Ausgabe Nummer 50 (2006)
Finale: Grosser Dank an Gertrud Kaderli
Garten der Bäuerin: Gertrud Kaderli beendet Ihre Arbeit für den «Thurgauer Bauern»
Dank
In all den Jahren durfte ich manchen Dank von Seiten der Bäuerinnen entgegennehmen. Jetzt ist es an mir, zu danken. Dank sage ich an Ueli Gasser und alle Beraterinnen, welche Woche für Woche die Rubrik ?Für die Bäuerin? sorgfältig betreut haben. Es war eine freundschaftliche Zusammenarbeit. Dank sage ich allen Bäuerinnen, welche mir nicht nur ein Echo, sondern den Ansporn gaben, mit den Gartenratschlägen Jahr für Jahr fortzufahren. Meistens schrieb ich in der Sonntagsnacht und die Stille dieser Nachtstunden hat mir oft geholfen, meine persönlichen Gedanken zu formulieren. Mit einem Zitat von Dietrich Bonhoeffer möchte ich meinen Dank verdeutlichen: ?Im normalen Leben wird es einem oft gar nicht bewusst, dass der Mensch überhaupt unendlich viel mehr empfängt als er gibt und das Dankbarkeit das Leben erst reich macht. Man überschätzt wohl leicht das eigene Wirken und Tun in seiner Wichtigkeit gegenüber dem, was man nur durch andere geworden ist.?
Abschied
Ich nehme Abschied mit einem Gedanken von Reinhild Treitler: ?Ich bin Samenkorn und Gärtnerin ? und gleichzeitig zutiefst bedürftig, dass Gott das Gelingen gibt. An der neuen Pflanze, die entsteht, habe ich nur noch Anteil durch, dass ich nicht mehr bin. Mein Tod schafft physisch und geistig Raum für Neues.? Dieser Gedanke möge uns nicht erschrecken, er sagt nur aus, was im Garten geschieht: werden ? sein ? vergehen. Dass auf das ?Vergehen? ein neues ?Werde? folgt, lässt mich hoffnungsvoll auch jetzt noch dem Grundsatz nachleben, den die Philosophin Jeanne Herrsch ausgesprochen hat: ?Der Sinn des Lebens liegt im Jetzt, in dem wir versuchen sollen, so sehr Mensch zu sein, wie es möglich ist.?
Ich freue mich auch weiterhin über Gedankenaustausch mit Bäuerinnen und hoffe, dass uns gerade der Garten dazu verhilft, Bewahrerin des Lebens zu sein . Frohe, gesegnete Weihnachten und eine gute Zeit im neuen Jahr wünscht allen Leserinnen und Lesern von Herzen.
Gertrud Kaderli
Interview: Der ?Garten der Bäuerin? erscheint zum letzten Mal
Das ist bereits mein zweiter Versuch zum Aufhören. Letztes Mal habe ich aber weiter geschrieben, da ich keine Nachfolgerin fand. Doch nun ist es mir ernst. Ich feierte dieses Jahr meinen achtzigsten Geburtstag. Zudem ist meine Schreibmaschine fast kaputt und ich bin nicht sicher, ob ich noch ein Farbband für sie erhalte.
Wie kam es, dass der Gartenbau ihr Spezialgebiet wurde?
Das hat sich so ergeben. Den Garten hatte ich schon früher gern, doch nur nicht zum ?schaffe?! Meine Eltern waren keine Bauern. Trotzdem hatten wir eine enge Beziehung zu den Bauern, denn wir hatten ein Milchgeschäft und gingen bei den Bauern die Milch abholen. Wir hatten einige ?Säuli?, Rinder und am Anfang noch Pferde. Als Kind half ich viel bei den Tieren mit. Nachdem ich die Schule abgeschlossen hatte, ging ich in die damals selbstverständliche Berufsberatung zu Fräulein Walder. Sie riet mir Bäuerin zu werden. Fräulein Walder rief 1946 im Thurgau die Bäuerinnenprüfung ins Leben. Sie war eine Arzttochter, der die Bäuerinnen am Herzen lagen. Fräulein Walder setzte sich sehr für die Bäuerinnenprüfung ein, da während des Krieges viele Töchter die Arbeit der Männer machen mussten, die an der Front waren. Trotz harter Arbeit hatten die Töchter keinen Berufsausweis, wenn der Bruder vom Militärdienst heimkehrte, den Hof übernahm und sie selbst weg mussten. Ich schloss die Bäuerinnenprüfung 1950 ab. Der Garten war ein wichtiger Teil dieser Ausbildung. Nach der Prüfung übernahmen mein Mann und ich den elterlichen Hof in Gizehus. Da mein Mann an einer Wirbelverschiebung erkrankte, mussten wir 1967 das Bauern aufgeben und wir verpachteten unser Land. 1968 forderte mich Liseli Spiess auf, die Gartenbaukurse für Bäuerinnen zu leiten. Da wir nicht mehr bauerten und meine vier Kinder schon grösser waren, hatte ich mehr Zeit und nahm das Angebot an. Ich wuchs immer mehr in das Kurswesen hinein und wurde auch Prüfungsleiterin der Bäuerinnenprüfung.
