Ausgabe Nummer 32 (2007)
Feuerbrand bleibt weiterhin infektiös
Vor der Ernte sind Obstanlagen unbedingt nochmals auf Feuerbrand zu kontrollieren.
Gegenwärtig treten besonders bei Birnen Schäden auf, welche kaum durch Blüteninfektionen
verursacht wurden und wo vor drei Wochen noch nichts sichtbar war. Auch
bei den Hochstämmen treten an Birnbäumen, welche bisher keinen sichtbaren Befall
zeigten, frische Symptome auf.
Feuerbrand
Noch nicht in allen Obstanlagen und bei vielen Hochstämmen ist es betreffend Feuerbrand ruhiger. Gerade bei Birnen sind in den letzten Tagen frische Symptome aufgetaucht. Teilweise an Bäumen, welche bereits zweimal kontrolliert wurden. Hochstammbesitzer, welche Neubefall feststellen, sollen dies bitte dem örtlichen Hochstammkontrolleur melden! Wichtig ist die vollständige Entfernung aller Befallsstellen vor der Ernte. Leider können wir nicht allen Betriebsleitern ein gutes Zeugnis betreffend die Ausführung der Arbeiten ausstellen. Da und dort muss man sich fragen, ob überhaupt ein Interesse besteht, die Bäume zu retten. Dies gilt aber auch für viele Hochstammbesitzer. Es muss allen bewusst sein, das «ein bisschen zurückschneiden» eben nichts nützt. Nur sauber ausgeschnittene Bäume haben eine Chance! Wer das nicht begreift, rodet seine Bäume besser, denn diese können andere Bäume erneut anstecken. Dies gilt für Nieder- plus Hochstammbäume. Gegenwärtig steht die Frage immer im Raum, ob nicht noch geerntet werden kann. Es gilt zu bedenken, dass Hagel, Wind, Regen, bis zur Ernte der Spätsorten noch beträchtlichen Schaden anrichten können.Wir haben deshalb weiterhin die Devise, mit Kreuz gekennzeichnete Bäume möglichst schnell zu roden.Wichtig ist auch, das befallenes Material weiterhin aus den Bäumen herauskommt.Also nicht an Haufen liegen lassen oder in die Fahrgassen werfen. Verbrennen oder bei kleineren Mengen der Kehrichtabfuhr (nicht Grünabfuhr) mitgeben. Beim Verbrennen darauf achten, dass keine Fremdmaterialien (Plastik, Pneus usw.) mitverbrannt werden.
Auslichtungsschnitt und Sonnenbrand in Obstanlagen
Aufgrund der oben erwähnten Situation ist es nicht ganz unproblematisch, den Auslichtungsschnitt zur Qualitätsverbesserung jetzt durchzuführen. Wenn überhaupt, empfehlen wir Triebe, welche nicht benötigt werden, herauszureissen und nicht zu schneiden. Betreffend Sonnenbrand ist es wichtig, dass nicht zu stark ausgelichtet wird. Möglichst zu vermeiden sind Spritzungen mit metallischen Spurenelementen (Eisen, Kalzium), Schwefel oder Mischungen mit mehreren Mischpartnern.
Abschlussbehandlungen
Schorf ist dieses Jahr recht glimpflich verlaufen, trotzdem finden sich bei wenig behandelten Bäumen Schorfflecken. Mehltau und Fruchtmonilia treten hingegen sehr stark auf. Dies ist nicht nur auf die günstigen Infektionsbedingungen zurückzuführen. Ebenso trägt die etwas lasche Bekämpfungsintensität zu diesem Umstand bei. Befallene Mehltautriebe müssen weggeschnitten werden. Die Bekämpfung alleine mit Fungiziden reicht meistens nicht für eine genügende Unterdrückung des Pilzes. Fruchtmonilia sollte dieses Jahr ebenfalls in die Abschlussbehandlungen integriert werden.
Mit den regelmässigen Niederschlägen herrschten für Lagerkrankheiten ideale Infektionsbedingungen. Dies äussert sich auch darin, das der Obstbaumkrebs sowie Nectria und Gloeosporiumpilze in den Obstanlagen bereits jetzt am Holz häufig zu finden sind. In dieser Situation sollten unter Einhaltung der Wartefristen (3 Wochen) Abschlussbehandlungen gegen Lagerpilze durchgeführt werden. Für frühe Sorten wäre es jetzt bereits die letzte Behandlung. Captan, Folpet oder 1 mal Flint (breites Spektrum) eventuell in Kombination mit einem Wirkstoff gegen Fruchtmonilia, sind die Möglichkeiten. Euparen M darf bis Ende Jahr vorerst nicht mehr eingesetzt werden. Für Spätsorten Behandlung alle 14 Tage wiederholen.
Um Spritzflecken zu vermeiden, nur trockene Bäume behandeln, max. mit 400 l/ha applizieren und bei Captan und Folpet, nicht aber bei Flint, Netzmittel zusetzen. Flint auch nicht mit Calciumchlorid mischen.
