Ausgabe Nummer 10 (2010)
Garten der Bäuerin
Gemüsegarten: Selbermachen oder zukaufen?
Da der Frühling immer noch auf sich warten lässt, sind wir, was den Garten anbetrifft, immer noch in der Planungsphase. Jetzt ist der Moment, sich zu überlegen, welche der vielen Gemüsesorten man bei sich im Garten kultivieren möchte. Dabei sollte nicht nur das Anbauen Freude bereiten. Auch das Ziel, die benötigte Gemüsemenge, müsste unbedingt mitberücksichtigt werden.
Salat: am liebsten das ganze Jahr
Der Zuckerhut vom letzten Jahr ist bald aufgebraucht, die Variante in rot (Palla Rossa) hat den starken Frost nicht überlebt und Nüsslisalat ist nicht so viel da – es ist die salatarme Zeit jetzt. Was liegt also näher als zur Samentüte zu greifen und schon mal auf dem Fensterbrett die erste Frühlingsernte vorbereiten? Mit Pfl ücksalat geht’s am schnellsten! Den ersten Kopfsalat kann man gleich mitsäen – vielleicht klappt’s ja mit dem Wetter und wir können ihn als gut entwickelten Setzling (pikieren) ins Freie verpfl anzen und mit Witterungsschutz versehen. Treibzichorien (Brüsseler Salat) haben sich bei mir nicht bewährt; weil sie zusammen mit den Geranienkistchen im Keller stehen, sind die Chicoréezapfen meistens voller Läuse.
Kabis- und Kohlarten
Am schnellsten hat man eine Ernte bei den Kohlräbli. In gute Erde gesetzt, gelingt diese Kohlart meistens. Allerdings müsste die Aussaat bald erfolgen. Die Kopfkohlarten wie Rotkabis, Weisskabis und Kohl oder Wirz überlasse ich den Profi s, da geht mir persönlich die Kultur einfach zu lange. Blumenkohl und Broccoli gelingen mir nicht, deshalb werden auch diese Gemüse zugekauft. Für Federkohl und Chinakohl gibt’s bei uns keine Liebhaber. So bleibt genug Platz für den Rosenkohl, das heissgeliebte Wintergemüse bei uns. Dass auch diese Gemüsesorte lange Zeit braucht bis zur Ernte, wird in Kauf genommen, dafür lieber wöchentlich eine «Chochete» als sich mit einem zu grossen Kabiskopf abgeben.
Chrut und Rüebli
Es ist jedes Jahr wieder eine Freude, die ersten zarten süssen Rüebli zu probieren! Damit ich weiss, wo sie kommen sollten, säe ich Radieschen daneben – die sind dann weg, wenn der Platz von den Karöttchen beansprucht wird. Fenchel und Sellerie braucht mein Haushalt nicht in Mengen – der Anbau dieser Spezies wird darum delegiert. Randen mach’ ich auch nicht mehr selber, da gibt’s eine geheime Quelle, obwohl der Anbau an sich nicht kompliziert wäre. Aber bei andern werden die Knollen grösser als bei mir, deshalb ... Auch die Feldrüebli von andern Äckern lassen sich bestens einkellern!
Würziges
Lauch müsste bei mir schon im Garten stehen – das Gemüse ist in der Küche vielseitig einsetzbar. Knoblauch wird in der Küche ebenfalls viel verwendet, mehr als der Garten hergibt. Mal sehen, was aus den zarten grünen Spitzen wird: Die im letzten Herbst gepfl anzten Zehen müssten im Sommer zu stattlichen Knoblauchknollen herangewachsen sein. Auch die Zwiebeln sind seit Herbst gesteckt. Sollte sich diese Vorarbeit als falsch investiert erweisen, gibt’s noch die Möglichkeit, im Frühling nachzustecken; dann ist das Beet jedoch nicht vor August leergeräumt.
Hülsenfrüchte
Dazu gehören die Bohnen. Dieses typische Sommergemüse möchte ich nicht missen. Besonders gefallen mir die Purple Duke, violette Buschbohnen, die ihre Früchte über dem Laub tragen. Schön anzuschauen, praktisch zum Pfl ücken, und herrlich Garten der Bäuerin Gemüsegarten: Selbermachen oder zukaufen? Da der Frühling immer noch auf sich warten lässt, sind wir, was den Garten anbetrifft, immer noch in der Planungsphase. Jetzt ist der Moment, sich zu überlegen, welche der vielen Gemüsesorten man bei sich im Garten kultivieren möchte. Dabei sollte nicht nur das Anbauen Freude bereiten. Auch das Ziel, die benötigte Gemüsemenge, müsste unbedingt mitberücksichtigt werden. 37 dunkelgrün und zart werden sie beim Kochen. Vielleicht gibt’s auch wieder einmal Stangenbohnen, fein sind sie im Aroma und ziemlich ergiebig pro Stickel. Kefen braucht’s eher nicht, dafür sicher Erbsli. Möglichst fein sollen sie sein, dann sind sie jedem Konservengemüse überlegen und entschädigen für den Rüstaufwand.
Wärmeliebende
Gurken produzieren pro Stock etliche Früchte, das gleiche gilt für Zucchetti und Zucchini. Vielleicht kann man mit einer Kollegin eine Gemeinschaft bilden. Denn wenn das Klima günstig ist, haben alle rundum ebenfalls genug solches Gemüse ... Peperoni sind sehr wärmebedürftig; sie müssten jetzt bereits ausgesät sein. Tomaten in all ihrer Sortenvielfalt laden zum Ausprobieren ein: Entweder man kauft verschiedene Setzlinge oder man wählt die Sorten mit den meisten Vorzügen und legt die Samen Ende März in die Anzuchterde. Unter dem Begriff «wärmeliebend» gibt’s noch viele Möglichkeiten: Auberginen, Artischocken, Melonen, Kürbisse, Paprika, Patisson, Rondini, Zuckermais. Die Erfahrung für meinen «Schrumpfhaushalt » zeigt, dass meistens etwa dieselben Gemüse und Salate gebraucht werden. Neues wird wohl ausprobiert, doch irgendwann mag die Küche nicht mehr alles verbrauchen, was wächst. Dann schaff’ ich mir selbst Mehrarbeit mit dem Einkochenmüssen, und genau dies sollte durch umsichtige Planung umgangen werden.
Ruth Merk
