Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Fleisch ist nach wie vor ein beliebtes Nahrungsmittel

Ausgabe Nummer 23 (2017)

2016 war für die Proviande ein intensives Jahr voller spannender Aufgaben im Dienste der Fleischbranche. Künftige Herausforderungen, erfolgreiche Projekte und der Wechsel im Verwaltungsrat waren die wichtigsten Themen an der Generalversammlung.

Die Generalversammlung der Proviande (Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft) fand vor kurzem im Kantonsratssaal im Klosterhof in St. Gallen statt. Der Tradition entsprechend eröffnete Vizepräsident Reto Sutter, Gossau SG, die diesjährige Generalversammlung. Er reklamierte, dass sich der Staat immer mehr einmische. Jüngstes Beispiel sei das überflüssige Gesetz zur Glutensicherheit. Die Proviande werde auch in Zukunft eine aktive Rolle bei Schlüsselthemen der Schweizer Fleischproduktion übernehmen, stellte Sutter fest.

Tierfreundliche Haltung und raufutterbetonte Fütterung
In seiner Eröffnungsansprache wies Markus Zemp, Präsident des Verwaltungsrates der Proviande, darauf hin, dass die Schweizer Fleischbranche mit der Branchenorganisation Proviande über eine gut aufgestellte Plattform für gemeinsame Anliegen verfügt. Diese Anliegen werden in Zukunft besonders gross sein. Zemp denkt dabei an Diskussionen über Umwelt und Fleischkonsum sowie an den Stellenwert des Fleisches in der Ernährung. Für die Rindfleischproduktion der Zukunft seien Stichworte wie «tierfreundliche Haltung» und «raufutterbetonte Fütterung » entscheidende Pluspunkte und von grosser Bedeutung. Das Gleiche gelte natürlich auch für die Wiederkäuer. Die Schweine- und Geflügelproduktion weise dank enormen züchterischen Forstschritten eine hohe Ressourceneffizienz aus. Zemp ist überzeugt, dass weitere Fortschritte möglich sein werden. Wenn die einheimischen Grünflächen nicht mehr via Wiederkäuer für die Produktion von Milch und Fleisch genutzt werden könnten, würden diese Gebiete verwalden oder versteppen. Markus Zemp: «Viele schöne Schweizer Landschaften verschwänden und die Biodiversität ginge dramatisch zurück. Zudem bindet Grünland riesige Mengen an CO2 und produziert Sauerstoff – mehr als der Wald.»

Rückverfolgbarkeitsprojekt DNA-Tracking
Markus Zemp schloss seine Rede mit dem Hinweis auf das von Proviande initiierte und für 2018 geplante Rückverfolgbarkeitsprojekt DNA-Tracking für Schweizer Rind- und Kalbfleisch: «Das Vertrauen der Konsumenten in Schweizer Fleisch muss unbedingt gehalten und weiter gestärkt werden. Es ist letztlich die Voraussetzung für einen positiven Kaufentscheid.»
In seiner Grussbotschaft stellte Stadtpräsident Thomas Scheitlin fest, dass die Stadt stolz auf die St. Galler Bratwurst sei, welche bei den Konsumenten im In- und Ausland hohes Ansehen geniesse.

Beinahe 80 Prozent der Bevölkerung essen Fleisch
Heinrich Bucher, Direktor der Proviande, erklärte in seinem Bericht über das Geschäftsjahr 2016: «Im Zentrum standen unter anderem die erfolgreiche Erfüllung des Leistungsauftrages des Bundes, die Umsetzung der neuen Kommunikationsstrategie ‹Schweizer Fleisch. Der feine Unterschied› sowie das QuNaV-Projekt ‹Savoir-Faire› – die Nose-to-Tail-Initiative von Proviande.» Wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation vieler Milchproduzenten sowie steten Intensivierung der Milchproduktion gingen die Rindviehbestände erneut deutlich zurück, was sich auf die Inlandversorgung mit Rindfleisch aber nicht negativ auswirkte. «Problematisch war jedoch das zeitweilige Überangebot an Schlachtschweinen, und der Markt konnte bis Ende Jahr nicht ins Lot gebracht werden», sagte Heinrich Bucher. Eine besondere Herausforderung für Proviande waren die kurz vor Jahresende angekündigten Sparmassnahmen des Bundes und die damit verbundene Reduktion der Vergütung für die Erfüllung des Leistungsauftrages, ebenso die zunehmende Kritik an der Produktion und am Konsum von Fleisch. Heinrich Bucher: «Die Tatsache jedoch, dass der Pro-Kopf-Konsum nur um ein Prozent zurückging, und das Resultat einer repräsentativen Marktforschungsumfrage, wonach beinahe 80 Prozent der Bevölkerung täglich oder mehrmals pro Woche Fleisch essen (und nur rund 4 Prozent ‹nie›) belegen klar, dass Fleisch für Schweizerinnen und Schweizer nach wie vor ein beliebtes Nahrungsmittel ist.»

Wechsel im Verwaltungsrat
Die Generalversammlung stimmte der Jahresrechnung 2016 sowie dem Antrag zur Gewinnverteilung zu und erteilte dem Verwaltungsrat für das vergangene Jahr Entlastung. Die Erfolgsrechnung von Proviande ergab einen Jahresgewinn von 45 042 Franken. Kurt Herzog, Gundetswil, und Josef Dähler, Oensingen, reichten ihre Demission aus dem Verwaltungsrat ein. Neu in den Proviande-Verwaltungsrat wurden Moritz Rogger-Riechsteiner, Oberkirch LU, GastroSuisse, als Mitglied der Verbraucherorganisationen, Philipp Allemann, Basel, Bell Schweiz AG, als stellvertretendes Mitglied der Verwerter, und Oliver Engeli, Engishofen TG, Präsident Swiss Beef, Region Ost gewählt. Engeli will sich für wirtschaftliche Produktion und eine gerechte Verteilung der Mengen entlang der Wertschöpfungskette von Fleisch und marktkonformer Ergänzungsimporte einsetzen. Als Vizepräsident für die nächste Amtsperiode wählte die Generalversammlung Bernard Nicod aus Granges-près Marnand.


Mario Tosato
















« zurück zur Übersicht