Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
19. Oktober 2018


Feldbau

Ausgabe Nummer 24 (2014)

Kartoffeln
Das heisse Wetter hat die Ausbreitung der Krautund Knollenfäule verzögert. Aus dem Kanton Thurgau und dem angrenzenden Gebiet wurden keine weiteren Krautfäuleherde gemeldet. Lokale Gewitter und Niederschläge erhöhen aber das Infektionsrisiko wieder und es kann zu neuen Befallsherden führen. Entsprechend sind die Bestände sorgfältig zu kontrollieren. Auf einen lückenlosen Fungizidschutz achten. Behandlungen vor Niederschlägen können mit einem Kontaktfungizid gemacht werden. Bei ungenügend geschützten Beständen nach einem Regen oder zu langem Spritzabstand ein teilsystemisches Mittel verwenden. Nach Blühbeginn keine systemischen Mittel mehr einsetzen. Bitte allfällige Krautfäule weiterhin melden.
Die Kartoffelkäfer haben ihre Entwicklung begonnen. Man beobachtet Eiablagen und erste kleine Larven. Die Bekämpfungsschwelle liegt bei mehr als 30 Prozent der Pflanzen mit Larven oder/und Eigelegen, beziehungsweise ein bis zwei Befallsnestern pro Are. Sobald die Schwelle erreicht ist und die Larven noch klein sind (bis 5 mm) können die Häutungshemmer Nomolt, Rimon oder Nova 100, das Bakterienpräparat Novodor 3 FC oder das Mittel Audienz (auch gegen grössere Larven und Käfer wirksam) eingesetzt werden. Im ÖLN braucht es dafür keine Sonderbewilligung.

Vorerntekontrolle in Gerste
Mit einer Abschlusskontrolle kann jetzt in der Gerste die Bestandesführung überprüft werden. Die während der Saison durchgeführten Pflanzenschutzmassnahmen können auf ihre Wirkung beurteilt werden. Zum Beispiel: Hat die Behandlung gegen Ramularia/Sprenkelnekrosen die Erwartungen erfüllt? Im Vorteil ist, wer unbehandelte Spritzfenster angelegt hat. Die Wirkung einer Massnahme kann im Vergleich zum Spritzfenster abgeschätzt werden. Es lohnt sich auch die Verunkrautung (insbesondere Wurzelunkräuter) zu beurteilen, um nach der Ernte oder in der Folgekultur gezielt entsprechende Massnahmen durchführen zu können. Die Abschlusskontrollen können wichtige Hinweise bezüglich Sortenwahl und Anbauverfahren für die kommende Saison geben.

Erdmandelgras rechtzeitig erkennen
Das einjährige Erdmandelgras überdauert und vermehrt sich mit Rhizomknöllchen, die jetzt im Boden gebildet werden. Solange noch kein grosser Vorrat an Knöllchen vorhanden ist, sind die Aussichten für eine erfolgreiche Bekämpfung des Ungrases besser. Es ist deshalb wichtig, die ersten Pflanzen auf einer Parzelle zu erkennen. Das Erdmandelgras bildet ab Juni bis in den Herbst hinein neue Rhizomknöllchen. Diese werden dann mit Erde oder Ernterückständen innerhalb des Feldes und von Feld zu Feld verteilt. Jetzt bietet sich noch die letzte Gelegenheit, vor der grossen Knöllchenbildung Erdmandelgras, zum Beispiel im Mais zu bekämpfen. Befall(sverdacht) bitte der Pflanzenschutzstelle melden und Beratung anfordern.


BBZ Arenenberg,
Pflanzenschutzdienst,
Telefon 071 663 31 40,
Hermann Brenner










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