Warum begannen Sie den Artikel ?Garten der Bäuerin? zu schreiben?
Meine Vorgängerin, Liseli Spiess, schrieb jeden Monat einen kurzen Artikel über die anfallenden Gartenarbeiten im ?Thurgauer Bauer?. Als Liseli Spiess aufhörte, fragte mich Ueli Gasser, Leiter der kantonalen Betriebsberatung, ob ich weitermachen wolle.
In dieser Zeit hat sich sicher viel verändert. Die Grundkenntnisse sind immer noch dieselben. Säen, Setzen, Ernten, das bleibt gleich. Was sich geändert hat, sind die Hilfsmittel, wie zum Beispiel Abdeckfolien. Wenn ich von den Neuerungen überzeugt war, schrieb ich darüber in meinem Artikel. Eine ganz grosse Errungenschaft war der Tiefkühler in den fünfziger Jahren. Am Anfang hatte es im Dorf einen grossen Tiefkühler mit Fächern für die einzelnen Familien. Doch musste man lernen, wie man mit diesem Gerät richtig umgeht. Der biologische Gartenbau war eine weitere grosse Neuerung. Am Anfang haben die Bäuerinnen darauf ?gespeutzt?. Alles Gemüse auf dem gleichen Beet pflanzen, das war unvorstellbar! Doch langsam merkten wir, dass auch dies ein gangbarer Weg war. Man lernte Schädlinge und Krankheiten anders zu bekämpfen als mit Spritzen chemischer Mittel.
Wissen Sie auch nach dreissig Jahren immer wieder etwas Neues zu schreiben?
Für mich ist es schon gelegentlich eine Wiederholung. Säen, Setzen, Ernten - es sind immer die gleichen Tätigkeiten. Doch versuche ich ihnen ein unterhaltsames Kleid zu geben. Bei schlechtem Wetter möchte ich den Bäuerinnen Mut machen. Manchmal möchte ich ihnen einfach gutes Gartenwetter oder eine gute Ernte wünschen und sie auf Besonderheiten und Schönheiten in der Natur hinweisen. Wichtig ist mir, der einen oder anderen Bäuerin Mut zum Weitermachen zu geben. Leider hat heute der Garten nicht mehr den gleichen Stellenwert wie früher. Zudem regt mich der ?Garten der Bäuerin? immer wieder an, selbst etwas zu lernen. Ich schreibe nie über etwas, das ich nicht ausprobiert habe. Ich schätze es sehr, auf diesem Weg eine Verbindung zu den mir bekannten und unbekannten Bäuerinnen zu haben und glaube fest, diese Verbindung auch nach dem Aufhören beibehalten zu können. Für die, die etwas nachschlagen wollen, empfehle ich als Mitautorin das Buch ?Bauerngärten im Thurgau?.
Was haben Sie für Zukunftspläne?
Solange ich gesund bin und noch mag, möchte ich in meinem Haus bleiben. Wenn es schönes Wetter ist, arbeite ich meistens im Garten. Da bin ich manchmal fast froh, wenn es regnet und ich im Haus arbeiten kann. Als es im letzten Juli so heiss und schön war, witzelte eine Bekannte: ?Frau Kaderli kann gar nicht mehr haushalten!? Ausser einer Gartenhilfe des Haushaltsservices für Bäuerinnen, die sechs Stunden pro Monat bei mir arbeitet, mache ich den Garten alleine. Erst seit dem letzten Jahr kommt der Gärtner hin und wieder für die Arbeiten, die mehr Kraft erfordern.
