Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Frostbewässerung als Alternative im Trend

Ausgabe Nummer 17 (2017)

Vermehrt kommt bei uns auch die Frostberegnung als effiziente Frostschutzmassnahme bei vielen landwirtschaftlichen Kulturen zum Einsatz.

Während in den Frostnächten die Frostkerzen und Feuer für gespenstisch anmutende Bilder sorgten und einzelnen Landschaften einen einzigartigen Reiz verliehen, sorgte die teilweise bei Feldkulturen und in Einzelfällen auch in Spezialkulturen eingesetzte Frostbewässerung für ganz besondere Bilder und Kunstwerke. Das System der Frostbewässerung gilt grossflächig zu den effizientesten Frostschutzmassnahmen rund um den Globus. Im Wallis oder insbesondere im Südtirol kennt man diese Methode seit Jahrzehnten; sie wird auch entsprechend breit und erfolgreich angewendet, sofern genügend Wasser vorhanden ist. Dabei spricht man von 2 bis 5 Liter Wasser pro Quadratmeter und Stunde (20 000 bis 50 000 Liter je Hektare). In Wildensbuch hat der Gemüsebauer Marco Pater bei den Frühkartoffeln auf dieses System gesetzt, um die bereits beachtlichen Stauden und somit auch den sehr frühen Vegetationsstand zu erhalten.
Bei dieser Frostschutzmassnahme werden, während die Temperatur unter Null liegt, die Kulturen mit Wasser besprüht, welches dann auf den Pflanzen gefriert und eine Art Schutzpanzer bildet. Gemäss Fachliteratur wird bei diesem natürlichen Prozess Erstarrungskälte frei, wodurch innerhalb dieser Eishülle die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt sinkt. Die Bewässerung hat solange zu erfolgen, bis das auf den Pflanzenteilen gefrorene Wasser wieder von selber abtaut. Wird aber die Bewässerung während der Minustemperaturen abgebrochen, führt dies zum vollständigen Gegenteil, indem alles unter dem Eis gefriert und somit abstirbt. Dauert zudem die Bewässerung zu lange, kann dies durch das Eis erzeugte Gewicht dazu führen, dass Obstbäume oder auch andere Kulturen unter den Eismassen zusammenbrechen.


Roland Müller










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