Ausgabe Nummer 47 (2007)
Feuerbrand - Stand der Dinge (Nov. 2007)
Unterlagenbefall und Spätbefall an Birnhochstämmen bis vor wenigen Tagen verunsicherten
die Obstbauern. Damit möglichst wenige Infektionstellen überwintern, hier
nochmals einige Angaben zur Bekämpfung.
Hochstammobstbau
Noch sind einige wenige Fälle hängig, der grösste Teil der zur Rodung gezeichneten Bäume ist gerodet.Verunsicherung herrschte durch Spätbefall an Hochstammbirnen, besonders Gelbmöstler in den Gemeinden Egnach und Roggwil.Wir haben solche Parzellen besucht.
Oft sind im unteren Baumbereich Einzeltriebe oder kleinere Äste sichtbar, an welchen nun das Laub noch hängt und auch weiterhin hängen bleibt. Auch bei Apfelbäumen mit grösseren Infektionsstellen ist dies ein möglicher Hinweis auf Feuerbrandbefall. Eine Beprobung ist jetzt nicht möglich, die Bakteriendichte ist zu gering.Alle diese erkennbaren Anzeichen sollten beim Winterschnitt heruntergeschnitten werden. Jeder Baumbesitzer hat es selber in der Hand, möglichst viel gegen den Feuerbrand zu tun. Schnittgeräte regelmässig desinfizieren, eine Übertragung kann auch im Winter nicht ausgeschlossen werden. Scheren und Sägen (zuerst etwas abbürsten, damit das Sägemehl herausfällt) mit Gasbrenner abflammen oder mit Lysetol oder Gigasept instru desinfizieren (beide 10 Prozent), Reinigung am Abend mit Wasser empfohlen, sonst Korrosionsgefahr. Wir werden im neuen Jahr vier bis fünf regionale Feuerbrandtagungen zur Bekämpfungsstrategie 2008 für Hochstammobstbauern durchführen.
Arbeitsgruppe Entflechtung
Bereits im Sommer war klar, dass ein Gremium geschaffen werden soll, welches beteiligten Partnern eine Plattform für Diskussionen, besonders im Zusammenhang mit der Entflechtung von Hoch- und Niederstammobstbau, bieten soll. Nebst Vertretern von Pro Natura, WWF und Thurgauer Vogelschutz nehmen Vertreter der Obstbauern (TOV und Thuro), der Hochstammobstbauern, der Mostereien, des Obstlagerhandels und des Bauernverbandes Einsitz. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist eine zukunftsorientierte Lösung der verschiedenen Interessensbereiche.
In einigen Punkten konnten bereits Lösungsansätze aufgezeigt werden.
Feuerbrand in Obstanlagen
Obstunterlagenbefall ist im Herbst in rund 80 Betrieben aufgetreten und wird teilweise jetzt noch neu gemeldet. Befallene Bäume sind zu roden, sie stellen eine grosse Infektionsquelle dar, wenn sie stehen bleiben. Über die Ursachen werden wir an der Thuro-Fachtagung genauer informieren. In vom Feuerbrand befallenen Anlagen finden sich oft noch Feuerbrandanzeichen, welche in der Hitze des Gefechtes übersehen wurden. Dies sind Kleincanker am Astansatz von abgerissenen Ästen (besonders bei Jungbäumen), Triebe mit nicht fallendem Laub usw. Jede Parzelle deshalb vor dem Schnitt genau auf Feuerbrandsymptome kontrollieren. Allfällige Befallsstellen sofort entfernen oder Bäume markieren. Bei Birnen mit sichtbaren Symptomen Bäume roden. Wenn möglich erst bei absoluter Winterruhe schneiden. Mit Schnittmassnahmen dort beginnen, wo wenig oder kein Feuerbrand vorhanden war. Da es nicht auszuschliessen ist, das auch im Winter durch Schnittgeräte Feuerbrand übertragen wird, sollte das Abflammen oder Desinfizieren (10 Prozent Gigasept Instru AF) der Scheren und Sägen in Parzellen mit stärkerem Befall selbstverständlich sein. Bereits ist wieder vieles nachgepflanzt. Auf Flächen mit Unterlagenbefall sollten zwischen der Rodung und der Neupflanzung mindestens drei bis vier Wochen liegen. Wichtig ist die konsequente Entfernung möglichst vieler Wurzeln. Normalerweise blühen Herbstpflanzungen früher als Frühjahrspflanzungen, dies kann unter Umständen das Befallsrisiko vermindern. Sollte es also noch einmal wärmer werden, Bäume noch pflanzen.Wir werden im neuen Jahr vier bis fünf regionale Feuerbrandtagungen mit je drei bis vier Obstbauringen durchführen. Dies erst, nachdem bekannt wird, ob Streptomycinsulfat bewilligt wird. Dieses Vorgehen wurde durch den Thurovorstand begrüsst.
Feuerbrandkontrolle 2008
Für die nächste Saison suchen wir bereits jetzt Personen, welche sich als Feuerbrandkontrolleure als nebenamtlicher Angestellter des Kantons betätigen möchten. Diese Tätigkeit braucht freie Kapazität im Umfang von zwei bis vier Wochen in der Zeit von Ende Mai bis Ende September (je nach zugeteiltem Gebiet und Feuerbrandintensität). Wichtig ist ein sicheres Auftreten sowie ein korrekter Umgang mit den beteiligten Personen. Interessenten melden sich bei Hermann Brenner oder Urs Müller. Personen, welche über obstbauliche Kenntnisse verfügen, werden bevorzugt.
