 2006 in einer Diplomarbeit der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft analysiert. Die silofreie Milchproduktion ist in dieser Region von grösster Bedeutung. Der Durchschnittsbetrieb bewirtschaftet zirka 40 Hektaren landwirtschaftliche Nutzfl äche. Die Betriebe liegen auf einer Höhe von 1000 bis 1100 m über Meer. Wie in allen Juratälern müssen die Betriebe auch hier mit einem rauen Klima zurechtkommen. Ackerbau ist kaum möglich. Mit 1500 bis 1800 mm/m2 hat die Region recht hohe Niederschläge. Längere Schönwetterperioden, welche die Bodentrocknung des Heus ermöglichen würden, sind rar. Schwerpunkt 17 zirka 100 Arbeitsstunden ein. Der Hauptvorteil dieser Variante besteht darin, dass dank besserer Auslastung grössere und bessere Maschinen eingesetzt werden können. Finanziell ist der Erfolg dieser Variante davon abhängig, welches Einkommen in der freigestellten Zeit erzielt werden kann.

 

Wo sind die Hürden?

Die Realisierungschancen solcher Projekte sind noch begrenzt. Gerade bei den Futtererntearbeiten sind die Landwirte sehr skeptisch, diese auswärts zu vergeben. Wenn eine Variante gewählt wird, wird der Lohnunternehmer gegenüber der Maschinengemeinschaft bevorzugt. Der Lohnunternehmer kommt mit seinen Maschinen und geht wieder, der Landwirt hat damit nichts zu tun. Viele Bauern haben in der Vergangenheit mit Maschinentausch und -gemeinschaften schlechte Erfahrungen gemacht (Schäden, usw.), und sind daher sehr zurückhaltend gegenüber diesen Möglichkeiten.
Das Gelände ermöglicht eine sehr gute Mechanisierung. Die Landwirte befürchten jedoch, dass sie zum richtigen Zeitpunkt die nötige Maschine nicht zur Verfügung haben. In der Gruyère-AOCProduktionszone setzen die Landwirte eine hohe Priorität auf die Futterqualität. Es scheint, dass sich die Bauern dank der Betriebsstruktur und den Absatzmöglichkeiten (Käsereimilch) einen vollständigen Maschinenpark leisten können. Die Frage ist, wie lange noch?

 

Daniel Kämpf
(Quelle: www.pöttinger.at)