Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Feldbau

Ausgabe Nummer 18 (2015)

Wintergerste
Allgemein ist der Krankheitsdruck auf tiefem Niveau. Die erfolgten (und noch zu erwartenden) Niederschläge werden noch zu einem Anstieg des Befalls mit Netzflecken und Rhynchosporium-Blattflecken führen. Eine Behandlung ist im Zeitraum Fahnenblatt entfaltet (DC 39) bis Fahnenblattscheide geschwollen (DC 45) vorzusehen, wenn die Bekämpfungsschwelle von 15 bis 25 Prozent befallene Blätter für Blattflecken und 25 bis 50 Prozent für Mehltau erreicht werden. Bei dichten Beständen und Lagerrisiko kann dem Fungizid 1 l/ha Ethephon, Cerone oder Dartilon beigemischt werden, um noch das oberste Internodium etwas zu verkürzen und das «Ährenknicken » zu verhindern. Das Risiko für Sprenkelnekrosen (PLS-Flecken) steigt, wenn nach kühlen, nassen Bedingungen sonniges, warmes Wetter folgt. Bezüglich Wirkung der Fungizide auf Sprenkelnekrose siehe Broschüre «Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2015», Seite 10.

Winterweizen
Die Bestände erreichen mehrheitlich das Stadium DC 32, frühe Saaten DC 37. Zurzeit sind wenig Krankheiten vorhanden. Bei unseren Beobachtungen haben wir etwas Mehltau, Braunrost und Septoria gefunden (auf Triticale auch Gelbrost). Nach dem Gelbrostjahr 2014 und den gemachten Erfahrungen ist es angezeigt, bei Auftreten von Gelbrost (streifenförmige Pusteln auf dem Blatt, später gelbe Befallsherde) sofort zu behandeln. Der Pilz hat bei 10 bis 15 °C und Nässe optimale Bedingungen. Dichte Bestände können jetzt mit Medax Top, Moddus, Trinexx Top und Metro im Längenwachstum gebremst werden. Dabei ist vor allem auf wüchsige Witterungsbedingungen vor, während und nach der Behandlung zu achten. Mindesttemperaturen über 10 °C sind für eine gute Wirkung nötig. Diese Wachstumsregulatoren sind nicht mischbar mit Herbiziden. Wird nach der Anwendung eines Wachstumsreglers noch ein Herbizid gegen Spätverunkrautung nötig, ist einige Tage Abstand zu halten. Die in einigen Beständen stärker auftretenden Klebern können bis zum Entfalten des Fahnenblattes mit den Spezialmitteln Hoestar, Primus, Starane 180, Tomigan oder einem Herbizid mit dem Wirkstoff Fluroxypyr bekämpft werden. Erste Eiablagen des Getreidehähnchen sind vorhanden. Die Kontrolle muss ab Entfalten des Fahnenblattes aufgenommen werden. Regen und natürliche Feinde können die Eier noch dezimieren. Bis 3 mm grosse Larven mit Insektenwachstumsreglern bekämpfen. Neu benötigt Audienz (Wirkung auf Larven und Käfer) im ÖLN keine Sonderbewilligung mehr.

Maikäfer
Die Maikäfer sind seit dem 22. April am Ausfliegen. Aufgrund des Wetters wird der Ausflug etwas verzettelt erfolgen. Es ist zu erwarten, dass nach der Abkühlung dieser Woche am nächsten warmen Abend die ersten Weibchen zur Eiablage ins Feld zurückkehren. Dies bedeutet, dass vor dem nächsten warmen Abend die Hagelnetze geschlossen, beziehungsweise die Bodennetze ausgelegt sein müssen, voraussichtlich Ende dieser bis Anfang nächster Woche. Je nach Standort kann es einige Tage Unterschiede geben. Eigene Beobachtungen über den Rückflug der Weibchen sind deshalb sehr wichtig, damit der Zeitpunkt optimal bestimmt werden kann.


BBZ Arenenberg,
Pflanzenschutzdienst,
Hermann Brenner,
Telefon 071/663 31 40










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