Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
6. September 2019


Feldbau

Ausgabe Nummer 23 (2019)

Winterweizen

Die Bestände befinden sich mehrheitlich zwischen den Stadien DC 59 und 69 (Ähre vollständig geschoben bis Ende der Blüte). Blattkrankheiten und Getreidehähnchen können bis Blühbeginn (DC 61) bekämpft werden. Die Abschlussbehandlungen sollten nun erfolgt sein. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist nach Blühbeginn nur noch gegen Ährenfusarien und Blattläuse möglich. Das Schadensrisiko für Ährenfusarien ist von der Vorkultur, der Bodenbearbeitung, den Sorteneigenschaften und von der Witterung während der Blüte abhängig. Für die Infektion förderlich ist Mais im pfluglosen Anbau als Vorfrucht in Verbindung mit einer mittleren bis schwachen Sortenresistenz des Weizens und feuchter Witterung während der Blüte. Die Bekämpfung von Ährenfusarien muss bis Ende Blüte (DC 69) vorbeugend erfolgen. Oftmals weisen die Mittel auch gute Wirkungen gegen Blattkrankheiten wie Rostpilze, Mehltau und Septoria auf.
Für das Getreidehähnchen herrschten in der vergangenen Woche ideale Bedingungen. Die Bekämpfung ist nur bis Blühbeginn (DC 61) möglich. Vereinzelt können ab der Vollblüte auch Blattläuse zum Problem werden. Das ist der Fall, wenn es zu einer Massenvermehrung kommt und natürliche Räuber fehlen. Damit die Bekämpfungsschwelle erreicht ist, müssen 10 × 5 Ähren im Feld gesammelt werden, und 60 % dieser Ähren müssen befallen sein. Für den Einsatz gegen Blattläuse braucht es eine Sonderbewilligung. Die Informationen über die zugelassenen Pflanzenschutzmittel finden Sie im Heft Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2019. Für die Bekämpfung von Ährenfusarien konsultieren Sie bitte die Seite 17.

Kartoffeln
Die Kartoffeln entwickeln sich allgemein gut. Erste Bestände der Normalkulturen haben die Reihen geschlossen. Zu diesem Zeitpunkt ist eine Fungizidbehandlung gegen Krautfäule in allen Regionen empfohlen. Im Unterthurgau und den angrenzenden Gebieten der Kantone Zürich und Schaffhausen stellte man weitere Krautfäuleinfektionen fest. Westlich der Achse Kreuzlingen–Berg–Sulgen muss der Schutz daher unbedingt aufrechtgehalten werden. Wenn nur mit Kontaktmitteln gearbeitet wird, sind die Applikationen nach Regengüssen zu wiederholen. Bitte melden Sie neuen Befall direkt an den Pflanzenschutzdienst oder an Frau Musa von Agroscope, Tel. 058 468 72 39. Auf der Webseite www.phytopre.ch können die Infektionsbedingungen und die aktuelle Befallslage jederzeit abgerufen werden.
Der Einflug des Kartoffelkäfers hat begonnen. Wir konnten bereits erste Exemplare sichten. Für die Kontrolle werden 10 × 5 Pflanzen kontrolliert. Die Bekämpfungsschwelle ist erreicht, sobald auf 30 % der Pflanzen Larven oder Eiablagen oder 1 bis 2 Herde pro Are festgestellt werden. Die zugelassenen Mittel finden Sie auf Seite 21 im Heft Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2019.

Zuckerrüben
Die Rübenkulturen sind in den letzten Wochen gut gewachsen und befinden sich verbreitet im 6- bis 10- Blatt-Stadium (bis DC 19). Vereinzelt schliessen sich die Reihen (DC 35). Durch den kühlen Mai und die ungünstigen Wachstumsbedingungen im April sind die Bestände in der Entwicklung aber zurück. Bei einzelnen Beständen konnten wir Befall mit schwarzen Blattläusen feststellen. In der Regel werden die Blattläuse durch Nützlinge in Schach gehalten, und nur in seltenen Fällen ist die Bekämpfungsschwelle erreicht. Sie wird überschritten, wenn im 6- bis 10- Blattstadium (bis DC 19) 80 % der Rüben deutlich befallen sind. Für die Kontrolle werden 10 × 5 Pflanzen über das Feld kontrolliert. Eine sorgfältige Kontrolle ist nötig. Eine Behandlung bis ins 10-Blatt-Stadium ist mit Primicarb ohne Sonderbewilligung erlaubt. Entsprechende Hinweise finden Sie auf Seite 24 im Heft Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2019.


BBZ Arenenberg
Florian Sandrini Pflanzenschutzdienst
Tel. 058 345 85 17
















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