Der Garten hängt ja eng mit der Küche zusammen. Ich muss weniger einkaufen, denn meistens erübrigt sich die Frage: ?Was wollen wir heute essen??. Ich gehe in den Garten und finde sicher erntereife Gemüse und Salate. Das Kochen aus der Selbstversorgung braucht Zeit. Am Mittag esse ich oft gemeinsam mit meiner Tochter, die im Stöckli wohnt. Wir teilen uns das Kochen. Dadurch wird für mich Zeit frei, die dem Garten zugute kommt.
Werden Sie das Schreiben vermissen?
Ich schreibe auch sonst viel, vor allem Briefe. Nun bleibt mir mehr Zeit, die Briefe zu beantworten. Die gewonnene Zeit werde ich schnell ausfüllen! Allerdings hoffe ich immer noch auf eine Nachfolgerin, die den ?Garten der Bäuerin? weiterführen wird.
Ursina Hulmann
Abschied und Dank
?Man wirft das Samenkorn auf Hoffnung in die Erden? (Angelus Silesius), das war vor 33 Jahren einer der ersten Titel meiner Gartenbetrachtungen. Damals hatte mich Ueli Gasser, Leiter der Betriebsberatung des thurgauischen landwirtschaftlichen Kantonalverbandes angefragt, ob ich im ?Thurgauer Bauer? in der Rubrik ?Für die Bäuerin? (mit dem fröhlichen Signet der Sonnenblumen!) die monatliche Arbeitsliste für den Garten schreiben würde. Liseli Spiess, den Thurgauer Bäuerinnen wohlbekannt als Gartenberaterin mit Lichtbildervorträgen, Einzelberatungen für den Bauerngarten und Gartenexpertin in den Lehrtöchter- und Bäuerinnenprüfungen, suchte eine Nachfolgerin zum Schreiben der monatlichen fälligen Arbeiten im Garten. ?Wir gärtnern zusammen? hiess mein erster Titel, denn von Anfang an war mir klar, dass ich nicht nur Pflegearbeiten, Saat- und Pflanztermine aufschreiben, sondern dass ich mit den Bäuerinnen ins Gespräch kommen wollte. Durch die vielen Jahre ergab sich ein fruchtbarer Kontakt zu persönlich bekannten und unbekannten Bäuerinnen (und Bauern!). Es war ein Geben und Nehmen und die gedankliche Verbundenheit mit den Leserinnen und Lesern machte mir diese Aufgabe lieb. ?Alles hat seine Zeit?, war einmal das Thema einer Gartenbetrachtung. Seit ich das neunte Lebensjahrzehnt begonnen habe, steht dieser Satz deutlich vor mir. Natürlich habe ich den Entscheid nicht ohne Wehmut getroffen! Gäbe es eine Nachfolgerin, wäre das Aufhören leicht. Ich hoffe immer noch, dass eine gärtnerisch tüchtige und schreibgewandte Bäuerin die Rubrik ?Garten der Bäuerin? weiterhin mit Inhalt füllen wird.Dank
In all den Jahren durfte ich manchen Dank von Seiten der Bäuerinnen entgegennehmen. Jetzt ist es an mir, zu danken. Dank sage ich an Ueli Gasser und alle Beraterinnen, welche Woche für Woche die Rubrik ?Für die Bäuerin? sorgfältig betreut haben. Es war eine freundschaftliche Zusammenarbeit. Dank sage ich allen Bäuerinnen, welche mir nicht nur ein Echo, sondern den Ansporn gaben, mit den Gartenratschlägen Jahr für Jahr fortzufahren. Meistens schrieb ich in der Sonntagsnacht und die Stille dieser Nachtstunden hat mir oft geholfen, meine persönlichen Gedanken zu formulieren. Mit einem Zitat von Dietrich Bonhoeffer möchte ich meinen Dank verdeutlichen: ?Im normalen Leben wird es einem oft gar nicht bewusst, dass der Mensch überhaupt unendlich viel mehr empfängt als er gibt und das Dankbarkeit das Leben erst reich macht. Man überschätzt wohl leicht das eigene Wirken und Tun in seiner Wichtigkeit gegenüber dem, was man nur durch andere geworden ist.?