Calciumbehandlungen gegen Stippe
Calciumchlorid (1 Prozent mit 1000 l Wasser / ha) ist auch heute noch die günstigste Variante, um Stippe am Erntegut zu minimieren. Ebenfalls geeignet sind Calshine, Wuxal Suspension Ca, Aminocal, Foliomaag, Sinphos Ka. und weitere Präparate. Diese Produkte weisen unterschiedliche Ca-Gehalte auf. Die Empfehlungen auf den Packungen sollten daher berücksichtigt werden. Achtung Sonnenbrandgefahr: alle Präparate nicht bei starker Sonneneinstrahlung einsetzen oder direkt nach dem Auslichtungsriss. Das Produkt Calshine ist als Chelat formuliert. Die Aufnahme des Ca wird dadurch verbessert.
Kirschenbäume gesund erhalten
Wer seine Kirschen nach der Ernte schneidet, dabei grobe Äste auf Zapfen von 15 bis 20 cm setzt, zu grosse Äste herausreisst statt schneidet, betreibt vorbeugenden Pflanzenschutz.
Dazu gehört auch eine Nacherntebehandlung mit Kupfer (im Rahmen der Gesamtkupfermenge) gegen Pseudomonasinfektionen und Schrotschuss. Gleichzeitig muss über die Düngung diskutiert werden. Jungbäume wachsen im Herbst nochmals sehr stark. Bäume im Ertrag auf schwachwachsenden Unterlagen Gisela 5 oder 6,Weiroot 72 oder 53 oder Edabrize sind für eine genügende Stickstoffversorgung eventuell ergänzt durch Mangan und Magnesium dankbar. Da das Blatt noch aktiv ist, kann mit 1 bis 3 Harnstoffspritzungen (3 Prozent mit 1000 l Wasser/ha) im Abstand von 2 bis 3 Wochen die Einlagerung in den Holzkörper verbessert werden. Die Aufnahme des Harnstoffes ist bei hoher Luftfeuchtigkeit am grössten.
Monilia bei Zwetschgen behandeln
Die regelmässigen Niederschläge haben optimale Infektionsbedingungen für Moniliapilze geschaffen. Verstärkt wird dieser Effekt durch Insektenfrass. Da Zwetschgen heute teilweise auch gelagert werden, werden Abschlussbehandlungen gegen Monilia immer wichtiger. Nicht behandelte Früchte weisen am Lager bereits nach zwei bis drei Tagen einen hohen Befallsgrad auf. Das Mittel Teldor (1,6 kg/ha nicht unterschreiten) kann in nicht gedeckten Anlagen bis zehn Tage vor der Ernte appliziert werden. Rovral oder Alto 100 haben eine Wartefrist von 21 Tagen.
BBZ Arenenberg, Urs Müller
Feuerbrand
Noch nicht in allen Obstanlagen und bei vielen Hochstämmen ist es betreffend Feuerbrand ruhiger. Gerade bei Birnen sind in den letzten Tagen frische Symptome aufgetaucht. Teilweise an Bäumen, welche bereits zweimal kontrolliert wurden. Hochstammbesitzer, welche Neubefall feststellen, sollen dies bitte dem örtlichen Hochstammkontrolleur melden! Wichtig ist die vollständige Entfernung aller Befallsstellen vor der Ernte. Leider können wir nicht allen Betriebsleitern ein gutes Zeugnis betreffend die Ausführung der Arbeiten ausstellen. Da und dort muss man sich fragen, ob überhaupt ein Interesse besteht, die Bäume zu retten. Dies gilt aber auch für viele Hochstammbesitzer. Es muss allen bewusst sein, das «ein bisschen zurückschneiden» eben nichts nützt. Nur sauber ausgeschnittene Bäume haben eine Chance! Wer das nicht begreift, rodet seine Bäume besser, denn diese können andere Bäume erneut anstecken. Dies gilt für Nieder- plus Hochstammbäume. Gegenwärtig steht die Frage immer im Raum, ob nicht noch geerntet werden kann. Es gilt zu bedenken, dass Hagel, Wind, Regen, bis zur Ernte der Spätsorten noch beträchtlichen Schaden anrichten können.Wir haben deshalb weiterhin die Devise, mit Kreuz gekennzeichnete Bäume möglichst schnell zu roden.Wichtig ist auch, das befallenes Material weiterhin aus den Bäumen herauskommt.Also nicht an Haufen liegen lassen oder in die Fahrgassen werfen. Verbrennen oder bei kleineren Mengen der Kehrichtabfuhr (nicht Grünabfuhr) mitgeben. Beim Verbrennen darauf achten, dass keine Fremdmaterialien (Plastik, Pneus usw.) mitverbrannt werden.
