Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit sensibilisieren

Ausgabe Nummer 3 (2015)

Obstfachtagung und kantonale Obstbautagung 2015 in Zihlschlacht

Die diesjährige Thurgauer, St. Galler und Schaffhauser Obstfachtagung sowie die kantonale Obstbautagung 2015 lieferten nützliche Impulse für den Erwerbsobstbau.

Edwin Huber (Präsident Thurgauer Obstverband) und Rolf Angehrn (St. Galler Obstverband) eröffneten die diesjährige Obstfachtagung, welche in Zusammenarbeit mit dem Thurgauer und St. Galler Obstverband sowie den Obstfachstellen Thurgau und St. Gallen durchgeführt wurde. Ueli Henauer, BBZ Arenenberg, thematisierte aktuelle Themen zu ÖLN und Pflanzenschutz und zog das Fazit, dass hier künftig einige Pflanzenschutzmittel, die empfindliche Lücken hinterlassen, aus dem Handel gezogen werden.
Das zentrale Thema der Obstfachtagung 2015 bildete der Boden, was sich gut in das von den Vereinten Nationen gewählte Motto des «Internationalen Jahrs der Böden 2015» einfügte. Nach Referaten von Martin Thalheimer, Landwirtschaftliches Versuchszentrum Laimburg; Reto Leumann und Ueli Henauer vom BBZ Arenenberg, mit Empfehlungen zu Pflanzvorbereitung und organischer Bodenaktivierung, fasste Richard Hollenstein vom Landwirtschaftlichen Zentrum SG, Flawil, die Massnahmen zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit zusammen. Erklärtes Ziel sei es, die Obstproduzenten dafür zu sensibilisieren, dass die Fruchtbarkeit der Böden ein kostbares Gut ist und diese eine Leihgabe auf Zeit darstellen. Deshalb wurde ein Merkblatt/Flyer erstellt, der den Produzenten in den Kantonen Thurgau, St. Gallen und Schaffhausen demnächst zugestellt wird.

Vorbeugend LMA einsetzen
Das Fazit der Tagungsreferate lautete, dass eine robuste Grasnarbe zum Erhalt einer optimalen Bodenstruktur in bestehenden Kulturen beiträgt. Es wurde empfohlen, die Anzahl Durchfahrten in der Fahrgasse zu optimieren und tief zu halten, die Mechanisierung zu überdenken, den Reifendruck zu senken und die Grösse der Bereifung anzupassen. Für die Remontierung sind die frühzeitige Rodung (Entfernen aller Pflanzenteile, inklusive Wurzeln), optimale Bodenvorbereitung (Spaten), Querbearbeitung und der Einsatz von organischem Dünger beachtenswert. Zum Erhalt der biologischen Bodenaktivität tragen die Ausbringung von «aktivem» organischem Material (richtig aufgearbeiteter Kompost) sowie eine Optimierung von Düngung und Pflanzenschutz bei.
Edwin Huber begrüsste am Nachmittag zur kantonalen Obstbautagung 2015, die in Zusammenarbeit mit dem Thurgauer Obstverband und dem BBZ Arenenberg, Fachstelle Obstbau Thurgau/Schaffhausen erfolgte, und an der unter anderem agrarpolitische Themen im Fokus standen.
Anlässlich der Tagung stellte sich die Thurgauer Apfelkönigin, Monika Ausderau vor und bekundete ihr Engagement für den Obstbau.
Urs Müller vom BBZ Arenenberg appellierte an alle Obstbauern, gegen Feuerbrand auch das Pflanzenschutzmittel LMA (Kaliumaluminiumsulfat) vorbeugend, gemäss den Einsatzempfehlungen des BBZ Arenenberg, einzusetzen. Anderweitig sei es bei höherem Infektionsdruck nicht möglich, den Feuerbrand einigermassen «in Schach zu halten».

In der Werbung nicht nachlassen
Im Hinblick auf die per Ende 2015 geplante landesweite Strategie gegen Antibiotikaresistenzen in Landwirtschaft, Nutztierhaltung und Produktion sei damit zu rechnen, dass als Fernziel auf den Antibiotikaeinsatz bei Feuerbrandbekämpfung verzichtet werden soll. Müller stellte fest, dass die Süssmosterverbände überaltert sind und um ihre Existenz kämpfen: Aus diesen Gründen sei in Organisation, Ausbildung/ Werbung neuer Elan und Engagement nötig.
Georg Bregy, Direktor des Schweizerischen Obstverbandes (SOV), hob hervor, dass der Verband in der Werbung nicht nachzulassen hat. Jeder Werbefranken sei gut investiertes Geld: Der Erfolg der beiden Marketingmassnahmen werde regelmässig überprüft. Deshalb werde erneut eine Strategieanalyse im Sinne von «sind die Botschaften konsistent?» vorgenommen. Roger Mäder von Swisscofel thematisierte die Lagerbestandserhebungen. Das Problem dabei sei, wer was melde und wo die Abgrenzung stattfinde.
Michael Gysi, Geschäftsleitung Agroscope, stellte sich einer Diskussion unter Einbezug der Tagungsgäste. Darauf angesprochen betonte er, dass von Mittelkürzungen nicht nur der Obstbau betroffen ist. Die Kritik, wonach Agroscope eine nicht unerhebliche Fluktuation beim Personal mit entsprechendem Know-how-Verlust aufweise, liess er nicht gelten. Er meinte, dass ein Anteil Mitarbeiterrotation auch positive Aspekte beinhalte im Sinne von neuen Impulsen und der damit verbundenen Auffrischung von Fachwissen. Unter anderem informierte er, dass 2015 Exaktversuche mit LMA erfolgen.


Isabelle Schwander













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