Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Feldbau: Problemunkräuter in BFF

Ausgabe Nummer 19 (2015)

BFF oder Biodiversitätsförderflächen (früher «ökologische Ausgleichsflächen» genannt) gibt es viele (zum Beispiel extensive Wiese, Bunt- und Rotationsbrache, Ackerschonstreifen, Ackersaum). Zur Bewirtschaftung der BFF gehört die regelmässige Pflege. In den BFF können sich Wurzelunkräuter (Disteln, Blacken) in einem Jahr sehr stark ausbreiten, wenn nichts dagegen unternommen wird. Aus Einzelpflanzen entstehen dann in Kürze grössere verseuchte Stellen. Flächenbehandlungen mit Herbiziden sind nicht erlaubt. Es bleibt nur der Einsatz von Herbiziden im Einzelstockverfahren. Eine Chance, die Wurzelunkräuter in den Griff zu bekommen, hat man nur, wenn vom ersten Auftreten an die Problemunkräuter regelmässig bekämpft werden. Es bleibt eine Daueraufgabe. Nester von Ackerkratzdisteln können mit Lontrel 100, Clio 100, Alopex, Picobello, einem Glyphosate-Produkt und neu Simplex einzelpflanzenweise behandelt werden. Die Disteln sollten mindestens 20 cm gross sein. Zur Blackenbekämpfung sind die Glyphosate-Produkte, Picobello, Ally Tabs und Simplex bewilligt. Nähere Angaben zu Einsatz und Auflagen der Mittel siehe Broschüre «Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2015», Seite 86.

Mais/Sonnenblumen
Die Sonnenblumen- und Maisfelder laufen zügig auf. Die durchnässten Böden begünstigen die Schnecken. Die Felder kontrollieren und gegebenenfalls Schneckenkörner streuen.
Um Schäden zu vermeiden, beim Mais mit der Unkrautbekämpfung ein paar Tage zuwarten, bis er sich von den starken Niederschlägen wieder erholt hat und eine genügend dicke Wachsschicht auf den Blättern aufgebaut hat. Insbesondere beim Einsatz von Sulfonylharnstoffen dürfen die Pflanzen nicht gestresst sein (zum Beispiel Nässe). Die gegenwärtig feuchten Bodenbedingungen verbessern die Wirkung der Mittel, die vor allem über den Boden, beziehungsweise die Wurzeln wirken. Eine Übersicht über Einsatzzeitpunkt der Mittel und Hauptwirkung (über Blatt oder Wurzel) finden Sie in der Broschüre «Pflanzenschutzmittel im Feldbau 2015», Seite 71.

Maikäfer
Bisher haben wir allgemein einen mässigen Maikäferflug festgestellt. Trotzdem sollten die Bodennetze jetzt ausgelegt, beziehungsweise die Hagelnetze und Seitennetze der Obstanlagen geschlossen sein. Der Eiablageflug der Maikäferweibchen wird bei der aktuell wechselhaften Witterung über eine längere Zeit anhalten. Grundsätzlich ist die Einschätzung schwierig und der Flug wird je nach Ort unterschiedlich sein. Falls Sie lokal Standorte mit einem starken Maikäferflug beobachten, sind wir über eine Mitteilung per E-Mail an hermann.brenner@tg.ch oder Telefon 071 663 31 40 dankbar.


BBZ Arenenberg,
Pflanzenschutzdienst,
Hermann Brenner,
Telefon 071 663 31 40







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