Ausgabe Nummer 16 (2006)

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Finanzierung durch Vermögensverwaltung

Thurgauer Milchproduzenten tagten in Weinfelden

Finanzierung durch Vermögensverwaltung

Die Thurgauer Milchproduzenten werden auch in Zukunft selbstständig bleiben. Ab 1. Mai wird auf die Erhebung eines Verbandsbeitrages verzichtet.

«Verbandsintern hat uns im vergangenen Jahr die Ausrichtung auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Milchwirtschaft stark beschäftigt», stellte Ruedi Schnyder, Präsident Thurgauer Milchproduzenten (TMP), an der Versammlung vor 189 Delegierten, fest. Konkret meinte er damit die angestrebte und schlussendlich von den TMP abgelehnte Fusion mit dem Milchverband Winterthur und dem Milchverband St. Gallen-Appenzell. Zu diesem Entschluss haben triftige Gründe wie die finanziellen Verhältnisse eine Rolle für den Alleingang gespielt. Das Verbandsvermögen der beiden anderen Verbände sei im Verhältnis zur Mitgliederzahl wesentlich kleiner als jenes der Thurgauer. Schnyder glaubt auch, dass ein eigenständiger Verband die Basis besser vertreten könne. Laut einer Umfrage, die an vier Informationsveranstaltungen der TMP durchgeführt wurde, lehnten 253 gegen 31 Mitglieder eine Fusion ab.


Ruedi Schnyder (links) und Alfred Ernst legten über das Jahr 2005
Rechenschaft ab. (tos)

 

Verzicht auf Verbandsbeiträge

Einstimmig wurde dem Antrag des Vorstandes, ab 1. Mai auf den Einzug des Verbandsbeitrages von 5 Rappen pro 100 Kilogramm Milch zu verzichten, zugestimmt. Die weiteren Beiträge bleiben gemäss Beschluss der Schweizer Milchproduzenten mit total 1,915 Rappen pro Kilogramm Milch bestehen. Zustimmung fand auch die Statutenrevision, welche die Veränderungen in der Milchwirtschaft berücksichtigt. Der Vorstand mit Ruedi Schnyder, Präsident, Ellighausen; Daniel Vetterli, Rheinklingen; Jörg Schöni, Pfyn; Beat Schwager, Wängi; Kurt Henauer, Kesswil; Hans Keller, Schocherswil; Ernst Felix, Braunau; Fritz Stettler, Frauenfeld; und Christian Wolf, Birwinken; wurde für die Amtsdauer 2006 bis 2010 einstimmig bestätigt.

Gutes Milchjahr 2005

In seiner Berichterstattung sprach Alfred Ernst, Geschäftsführer TMP, von einem gut laufenden Milchmarkt. Der Inlandabsatz sei mit einer Steigerung von 0,8 Prozent bei Molkereiprodukten und 3,3 Prozent bei der Käseproduktion erfreulich. Auch beim Käseexport konnte mit 2 Prozent eine Steigerung erzielt werden. Sorgen bereitet Ernst die Senkung der Milchstützung des Bundes um 122 Millionen Franken per 1. Januar 2007. Er sprach von harten Milchpreisverhandlungen im kommenden Herbst, sei doch ein hoher Preisdruck zu erwarten.

Korrekturen bei der AP 2011

Schnyder glaubt, dass mit der Agrarpolitik (AP) 2011 der Druck in Richtung Extensivierung weiter wächst und das Kostenumfeld insgesamt hoch bleibt. Er ist auch überzeugt, dass der Druck auf die Agrarausgaben des Bundes hoch und die Wachstumsmöglichkeit über Flächenmobilität beschränkt bleiben werden. Schnyder erwartet, dass die eidgenössischen Räte Korrekturen an der AP 2011 vornehmen werden. Nach seiner Ansicht wird der Ausstieg aus der Milchkontingentierung zum Prüfstein für die Milchwirtschaft.

Mario Tosato