Auslichtungsschnitt und Sonnenbrand in Obstanlagen
Aufgrund der oben erwähnten Situation ist es nicht ganz unproblematisch, den Auslichtungsschnitt zur Qualitätsverbesserung jetzt durchzuführen. Wenn überhaupt, empfehlen wir Triebe, welche nicht benötigt werden, herauszureissen und nicht zu schneiden. Betreffend Sonnenbrand ist es wichtig, dass nicht zu stark ausgelichtet wird. Möglichst zu vermeiden sind Spritzungen mit metallischen Spurenelementen (Eisen, Kalzium), Schwefel oder Mischungen mit mehreren Mischpartnern.
Abschlussbehandlungen
Schorf ist dieses Jahr recht glimpflich verlaufen, trotzdem finden sich bei wenig behandelten Bäumen Schorfflecken. Mehltau und Fruchtmonilia treten hingegen sehr stark auf. Dies ist nicht nur auf die günstigen Infektionsbedingungen zurückzuführen. Ebenso trägt die etwas lasche Bekämpfungsintensität zu diesem Umstand bei. Befallene Mehltautriebe müssen weggeschnitten werden. Die Bekämpfung alleine mit Fungiziden reicht meistens nicht für eine genügende Unterdrückung des Pilzes. Fruchtmonilia sollte dieses Jahr ebenfalls in die Abschlussbehandlungen integriert werden.
Mit den regelmässigen Niederschlägen herrschten für Lagerkrankheiten ideale Infektionsbedingungen. Dies äussert sich auch darin, das der Obstbaumkrebs sowie Nectria und Gloeosporiumpilze in den Obstanlagen bereits jetzt am Holz häufig zu finden sind. In dieser Situation sollten unter Einhaltung der Wartefristen (3 Wochen) Abschlussbehandlungen gegen Lagerpilze durchgeführt werden. Für frühe Sorten wäre es jetzt bereits die letzte Behandlung. Captan, Folpet oder 1 mal Flint (breites Spektrum) eventuell in Kombination mit einem Wirkstoff gegen Fruchtmonilia, sind die Möglichkeiten. Euparen M darf bis Ende Jahr vorerst nicht mehr eingesetzt werden. Für Spätsorten Behandlung alle 14 Tage wiederholen.
Um Spritzflecken zu vermeiden, nur trockene Bäume behandeln, max. mit 400 l/ha applizieren und bei Captan und Folpet, nicht aber bei Flint, Netzmittel zusetzen. Flint auch nicht mit Calciumchlorid mischen.
Calciumbehandlungen gegen Stippe
Calciumchlorid (1 Prozent mit 1000 l Wasser / ha) ist auch heute noch die günstigste Variante, um Stippe am Erntegut zu minimieren. Ebenfalls geeignet sind Calshine, Wuxal Suspension Ca, Aminocal, Foliomaag, Sinphos Ka. und weitere Präparate. Diese Produkte weisen unterschiedliche Ca-Gehalte auf. Die Empfehlungen auf den Packungen sollten daher berücksichtigt werden. Achtung Sonnenbrandgefahr: alle Präparate nicht bei starker Sonneneinstrahlung einsetzen oder direkt nach dem Auslichtungsriss. Das Produkt Calshine ist als Chelat formuliert. Die Aufnahme des Ca wird dadurch verbessert.
Kirschenbäume gesund erhalten
Wer seine Kirschen nach der Ernte schneidet, dabei grobe Äste auf Zapfen von 15 bis 20 cm setzt, zu grosse Äste herausreisst statt schneidet, betreibt vorbeugenden Pflanzenschutz.
Dazu gehört auch eine Nacherntebehandlung mit Kupfer (im Rahmen der Gesamtkupfermenge) gegen Pseudomonasinfektionen und Schrotschuss. Gleichzeitig muss über die Düngung diskutiert werden. Jungbäume wachsen im Herbst nochmals sehr stark. Bäume im Ertrag auf schwachwachsenden Unterlagen Gisela 5 oder 6,Weiroot 72 oder 53 oder Edabrize sind für eine genügende Stickstoffversorgung eventuell ergänzt durch Mangan und Magnesium dankbar. Da das Blatt noch aktiv ist, kann mit 1 bis 3 Harnstoffspritzungen (3 Prozent mit 1000 l Wasser/ha) im Abstand von 2 bis 3 Wochen die Einlagerung in den Holzkörper verbessert werden. Die Aufnahme des Harnstoffes ist bei hoher Luftfeuchtigkeit am grössten.
Monilia bei Zwetschgen behandeln
Die regelmässigen Niederschläge haben optimale Infektionsbedingungen für Moniliapilze geschaffen. Verstärkt wird dieser Effekt durch Insektenfrass. Da Zwetschgen heute teilweise auch gelagert werden, werden Abschlussbehandlungen gegen Monilia immer wichtiger. Nicht behandelte Früchte weisen am Lager bereits nach zwei bis drei Tagen einen hohen Befallsgrad auf. Das Mittel Teldor (1,6 kg/ha nicht unterschreiten) kann in nicht gedeckten Anlagen bis zehn Tage vor der Ernte appliziert werden. Rovral oder Alto 100 haben eine Wartefrist von 21 Tagen.
BBZ Arenenberg, Urs Müller
