Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
21. September 2018


Für fitte Hühner und schöne Eier

Ausgabe Nummer 13 (2016)

Die Vitarbo AG füttert Moringa an Legehennen und sorgt damit für kräftig gelbe Eidotter

Die Pflanze Moringa oleifera kommt auf unserer Erde rund um den Tropengürtel vor. Sie liebt es warm und braucht viel Sonne. Eigentlich ist Moringa ein Baum, man kann die Pflanze jedoch frühzeitig schneiden und auf Buschhöhe effizient ernten. In den Heimatländern hat sie ein sehr starkes Wachstum und damit einen sehr hohen Nährstoffertrag pro Hektar.
Das Unternehmen Vitarbo AG aus Arbon beschäftigt sich seit über zwei Jahren mit der intensivierten Nutzung der Pflanze und hat zuletzt einen Versuch zur Fütterung von Legehennen im Stall der Jean Soller AG in Neukirch gestartet.
Zunächst wurde eine Herde von 1700 Tieren während der Aufzucht mit einem Futter, bei dem Moringa beigefügt wurde, gefüttert. Jetzt wo die Tiere ins Legen kommen, beobachtet man bei einigen der Tiere die Ei-Qualität. Moringa enthält grössere Mengen an Carotinoiden – und dieser natürliche Pflanzeninhaltsstoff sorgt für die Gelbfärbung der Dotter. Erste Ergebnisse sind deutlich: Durch den Moringa- Zusatz schon beim Aufzuchtfutter, hat man den Effekt, dass die Tiere deutlich intensivere Farben bei den Beinen und im Gesicht haben. Das zeigt, dass die Carotinoiden-Lager der Tiere aufgefüllt sind. Dies wirkt sich auch auf die ersten Eier der jetzt legereifen Tiere aus, durch den Einsatz von Moringa sind die Dotter von Anfang an dunkelgelb gefärbt. Dieser Effekt ist durchaus gewünscht und macht das Ei frühzeitig im Verkauf hochwertig. Ein zuletzt noch befürchteter Nebeneffekt, dass sich auch das Eiweiss verfärbt oder eintrübt, blieb beim Versuch aus.
Moringa enthält auch ein breites Spektrum an Aminosäuren und kann damit ein wichtiger Bestandteil der Proteinversorgung sein. Ausserdem hat Moringa eine Reihe von sekundären Pflanzeninhaltsstoffen, denen eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird. So konnte die Vitarbo bei einem früheren Versuch an Poulets bereits feststellen, dass Entzündungen an den Füssen nur reduziert auftraten. Noch ist Moringa ein eher teurer Futterzusatz und konventionelle pflanzliche Farbstoffe zum Beispiel aus Paprikaextrakt sind günstiger und der Standard. Wenn Moringa allerdings sehr grossflächig angebaut wird und sich die Erntetechnologien und Verarbeitungsmethoden weiter verbessern, dann könnte Moringa häufiger im Futter unserer Tiere zu finden sein.

Weitere Informationen und Kontakt:

Ralf Schönung (CEO), Vitarbo AG
9320 Arbon, Landquartstrasse 3
E-Mail : ralf.schoenung@vitarbo.com
Telefon: 071 447 88 88

Ralph Soller, Jean Soller AG
Geflügelfarm 9315 Neukirch, Riedernstrasse
8 E-Mail : soller@junghennen.ch
Telefon: 071 447 13 23




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