Ausgabe Nummer 5 (2007)

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Förderinstrumente für die Entwicklung des ländlichen Raumes vor der Umsetzung

Verbindung zwischen Bewährtem, Vision und Innovation

Rund 50 Bäuerinnen und Bauern sprachen an der 3. Fachtagung Agrotourismus Ostschweiz in Hallau über Spitzenleistungen und pflegten den Gedankenaustausch.

Silvia Minder-Keller, Stickhof ZH, konnte an der 3. Fachtagung Agrotourismus Ostschweiz rund 50 Bäuerinnen und Bauern begrüssen. Gabriela Manser, Unternehmerin des Jahres 2005, und Alberto Vonaesch, Direktor Ostschweiz Tourismus, sprachen über Spitzenleistungen. In einem spannenden Gespräch mit Regula Stricker, Landwirtschaftlicher Beratungsdienst Appenzell Ausserrhoden, erzählte Gabriela Manser über ihren Werdegang von der Kindergärtnerin zur Geschäftsführerin der Mineralquelle Gontenbaden. Als sie die Mineralquelle im Jahr 1999 übernahm, wurden zehn Mitarbeitende beschäftigt, die einen Umsatz von 2,2 Millionen Franken erzielten. Im vergangenen Jahr erarbeiteten 24 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen 10 Millionen Franken. Um dieses ausgezeichnete Resultat zu bewerkstelligen, brauchte es die traditionellen Getränke wie Citro, Orange und andere sowie die Trendsetter Wonder und Flauder und weitere neue Produkte. Flauder ? das auch in der Migros angeboten wird ? wurde als kalorienreduziertes Süssgetränk auf der Basis von Holunderblüten- und Melissearomen entwickelt. Um der Nachfrage gerecht zu werden, brauchte es eine neue Halle mit Abfüllanlage und entsprechende Investitionen. Als Schlüssel zum Erfolg nannte die aufgestellte Unternehmerin eine Verbindung zwischen Bewährtem, Vision und Innovation. Habe man das Ziel erkannt, soll die Umsetzung in kleinen Schritten erfolgen, bekräftigte Gabriela Manser.

Spitzenleistungen im Agrotourismus
Als Spitzenleistungen im Agrotourismus nannte Alberto Vonaesch bedürfnisgerechte Angebote, hohe Qualität und eine «Gast-Freundschaft» die ausstrahle. Nach seiner Meinung müssen diese Attribute über viele Jahre Gültigkeit haben. Laut Vonaesch hält der Agrotourismus Ostschweiz mit Angeboten wie «Ferien auf dem Bauernhof» und «Schlafen im Stroh» zu den Marktleadern der Schweiz. Nach seiner Meinung liegen Werte, Authentizität, behagliche Umgebung, regionale, naturnahe und frische Produkte sowie ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis im Trend. Er empfahl den Bäuerinnen und Bauern, eigene Ideen zu entwickeln, Eigenständigkeit und Einzigartigkeit zu bewahren oder wie es der Tourismusdirektor mit einem Satz auf den Punkt brachte: «Gast-Freundschaft, und Leidenschaft für Landwirtschaft und Menschen.»

Förderinstrumente des Bundes vor Umsetzung
Nach den Ausführungen von Pia Lenz, Leiterin Fachstelle Ländliche Hauswirtschaft und Familie am BBZ Arenenberg, stehen verschiedene Förderinstrumente des Bundes für die Entwicklung des ländlichen Raumes kurz vor der Umsetzung. Diese Förderinstrumente seien auf die Regionen zugeschnitten und verlangen die Zusammenarbeit verschiedener Akteure wie beispielsweise Landwirtschaft, Tourismus, Gewerbe und andere mehr. Die Förderinstrumente sollen zu mehr Wettbewerb, Innovation, Wertschöpfung und nachhaltiger Entwicklung im ländlichen Raum beitragen. Lenz forderte die Bäuerinnen und Bauern auf, diese Chancen zusammen mit Regionalsekretariaten, Bauernverbänden und bäuerlichen Organisationen wahrzunehmen.

Berichte über gemachte Erfahrungen
Mit Begeisterung stellten die Gastgeber Johanna und Hansjörg Jauch, Weinstadel Nägelisee, Hallau SH, Beatrice und Marcel Brändle, Gartenläbe, Aadorf TG, und Martin Jucker, Farmart, Seegräben ZH, ihre realisierten Projekte vor. Eines haben die drei innovativen Bauernfamilien gemeinsam: Pioniergeist, Innovation, Durchhaltewillen, Leidenschaft und Dienstbereitschaft. Die Betreiber dieser drei «Vorzeigebetriebe» erzählten aber auch von den Erfahrungen mit den Vorschriften über die Raumplanung, die nicht immer erfreulich waren, sie aber zu neuen Ideen anspornten.

Mario Tosato


Gabriela Manser (links) und Regula
Stricker sprachen über Spitzenleistungen
und innovative Produkte. (tos)
Gabriela Manser (links) und Regula Stricker sprachen über Spitzenleistungen und innovative Produkte. (tos)