Fachstelle Pflanzenbau
Urs Müller,Telefon 071 663 33 04
Hochstammobstbau
Noch sind einige wenige Fälle hängig, der grösste Teil der zur Rodung gezeichneten Bäume ist gerodet.Verunsicherung herrschte durch Spätbefall an Hochstammbirnen, besonders Gelbmöstler in den Gemeinden Egnach und Roggwil.Wir haben solche Parzellen besucht.
Oft sind im unteren Baumbereich Einzeltriebe oder kleinere Äste sichtbar, an welchen nun das Laub noch hängt und auch weiterhin hängen bleibt. Auch bei Apfelbäumen mit grösseren Infektionsstellen ist dies ein möglicher Hinweis auf Feuerbrandbefall. Eine Beprobung ist jetzt nicht möglich, die Bakteriendichte ist zu gering.Alle diese erkennbaren Anzeichen sollten beim Winterschnitt heruntergeschnitten werden. Jeder Baumbesitzer hat es selber in der Hand, möglichst viel gegen den Feuerbrand zu tun. Schnittgeräte regelmässig desinfizieren, eine Übertragung kann auch im Winter nicht ausgeschlossen werden. Scheren und Sägen (zuerst etwas abbürsten, damit das Sägemehl herausfällt) mit Gasbrenner abflammen oder mit Lysetol oder Gigasept instru desinfizieren (beide 10 Prozent), Reinigung am Abend mit Wasser empfohlen, sonst Korrosionsgefahr. Wir werden im neuen Jahr vier bis fünf regionale Feuerbrandtagungen zur Bekämpfungsstrategie 2008 für Hochstammobstbauern durchführen.
Arbeitsgruppe Entflechtung
Bereits im Sommer war klar, dass ein Gremium geschaffen werden soll, welches beteiligten Partnern eine Plattform für Diskussionen, besonders im Zusammenhang mit der Entflechtung von Hoch- und Niederstammobstbau, bieten soll. Nebst Vertretern von Pro Natura, WWF und Thurgauer Vogelschutz nehmen Vertreter der Obstbauern (TOV und Thuro), der Hochstammobstbauern, der Mostereien, des Obstlagerhandels und des Bauernverbandes Einsitz. Ziel dieser Arbeitsgruppe ist eine zukunftsorientierte Lösung der verschiedenen Interessensbereiche.
In einigen Punkten konnten bereits Lösungsansätze aufgezeigt werden.
Feuerbrand in Obstanlagen
Obstunterlagenbefall ist im Herbst in rund 80 Betrieben aufgetreten und wird teilweise jetzt noch neu gemeldet. Befallene Bäume sind zu roden, sie stellen eine grosse Infektionsquelle dar, wenn sie stehen bleiben. Über die Ursachen werden wir an der Thuro-Fachtagung genauer informieren. In vom Feuerbrand befallenen Anlagen finden sich oft noch Feuerbrandanzeichen, welche in der Hitze des Gefechtes übersehen wurden. Dies sind Kleincanker am Astansatz von abgerissenen Ästen (besonders bei Jungbäumen), Triebe mit nicht fallendem Laub usw. Jede Parzelle deshalb vor dem Schnitt genau auf Feuerbrandsymptome kontrollieren. Allfällige Befallsstellen sofort entfernen oder Bäume markieren. Bei Birnen mit sichtbaren Symptomen Bäume roden. Wenn möglich erst bei absoluter Winterruhe schneiden. Mit Schnittmassnahmen dort beginnen, wo wenig oder kein Feuerbrand vorhanden war. Da es nicht auszuschliessen ist, das auch im Winter durch Schnittgeräte Feuerbrand übertragen wird, sollte das Abflammen oder Desinfizieren (10 Prozent Gigasept Instru AF) der Scheren und Sägen in Parzellen mit stärkerem Befall selbstverständlich sein. Bereits ist wieder vieles nachgepflanzt. Auf Flächen mit Unterlagenbefall sollten zwischen der Rodung und der Neupflanzung mindestens drei bis vier Wochen liegen. Wichtig ist die konsequente Entfernung möglichst vieler Wurzeln. Normalerweise blühen Herbstpflanzungen früher als Frühjahrspflanzungen, dies kann unter Umständen das Befallsrisiko vermindern. Sollte es also noch einmal wärmer werden, Bäume noch pflanzen.Wir werden im neuen Jahr vier bis fünf regionale Feuerbrandtagungen mit je drei bis vier Obstbauringen durchführen. Dies erst, nachdem bekannt wird, ob Streptomycinsulfat bewilligt wird. Dieses Vorgehen wurde durch den Thurovorstand begrüsst.
Feuerbrandkontrolle 2008
Für die nächste Saison suchen wir bereits jetzt Personen, welche sich als Feuerbrandkontrolleure als nebenamtlicher Angestellter des Kantons betätigen möchten. Diese Tätigkeit braucht freie Kapazität im Umfang von zwei bis vier Wochen in der Zeit von Ende Mai bis Ende September (je nach zugeteiltem Gebiet und Feuerbrandintensität). Wichtig ist ein sicheres Auftreten sowie ein korrekter Umgang mit den beteiligten Personen. Interessenten melden sich bei Hermann Brenner oder Urs Müller. Personen, welche über obstbauliche Kenntnisse verfügen, werden bevorzugt.
Fachstelle Pflanzenbau
Urs Müller,Telefon 071 663 33 04

