Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Feldbau

Ausgabe Nummer 26 (2014)

Kartoffeln
Temperaturen über 30 ºC und die Trockenheit haben in einigen Feldern bei einzelnen Pflanzen zu Welkeerscheinungen durch Colletotrichum- oder Verticillium- Pilze geführt. Massnahmen dagegen sind keine möglich. Ebenso profitierte die Dürrfleckenkrankheit Alternaria von der Witterung, während die Krautfäule gebremst wurde. Jetzt darauf achten, dass der Fungizidschutz immer rechtzeitig (das heisst alle 10 bis 14 Tage) erneuert wird, beziehungsweise nach Starkregen (Gewitter) mit > 30 mm Regen. Bei der Wahl der Fungizide gegen Krautfäule auf Alternariawirkung achten (vergleiche Broschüre «Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2014», Seiten 14 und 15). Die erste Welle der Kartoffelkäfer ist am Abklingen. Wo nötig wurden die Larven bekämpft. Gegenwärtig findet man in der Regel nur wenige Käfer und Eiablagen. Sobald wieder eine Zunahme festgestellt wird, können bei Überschreiten der Bekämpfungsschwelle (mehr als 30 Prozent der Pflanzen mit Larven oder Eigelege oder mehr als zwei grössere Befallsnester pro Are) die beiden Häutungshemmer Nomolt oder Rimon, das Bakterienpräparat Novodor oder das Mittel Audienz (auch gegen grössere Larven und Käfer wirksam) eingesetzt werden. Im ÖLN braucht es dafür keine Sonderbewilligung.
Die Präsenz von Marienkäfern in den Kartoffeln deutet auf Blattläuse hin. Das Auftreten der Blattläuse ist je nach Feld sehr unterschiedlich. Empfindliche Sorten wie Annabelle, Charlotte und Lady Claire können eher besiedelt sein. Die Bekämpfungsschwelle von 10 Blattläusen pro Fiederblatt (= 1 Blattlaus pro Einzelblatt, siehe Grafik) ist sehr tief angesetzt. Die Blattläuse halten sich am Anfang eher am Feldrand auf, bis sie sich später ins Feldinnere verteilen. Es ist deshalb wichtig für die Bestimmung des Besatzes, mehrere Stellen sowohl am Feldrand als auch im Feldinnern auszuzählen und den Durchschnitt zu berechnen. Probenumfang: 10 Fiederblätter (= 100 Einzelblätter). Bei Überschreiten der Bekämpfungsschwelle ist im ÖLN eine Sonderbewilligung zu beantragen.

Nach der Ernte Bodenproben einplanen
Bodenanalysen sind die Grundlage für eine pflanzen- und umweltgerechte Düngung. Für die Probenahme wird der Zeitraum nach der Ernte bis zur Düngung der nachfolgenden Kultur empfohlen, vorzugsweise stets an der gleichen Stelle in der Fruchtfolge. Somit ist nach der Getreideernte ein idealer Zeitpunkt, der für die Aktualisierung von Bodenproben genutzt werden kann.
Im ökologischen Leistungsnachweis (ÖLN) sind auf allen Bewirtschaftungsparzellen, grösser als 30 Aren, mindestens alle zehn Jahre Bodenuntersuchungen durchzuführen. Davon ausgenommen sind Flächen mit Düngeverbot (zum Beispiel extensive Wiesen), wenig intensiv genutzte Wiesen und Dauerweiden. Die Analysen müssen durch ein zugelassenes Labor nach anerkannten Methoden ausgeführt werden. Bei kalkhaltigen Böden (Kalktest positiv oder pH > 6,8) ist im Acker- und Futterbau die CO2-Analyse empfohlen. Aus der Region Ostschweiz ist das Bodenlabor des BBZ Arenenberg auf der Laborliste. Die Thurgauer Bodenprobenaktion wird dieses Jahr in der Region E (Scherzingen – Sulgen – Horn) angeboten.


BBZ Arenenberg,
Pflanzenschutzdienst,
Telefon 071 663 31 40,
Hermann Brenner










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