Abschied
Ich nehme Abschied mit einem Gedanken von Reinhild Treitler: ?Ich bin Samenkorn und Gärtnerin ? und gleichzeitig zutiefst bedürftig, dass Gott das Gelingen gibt. An der neuen Pflanze, die entsteht, habe ich nur noch Anteil durch, dass ich nicht mehr bin. Mein Tod schafft physisch und geistig Raum für Neues.? Dieser Gedanke möge uns nicht erschrecken, er sagt nur aus, was im Garten geschieht: werden ? sein ? vergehen. Dass auf das ?Vergehen? ein neues ?Werde? folgt, lässt mich hoffnungsvoll auch jetzt noch dem Grundsatz nachleben, den die Philosophin Jeanne Herrsch ausgesprochen hat: ?Der Sinn des Lebens liegt im Jetzt, in dem wir versuchen sollen, so sehr Mensch zu sein, wie es möglich ist.?
Ich freue mich auch weiterhin über Gedankenaustausch mit Bäuerinnen und hoffe, dass uns gerade der Garten dazu verhilft, Bewahrerin des Lebens zu sein . Frohe, gesegnete Weihnachten und eine gute Zeit im neuen Jahr wünscht allen Leserinnen und Lesern von Herzen.
Gertrud Kaderli
Interview: Der ?Garten der Bäuerin? erscheint zum letzten Mal
Gertrud Kaderli gärtnert nur noch im eigenen Garten
Seit 1973 schreibt Gertrud Kaderli jeden Monat den Artikel ?Garten der Bäuerin?. Dieser Artikel wird ihr letzter sein. Zu ihrem Abschied sprach der ?Thurgauer Bauer? mit ihr über Vergangenheit und Zukunft. TB: Warum hören Sie auf?Das ist bereits mein zweiter Versuch zum Aufhören. Letztes Mal habe ich aber weiter geschrieben, da ich keine Nachfolgerin fand. Doch nun ist es mir ernst. Ich feierte dieses Jahr meinen achtzigsten Geburtstag. Zudem ist meine Schreibmaschine fast kaputt und ich bin nicht sicher, ob ich noch ein Farbband für sie erhalte.
Wie kam es, dass der Gartenbau ihr Spezialgebiet wurde?
Das hat sich so ergeben. Den Garten hatte ich schon früher gern, doch nur nicht zum ?schaffe?! Meine Eltern waren keine Bauern. Trotzdem hatten wir eine enge Beziehung zu den Bauern, denn wir hatten ein Milchgeschäft und gingen bei den Bauern die Milch abholen. Wir hatten einige ?Säuli?, Rinder und am Anfang noch Pferde. Als Kind half ich viel bei den Tieren mit. Nachdem ich die Schule abgeschlossen hatte, ging ich in die damals selbstverständliche Berufsberatung zu Fräulein Walder. Sie riet mir Bäuerin zu werden. Fräulein Walder rief 1946 im Thurgau die Bäuerinnenprüfung ins Leben. Sie war eine Arzttochter, der die Bäuerinnen am Herzen lagen. Fräulein Walder setzte sich sehr für die Bäuerinnenprüfung ein, da während des Krieges viele Töchter die Arbeit der Männer machen mussten, die an der Front waren. Trotz harter Arbeit hatten die Töchter keinen Berufsausweis, wenn der Bruder vom Militärdienst heimkehrte, den Hof übernahm und sie selbst weg mussten. Ich schloss die Bäuerinnenprüfung 1950 ab. Der Garten war ein wichtiger Teil dieser Ausbildung. Nach der Prüfung übernahmen mein Mann und ich den elterlichen Hof in Gizehus. Da mein Mann an einer Wirbelverschiebung erkrankte, mussten wir 1967 das Bauern aufgeben und wir verpachteten unser Land. 1968 forderte mich Liseli Spiess auf, die Gartenbaukurse für Bäuerinnen zu leiten. Da wir nicht mehr bauerten und meine vier Kinder schon grösser waren, hatte ich mehr Zeit und nahm das Angebot an. Ich wuchs immer mehr in das Kurswesen hinein und wurde auch Prüfungsleiterin der Bäuerinnenprüfung.
Warum begannen Sie den Artikel ?Garten der Bäuerin? zu schreiben?
