Ausgabe Nummer 40 (2004)
Fusarienfeldstudie bei Winterweizen 2003/2004
| Mykotoxin-Gefahr | |
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Fusarienfeldstudie bei Winterweizen 2003/2004
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| Ziel der Studie Abklärung der Mykotoxin-Gefahr durch Fusarienbefall bei Weizen. Einfluss der Bodenbearbeitung nach Silo- und Körnermais auf den Fusarienbefall. Bedeutung der Fusarien und Mykotoxine Fusarien gehören heute zu den wichtigsten Getreidekrankheiten und haben im Zusammenhang mit der pfluglosen Bodenbearbeitung wesentlich zugenommen. Fusarien bilden hochgiftige Stoffwechselprodukte, so genannte Mykotoxine. Zu den wichtigsten gehören das DON (Deoxynivalenon) und das ZEA (Zearalenon). Die Infektion geschieht v. a. über befallene Pflanzenreste der Vorkultur (Mais, Getreide). Auch das Stroh kann befallen sein, weshalb Schweinezuchtbetriebe mit der Verwendung von stark fusarienbefallenem Stroh vorsichtig sein sollten. Wegen der Gefährlichkeit dieser Toxine für Mensch und Tier gibt es einen Toleranzwert für die maximale Belastung im Brotgetreide und Orientierungswerte für die Konzentrationen in Tierfutterrationen. Wirkungen der Mykotoxine: DON: schon ab kleinen Mengen: Schwächung des Immunsystems, ab 1 mg/kg eventuell Futterverweigerung beim Schwein, ab 7 bis 10 mg/kg Erbrechen beim Schwein. Wiederkäuer können Mykotoxine im Pansen z.T. abbauen, deshalb sind sie weniger empfindlich. ZEA: hormonelle Wirkung, v. a. beim Schwein: Rauschestörungen, Tot- und Frühgeburten, lebensschwache Ferkel. Resultate Von jeder Parzelle wurde eine Körnerprobe entnommen und mittels ELISA-Test auf den DON-Gehalt untersucht. Es hat sich gezeigt, dass keine proportionale Beziehung besteht zwischen dem Ährenbefall und dem DON-Gehalt. Ein hoher Ährenbefall gibt nur einen Hinweis auf einen erhöhten Mykotoxingehalt. Von den 17 Parzellen «mit Pflug» und Mais-Vorfrucht (15 KM + 2 SM) gab es keine einzige mit einem DON-Wert über der Toleranz von 1 mg/kg. Demgegenüber waren von den 11 Parzellen mit Grubber nur 3 im Toleranzbereich. 8 Parzellen lagen klar über 1 mg DON, 4 davon nach SM und 4 nach KM, d.h. über 70 Prozent aller Parzellen ohne Pflug lagen über über dem Toleranzwert für Brotweizen und müssten als Sondermüll verbrannt werden. Eine Parzelle war nach KM mit Direktsaat angelegt. Sie wies 2,5 mg/kg DON auf. Ein Extremfall, Grubber nach Silomais, mit über 92 Prozent befallenen Ähren bzw. 53 Prozent befallenen Ährchen wies einen DON-Wert von 20 !!!auf. Es konnte kein Unterschied zwischen Silomais- und Körnermaisvorfrucht festgestellt werden. Schlussfolgerung Wenn das Maisstroh sauber untergepflügt wird, wird dem Fusariumpilz die Überwinterungs- und Infektionsmöglichkeit genommen. Wenn in unserer Studie von 12 untersuchten Weizenparzellen mit Mulch- oder Direktsaat und Vorfrucht Mais deren 9 eine viel zu hohe Mykotoxinbelastung in den Körnerproben aufweisen, ist klar, dass pflugloser Weizenanbau nach Silo- und Körnermais nicht möglich ist. Mit der steigenden Sensibilisierung der Branche betreffend Mykotoxinen werden die Kontrollen und Analysen der Abnehmer zunehmen. Ohne wendende Bodenbearbeitung sollte nach Mais kein Weizen, Triticale, Roggen oder Hafer angebaut werden, da diese für Fusariosen am anfälligsten sind. LBBZ Arenenberg, Fachstelle Pflanzenbau und Düngung Alfred Gremlich |
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