Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Feldbau

Ausgabe Nummer 27 (2014)

Zuckerrüben
Bei günstigen Bedingungen (feucht und warm) breiten sich die Cercospora-Blattflecken vom Feldrand ins Feldinnere aus, häufig beginnend angrenzend an letztjährige Rübenparzellen, beziehnungsweise Rübenhaufen. Parzellen, die regelmässig Befall aufweisen, sind jetzt an diesen Stellen zu kontrollieren. Die Symptome nicht mit den bakteriellen Blattflecken verwechseln. Nicht vorbeugend spritzen, sondern die Fungizide erst nach Erscheinen der ersten Symptome ausbringen, um eine langanhaltende Wirkung zu erzielen. Bekämpfungsschwelle: 1 bis 2 schwach befallene Pflanzen (erste Flecken) pro Are. Damit kann unter Umständen eine Behandlung eingespart und der Förderung allfälliger Resistenzen entgegengewirkt werden.
Es ist äusserst wichtig, die Schosserrüben, die da und dort erscheinen, auszureissen. Vor der Blüte kann man sie knicken und im Feld liegen lassen. Später müssen die Pflanzen mit grossem Aufwand aus dem Feld getragen und entsorgt werden. Da dies nicht überall konsequent passiert, führt es zu Wildrüben in anderen Kulturen, die dann in den Zuckerrüben zum Problemunkraut werden.

Vorgehen bei der Stoppelbearbeitung
Die Getreideernte hat begonnen. Eine rechtzeitige flache Stoppelbearbeitung ist wichtig für die Verrottung der Ernterückstände, die indirekte Bekämpfung bodenbürtiger Krankheiten und zur Verhinderung von Durchwuchs in der Nachkultur. Wenn aufgrund der Verunkrautung mit Disteln, Winden, Quecken, usw. eine Sanierung der Parzelle mit Glyphosate- Mitteln ansteht, muss das Stoppelfeld unbearbeitet belassen werden, bis die Unkräuter für eine erfolgreiche Bekämpfung genügend Blattmasse entwickelt haben. Nach Getreide ist es zweckmässig, sofort nach der Ernte mit der Scheibenegge oder dem Flügelschargrubber eine oberflächliche Bodenbearbeitung durchzuführen (zirka 5 bis 8 cm tief). Dadurch wird ein Teil des Ausfallgetreides zum Keimen gebracht. Zusätzlich werden die wasserführenden Poren unterbrochen, was eine geringere Verdunstung zur Folge hat. Mit dem zweiten Durchgang oder mit der Sattbettbereitung für die nächste Kultur werden die aufgelaufenen Pflanzen vernichtet. Nach der Rapsernte Ausfallkörner auflaufen lassen und nicht sofort den Boden bearbeiten. In unbearbeiteten Rapsfeldern können die ausgefallenen Rapskörner an der Bodenoberfläche gut ankeimen. Damit wird verhindert, dass später Raps als Unkraut in den Folgekulturen auftritt. Werden hingegen die Rapssamen in den Boden eingearbeitet, keimen sie zwar nicht, bleiben aber mehrere Jahre keimfähig. Und sobald die Samen im nächsten oder übernächsten Jahr wieder an die Bodenoberfläche befördert werden, können sie beispielsweise in Zuckerrüben als Unkraut auflaufen.

Schonende Bodenbearbeitung, REB-Beiträge
Das BLW hat präzisiert, wie bei der schonenden Bodenbearbeitung die Ansaat der Zwischenkultur erfolgen muss, damit die nachfolgende Hauptkultur in den Genuss von Ressourceneffizienzbeiträgen (REB) kommt. Wird eine Zwischenkultur angelegt, darf das Ansaatverfahren von demjenigen der beitragsberechtigten Hauptkultur abweichen, nicht aber die Bearbeitungstiefe. Es muss gemäss einem der in der DZV Art. 79 festgelegten Verfahren (Direktsaat, Streifensaat oder Mulchsaat ) erfolgen. Bei einem Beitrag für Direkt- oder Streifensaat darf folglich die vorgängige Zwischenkultur mit Mulchsaat angebaut werden, vorausgesetzt die Tiefenbeschränkung von 10 cm wird auch bei der Ansaat der Zwischenkultur eingehalten.
Mehr Information dazu auf der BLW-Hompage (www.blw.admin.ch/themen/00006/01720/01722/ index.html?lang=de).


BBZ Arenenberg,
Pflanzenschutzdienst,
Telefon 071 663 31 40,
Hermann Brenner










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