Ausgabe Nummer 3 (2010)

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Fünf Jahre Waldrichtplan Tannzapfenland

Vor fünf Jahren, am 19. Oktober 2004, genehmigte der Regierungsrat des Kantons Thurgau den behördenverbindlichen Regionalen Waldplan (RWP) Tannzapfenland. Ergebnisse sind namentlich im Bereich Nutzungsplanung sowie in den Bereichen Biodiversität sowie Naturgefahren erzielt worden. Allfällige Änderungswünsche zum RWP können die politischen Gemeinden direkt beim Forstamt einbringen.


70 Prozent der Waldfläche im Gebiet des Regionalen Waldplans Tannzapfenland sind der Vorrangfunktion Holznutzung zugewiesen, das sind rund 1600 Hektaren. Auf der Basis des RWP wurden die alten Betriebspläne überarbeitet und im Rahmen von sogenannten Ausführungsplänen neu aufgearbeitet und zusammengefasst. Der Ausführungsplan umfasst eine waldbauliche Massnahmenplanung über alle Waldbestände (Durchforstung, Verjüngung, Pflege usw.) und die Berechnung der Nutzungsmenge (Hiebsatz). Diese entspricht im Revier Fischingen in etwa dem Wachstumszuwachs und liegt bei rund zehn Kubikmetern pro Hektare und Jahr.
Im Revier Bichelsee-Balterswil beträgt der Zuwachs knapp neun Kubikmeter pro Hektare und Jahr. Der Hiebsatz liegt bei rund 6,5 Kubikmetern pro Hektare und Jahr und bewegt sich damit unter dem Zuwachs. Dies lässt sich damit begründen, dass der Holzvorrat im Revier Bichelsee- Balterswil relativ tief ist und einzelne Waldbestände bei den aktuellen Holzpreisen nicht wirtschaftlich nutzbar sind.
Im Revier Sirnach beträgt der Zuwachs rund acht Kubikmeter pro Hektare und Jahr. Diese Menge ist auch als Hiebsatz festgelegt. Insgesamt können im Gebiet des RWP Tannzapfenland jährlich rund 20 000 Kubikmeter Holz als einheimischer Bau- und Brennstoff nachhaltig genutzt werden.

Mehr Lebensraum für Pflanzen und Tiere
Nebst der Holznutzung kommt der Biodiversität im Wald eine immer grössere Bedeutung zu. Seit 2004 wurden die Waldreservate Höllwald und Brenzloo mit gesamthaft rund 130 Hektaren Wald ausgeschieden. In diesen Gebieten werden alle forstlichen Massnahmen ausschliesslich auf ökologische Zielsetzungen ausgerichtet. Einige Teilflächen in diesen beiden Waldreservaten wurden vollständig aus der Holznutzung entlassen. Die beiden erwähnten Waldreservate liegen im Forstrevier Fischingen. In Ergänzung zu den Waldreservaten wurden mit Verträgen zwischen dem Forstamt und den betroffenen Waldeigentümern sechs Altholzinseln (Minireservate) mit einer Gesamtfläche von 18,6 Hektaren vereinbart. In Altholzinseln wird während mindestens 20 Jahren auf jegliche Holznutzung verzichtet.

Drei Eichenflächen vereinbart
Zum Thema Biodiversität darf im Weiteren festgestellt werden, dass einerseits laufend Waldränder aufgewertet werden. Andererseits wurden im Rahmen des schweizerischen Projektes zur Erhaltung und Förderung der Eiche bis dato im Gebiet des RWP Tannzapfenland drei Eichenflächen mittels Vereinbarungen zwischen Forstamt und Waldeigentümer gesichert. Weitere Flächen sind in Abklärung. Auch im Thurgau nimmt der Druck der Freizeitgesellschaft auf den Wald laufend zu. Deshalb wurde zum Themenbereich ruhige Waldzonen ein Merkblatt erarbeitet, um Fragen im Alltag besser begegnen zu können. Eine rechtsverbindliche Umsetzung von ruhigen Waldzonen ist momentan leider (noch) nicht absehbar.

Der Wald schützt die Menschen
Zum Bereich Naturgefahren ist festzuhalten, dass die bisherigen kantonalen Perimeter zum Schutzwald zurzeit überprüft und mit den nationalen Kriterien «Nachhaltigkeit im Schutzwald» abgeglichen werden. Speziell erwähnenswert ist die Erarbeitung der Gefahrenkarte Lützelmurg (Bichelsee–Balterswil, teilweise Eschlikon) im Rahmen eines Pilotprojektes in Zusammenarbeit von Gemeinde, Amt für Umwelt und Forstamt. Die darin vorgeschlagenen Massnahmen zum Hochwasserschutz müssen nun mit konkreten Projekten umgesetzt werden. Den Wald betrifft dies im Bereich Schwemmholzfänger, Rückhaltebecken und Sanierungen von Bachverbauungen.

Forstamt des Kantons Thurgau



Der Regionale Waldplan Tannzapfenland
besteht seit fünf Jahren. Vor allem in den
Bereichen Nutzungsplanung, Biodiversität
und Naturgefahren wurden Fortschritte
erzielt. (zVg)
Der Regionale Waldplan Tannzapfenland besteht seit fünf Jahren. Vor allem in den Bereichen Nutzungsplanung, Biodiversität und Naturgefahren wurden Fortschritte erzielt. (zVg)