Ausgabe Nummer 12 (2004)

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Frühe Saat, aber nicht um jeden Preis

Rübensaat: Jetzt geht es los
 
Frühe Saat, aber nicht um jeden Preis
 
Rübendirektsaat in abgestorbenen Gelbsenfbestand. Dies ist nicht jedermanns Sache, aber es funktioniert.
 

Der Schnee und die kalten Böden liessen dieses Jahr keine extrem frühen Rübensaaten zu. Mit den längeren Tagen und der deutlich spürbaren Kraft der Sonne stehen wir jetzt aber kurz davor. Möglicherweise sind diese Woche bereits die ersten Felder gesät worden. Reichte es bisher noch nicht, ist dies sicher nicht schlimm. Achtung: In der Beratung stellen wir oft fest, dass weniger bei den ersten als vielmehr bei den zweiten Saatterminen Fehler passieren. Hat der Nachbar bereits gesät, so ist man später gegenüber dem Bodenzustand oft weniger kritisch ...

Hoher Zuckerertrag
Für einen hohen Zuckerertrag braucht es einen guten Jahreswitterungsverlauf.
Dies kann der Landwirt natürlich nicht beeinflussen. Ebenso wichtig ist aber der Zustand des Bodens, viel wichtiger übrigens als die Sorte oder die Düngung! Hohe Erträge werden immer dann erreicht, wenn die Rübenblätter den Boden möglichst schnell abdecken. Mit andern Worten: Für einen erfolgreichen Anbau ist die Jugendentwicklung entscheidend für das Resultat. Neben der frühen Saat müssen hohe Bestandesdichten mit geringen Ablagedistanzen von 17 bis 20 Zentimeter angestrebt werden. Zudem soll das Unkraut frühzeitig eliminiert werden, ohne dabei die Rüben zu stressen.
Obwohl eine frühe Saat wichtig ist, darf sie nicht erzwungen werden, sonst ist der Vorteil der frühen Saat verspielt. Eine zu frühe Saatbettbereitung und Saat kann im Nachhinein nicht mehr korrigiert werden. Dies gilt speziell auch für Mulch- und Direktsaaten. Für Mulchsaaten soll die Bodenbearbeitung generell erst am Nachmittag beginnen, wenn die Stängel trocken und brüchig sind.

Saatbett
Das gute Saatbett für Zuckerrüben sieht unabhängig vom Saattermin immer gleich aus: Für die Keimung braucht der Samen gleichzeitig Wasser, Luft und Wärme. Das Saatbett muss also so hergerichtet werden, dass bei Trockenheit genügend Wasser aufsteigen und bei Regen überschüssiges Wasser schnell versickern kann, das heisst ein rückverfestigter, aber nicht verdichteter Boden unter dem Samen; Boden locker und nicht zu fein über dem Samen.
Dieser Vorgabe entsprechende Arbeiten können erst begonnen werden, wenn der Boden auch in 10 bis 15 Zentimeter Tiefe genügend abgetrocknet ist (vor der Bearbeitung kontrollieren). Doppelbereifung und möglichst wenig Arbeitsgänge sind ebenso zwingend wie flach arbeitende, breite Arbeitsgeräte.
Zu beachten gilt es: Nur ein gutes Saatbett ermöglicht dem Säer, eine gleich bleibende Ablagetiefe einzuhalten. Dies ist die Voraussetzung für einen hohen und regelmässigen Feldaufgang. Zu lockere Felder müssen allenfalls vor und nicht nach der Saat gewalzt werden!
Märzsaaten werden normalerweise flacher gesät. Das letzte Jahr hat aber gezeigt, dass dies natürlich nur für ein gutes Saatbett zutrifft. In eher grobscholligen Feldern muss tiefer gesät werden, sonst haben die Samen keinen Wasseranschluss, was zu unregelmässigem Rübenauflauf führt.

Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau, Andreas Bertschi, Lindau

 
 
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