Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Oktober 2018


Galaabend zu Ehren des Thurgauer Weins in Kreuzlingen

Ausgabe Nummer 47 (2017)

Mit einem eindrucks- und genussvollen Galaabend ehrte und feierte der Branchenverband Thurgauer Weine (BTW) im Seemuseum Kreuzlingen die im Jahr 2017 mit viel Edelmetall prämierten Thurgauer Weine.

Es ist ein reicher Segen aus Gold und Silber, welchen die Thurgauer Rebleute und Weinmacher in diesem Jahr für ihre Arbeit in Rebberg und Keller ernten durften. Es sind 33 Auszeichnungen (siehe Tabelle auf Seite 23), mit welchen neun Winzer und Weinmacher aus dem Kanton Thurgau ausgezeichnet worden sind. Zehn gingen an das Bio-Weingut Lenz in Uesslingen, gefolgt von Rutishauser Weinkellereien in Scherzingen, welche neun Auszeichnungen gewannen. Das Weingut Wolfer in Weinfelden wurde für vier und Thomas Schmid aus Schlattingen für drei Weine geehrt. Edelmetall erhielten zwei Weine vom Schlossgut Bachtobel in Weinfelden und jeweils eine Medaille HAAG-Weine in Hüttwilen, der Gutsbetrieb Engel in Uesslingen, Heierli / Jung in Gossau, die Karthause Ittingen in Warth sowie der Weinkeller. sh, Marlis Keller in Schaffhausen.
So lud der Branchenverband Thurgauer Weine zur grossen Prämierungsfeier der Thurgauer Winzer ins Seemuseum Kreuzlingen ein, wo diese in festlichem Rahmen mit verschiedenen Überraschungen gewürdigt wurden. Ein Ehrengast stiess in der Person von Napoléon Bonaparte zur Festgemeinde. Es stand ihm während des Apéros zu, als erster die Gesamtleistung der Thurgauer Rebleute und Winzer zu würdigen. Er tat dies in seiner Laudatio, gewürzt mit vielen Pointen und liebevollen Seitenhieben, indem er quasi den Thurgauer Weinen als Kaiser gar die Krone aufsetzte. «Der heutige Grössenwahn entspricht dem Zeitgeist. So wird zu opulenter Feier eingeladen. Ich kann es mir aber leisten», so Napoléon, perfekt verkörpert von Schauspieler und Kabarettist Thomas Götz. Er kam aber auch auf seine wichtige Rolle als Feldherr, Eroberer und Befreier zu sprechen, die insbesondere für den Wein, Weinbau und Weinkonsum, für das Volk von grosser Bedeutung war. Er enteignete die Klöster und machte damit den Weinbau und den Wein für jedermann zugänglich. «Es ist somit mir zu verdanken, dass der Wein ins Weltliche gekommen ist.»

Liebevolle Neckereien
Doch auch gewisse Neckereien konnte der grosse Feldherr und Kaiser gegenüber den Thurgauer Weinen im Vergleich zu seinen nicht unterlassen. «Ich verdünne meine grossen Weine mit Wasser. Bei den Thurgauer Weinen kann ich darauf verzichten», so des Kaisers Aussage. Auch gegenüber der Obrigkeit zeigte der Franzose keine Scheu oder Respekt. «Es sind die Weine, welche 12 Jahre in der Flaschen reifen, nicht die Flaschen», war eine seiner Aussagen in Anspielung auf die Politik. «Beim Wein sind es die Volumen und bei den Politikern die Promille», so seine weiteren Worte. Danach gab er den Gewinnern der zum Apéro ausgeschenkten Weissweine das Wort, liess sich Mantel und Hut reichen und verliess das Fest.
Es wurde zum grossen Nachtessen geladen, wo verschiedene prämierte Rotweine kredenzt wurden. Während des Essens stiess der von der Thurgauer Regierung abgesandte Hofnarr, ein weiterer gern gesehener Gast, zur Gesellschaft. Mit Humor und ganz in der Rolle des Hofnarrs, welcher grundsätzlich alles sagen darf, gab es da und dort auch mehrdeutige Sticheleien. Schlussendlich kamen die Macher der Rotweine zu Wort, wobei der Hofnarr auch etliche Kommentare platzierte. Sein abschliessendes Fazit: «Wer kein Wein trinkt, ist ein Narr».


Roland Müller










« zurück zur Übersicht