Meine Vorgängerin, Liseli Spiess, schrieb jeden Monat einen kurzen Artikel über die anfallenden Gartenarbeiten im ?Thurgauer Bauer?. Als Liseli Spiess aufhörte, fragte mich Ueli Gasser, Leiter der kantonalen Betriebsberatung, ob ich weitermachen wolle.
In dieser Zeit hat sich sicher viel verändert. Die Grundkenntnisse sind immer noch dieselben. Säen, Setzen, Ernten, das bleibt gleich. Was sich geändert hat, sind die Hilfsmittel, wie zum Beispiel Abdeckfolien. Wenn ich von den Neuerungen überzeugt war, schrieb ich darüber in meinem Artikel. Eine ganz grosse Errungenschaft war der Tiefkühler in den fünfziger Jahren. Am Anfang hatte es im Dorf einen grossen Tiefkühler mit Fächern für die einzelnen Familien. Doch musste man lernen, wie man mit diesem Gerät richtig umgeht. Der biologische Gartenbau war eine weitere grosse Neuerung. Am Anfang haben die Bäuerinnen darauf ?gespeutzt?. Alles Gemüse auf dem gleichen Beet pflanzen, das war unvorstellbar! Doch langsam merkten wir, dass auch dies ein gangbarer Weg war. Man lernte Schädlinge und Krankheiten anders zu bekämpfen als mit Spritzen chemischer Mittel.
Wissen Sie auch nach dreissig Jahren immer wieder etwas Neues zu schreiben?
Für mich ist es schon gelegentlich eine Wiederholung. Säen, Setzen, Ernten - es sind immer die gleichen Tätigkeiten. Doch versuche ich ihnen ein unterhaltsames Kleid zu geben. Bei schlechtem Wetter möchte ich den Bäuerinnen Mut machen. Manchmal möchte ich ihnen einfach gutes Gartenwetter oder eine gute Ernte wünschen und sie auf Besonderheiten und Schönheiten in der Natur hinweisen. Wichtig ist mir, der einen oder anderen Bäuerin Mut zum Weitermachen zu geben. Leider hat heute der Garten nicht mehr den gleichen Stellenwert wie früher. Zudem regt mich der ?Garten der Bäuerin? immer wieder an, selbst etwas zu lernen. Ich schreibe nie über etwas, das ich nicht ausprobiert habe. Ich schätze es sehr, auf diesem Weg eine Verbindung zu den mir bekannten und unbekannten Bäuerinnen zu haben und glaube fest, diese Verbindung auch nach dem Aufhören beibehalten zu können. Für die, die etwas nachschlagen wollen, empfehle ich als Mitautorin das Buch ?Bauerngärten im Thurgau?.
Was haben Sie für Zukunftspläne?
Solange ich gesund bin und noch mag, möchte ich in meinem Haus bleiben. Wenn es schönes Wetter ist, arbeite ich meistens im Garten. Da bin ich manchmal fast froh, wenn es regnet und ich im Haus arbeiten kann. Als es im letzten Juli so heiss und schön war, witzelte eine Bekannte: ?Frau Kaderli kann gar nicht mehr haushalten!? Ausser einer Gartenhilfe des Haushaltsservices für Bäuerinnen, die sechs Stunden pro Monat bei mir arbeitet, mache ich den Garten alleine. Erst seit dem letzten Jahr kommt der Gärtner hin und wieder für die Arbeiten, die mehr Kraft erfordern.
Der Garten hängt ja eng mit der Küche zusammen. Ich muss weniger einkaufen, denn meistens erübrigt sich die Frage: ?Was wollen wir heute essen??. Ich gehe in den Garten und finde sicher erntereife Gemüse und Salate. Das Kochen aus der Selbstversorgung braucht Zeit. Am Mittag esse ich oft gemeinsam mit meiner Tochter, die im Stöckli wohnt. Wir teilen uns das Kochen. Dadurch wird für mich Zeit frei, die dem Garten zugute kommt.
Werden Sie das Schreiben vermissen?
Ich schreibe auch sonst viel, vor allem Briefe. Nun bleibt mir mehr Zeit, die Briefe zu beantworten. Die gewonnene Zeit werde ich schnell ausfüllen! Allerdings hoffe ich immer noch auf eine Nachfolgerin, die den ?Garten der Bäuerin? weiterführen wird.
Ursina Hulmann

