Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Freitagsclub mit Mona Vetsch

Ausgabe Nummer 46 (2014)

Bäuerinnen gestalten die Zukunft

Die Kommission Frauen in der Landwirtschaft des Verbands Thurgauer Landwirtschaft (VTL) hat am vergangenen Freitag zum Freitagsclub mit der Radio- und Fernsehfrau Mona Vetsch, gebürtige Thurgauer Bauerntochter, eingeladen.

Ihre Gesprächspartnerinnen, vier aktive Thurgauer Bäuerinnen mit unterschiedlichen politischen und öffentlichen Ämtern, gaben bereitwillig Auskunft, was für Beweggründe sie veranlassten, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. Eine Moderatorin und vier Gesprächspartnerinnen, das kam dem Dienstagsclub beim Fernsehen nahe und bedeutete für die 70 Zuschauerinnen ein interessanter und unterhaltsamer Abend. Sowohl bei Liselotte Peter aus Kefikon als auch bei Maja Grunder aus Neunforn scheint das Interesse an politischen und öffentlichen Ämtern sozusagen in die Wiege gelegt. Liselotte Peter wuchs in einem Elternhaus auf, in dem politische und geschichtliche Ereignisse am Familientisch diskutiert wurden. Ihre politischen Erfahrungen sammelte sie als Mitglied in einer Partei und wurde später in den Gemeindeund Kantonsrat gewählt, dem sie zwölf Jahre angehörte. Heute ist sie, neben diversen Ämtern, Vizepräsidentin des Schweizerischen Bäuerinnen- und Landfrauen- sowie Vorstandsmitglied des Schweizerischen Bauernverbandes.
Maja Grunder sagt von sich, dass es für sie schon als Jugendliche selbstverständlich war, sich in irgendeinem Vorstand, ob politischer oder kultureller Art, zu engagieren. Heute setzt sie sich als Gemeinderätin und Präsidentin der Kommission Frauen in der Landwirtschaft des VTL in verschiedenen Themenbereichen ein.
Anders lief der der Weg in die Politik und Öffentlichkeitsarbeit bei Brigitte Schönholzer und Christa Ackermann. Beide mussten überredet werden, aber beide bereuen ihren Entscheid nicht. Brigitte Schönholzer konnte nach ihrem Einstieg in die Politik Erfahrungen im Gemeinde- und Kantonsrat, aber auch in der Schulbehörde sammeln. Christa Ackermann fehlten schlussendlich Ausreden wie «drei kleine Kinder », «keine Zeit». Vor fünf Jahren kam die dritte Anfrage, als Gemeinderätin zu kandidieren, und sie hat die Herausforderung angenommen.
Alle vier Frauen sind sich einig, dass der Entscheid, in die Politik einzusteigen, richtig war, dass die neue Herausforderung aber unbedingt mit dem Partner und der Familie besprochen werden müsse. Der Spagat zwischen Familie, Betrieb und Öffentlichkeitsarbeit sei nicht immer einfach und benötige oft viel Zeit. Wichtig erscheint allen auch die Tatsache, dass sowohl im Gemeinderat als auch auf Kantonsebene unbedingt aktive Bauern und Bäuerinnen vertreten sein müssen, da die Landwirtschaft bei verschiedensten Geschäften involviert sei. Im Weiteren finden sie es schade, dass sich nicht mehr Frauen für die Politik interessieren. Natürlich sei es schwierig, den ersten Schritt zu machen, Frauen hätten vermehrt das Bedürfnis nach Sicherheit und muten sich oft zu wenig zu. Deshalb sei es auch schwierig, junge Frauen für ein öffentliches Amt zu motivieren. Alle sind sich aber einig, dass sie durch ihre Arbeit selbstbewusster und belastbarer geworden sind und persönlich einen grossen Nutzen daraus ziehen können.


Hanni Schild







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